Botschafter der Emirate fordert mehr Kontrolle

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Ich hatte bereits am 4. Juli 2015, also bereits vor zwei Jahren, darauf hingewiesen, daß man den Inhalt der Freitagspredigten – wie im Nahen Osten üblich – zentral vorgeben und die Imame lizensieren muß. Das war auch keine Erfindung von mir, sondern wird in der Levante so gehandhabt. Es ist überall Regierungspraxis.

Von Wolfgang Prabel

Ob es sich um saturierte Staaten der arabischen Halbinsel oder Nordafrikas handelt, überall wo noch ein Funken Ordnung herrscht, werden die Gläubigen zur Zurückhaltung geleitet. Ein Imam ohne staatliche Lizenz ist in vielen Staaten völlig undenkbar. Gepredigt wird, was das Herrscherhaus oder der Diktator hören will. Lieber werden Koranstellen von Verhaltensregelungen, rituellen Waschungen und vermeidbaren Höllenstrafen ausgelegt, als daß Kampfpassagen und Aufrufe zum Töten der Kuffar durch die Moscheen hallen. Wenn man lange genug sucht, findet man im Koran eben auch für eine geordnete Machtausübung viel Erbauliches. Wer anarchistischen Unsinn predigt, verliert in geordneten Staaten seine Lizenz. Oder er verfault in den Verliesen des wachsamen Geheimdienstes. In Saudi-Arabien werden all zu Eifrige sogar mit dem Schwert kürzer gemacht.

Die meisten europäischen Regierungen haben sich im Unterschied zu den nahöstlichen nie darüber Gedanken gemacht, die Religionsfreiheit weise zu beschränken. Sie haben nie eine Überlegung angestellt, welcher Rechtsschule man sich anschließt. Ob die liberalere Ibadi- oder Hanafi-Schule gewählt wird, oder doch eine strengere überläßt die europäische Administration dem General Zufall und den Moscheevereinen. Ausnahme ist Österreich, wo man mit der eigenen Imamausbildung, orientiert an der Hanafi-Schule gerade beginnt.

Am Ersten Mai habe ich mit meinen Forderungen wieder einmal Unterstützung aus dem Nahen Osten erhalten. Der weise Botschafter der Emirate in Berlin, Ali Abdullah al-Ahmed riet zur Wachsamkeit gegenüber radikalen islamischen Predigern in Deutschland, wie die WELT berichtete. „Es ist sehr wichtig, dass man darauf achtet, welche Art von Botschaft Prediger in der Moschee in Europa an die Einwanderer weitergeben“, sagte er. Hoffentlich verhallen sein mahnenden Worte nicht folgenlos in den verstopften Gehörgängen der Merkel.

Österreich ist mit dem Islamgesetz schon etwas weiter Der  § 15 des Islamgesetzes regelt die Ausbildung der Imame: „Der Bund hat ab dem 1. Jänner 2016 islamischen Religionsgesellschaften für die wissenschaftliche Ausbildung des geistlichen Nachwuchses sowie zum Zwecke der theologischen Forschung und Lehre den Bestand einer islamisch-theologischen Ausbildung an der Universität Wien zu erhalten, wobei bis zu sechs Stellen für Lehrpersonal vorzusehen sind. Als Lehrpersonal kommen Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, Universitätsdozentinnen und Universitätsdozenten, Privatdozentinnen und Privatdozenten sowie assoziierte Professorinnen und Professoren im Sinne des Kollektivvertrages für die ArbeitnehmerInnen der Universitäten gemäß § 108 Abs. 3 Universitätsgesetz in Betracht. … Vor der Besetzung von Stellen … ist den Religionsgesellschaften die in Aussicht genommene Person zur Kenntnis zu bringen und eine Frist von zumindest vier Wochen zur Stellungnahme vor Durchführung der Personalmaßnahme zu gewähren.“

Alles keine Allheilmittel. Aber im Orient und in Wien, wo bekanntlich der Balkan anfängt, gibt man sich wenigstens Mühe und macht sich Gedanken, um Staat und Gesellschaft zu schützen. In Berlin ist intellektuell tiefste Provinz, es herrscht wenn man einmal von der außerparlamentarischen AfD absieht, weitgehend erschreckende Ignoranz. Die dummdreiste Merkel reist lieber wegen der Klimalüge und des Freihandels nach Arabien, statt in den goldgleißenden Palästen der Saudis und den prächtigen Zelten der Emire den gekrönten Häuptern aufmerksam zu lauschen und wertvolle Informationen über praktische Politik zu sammeln.

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