Wie Deutschland in Sachen demokratischer Kultur auf den Stand eines Viertwelt-Landes sank

Das obige Foto zeigt den gegenwärtigen Zustand eines Wahl-Plakates der AfD, welches der Verfasser dieses Artikels zuvor selbst, im Zuge des (gegenwärtig in der Endphase befindlichen) Wahlkampfes zur Landtagswahl im Bundesland Schleswig-Holstein, aufgehängt hatte.

Von Quo usque tandem

Wie die Erfahrung aus vorausgegangenen Landtags-Wahlkämpfen in anderen Bundesländern lehrt, werden die Wahl-Plakate der AfD (und ausschließlich diese) spätestens zwei bis vier Tage nach ihrer Anbringung zerstört oder entwendet (beides Straftat-Bestände gemäß StGB). Angesicht des Straftat-Elements müssten eigentlich die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften rein von Amts wegen tätig werden, aber bisher scheint kein solches Einschreiten bekannt zu sein.

Zerstörung bzw. Entwendung erfolgt nicht durch die Hand der Heinzelmännchen oder von Besuchern vom Planeten Melmac – für diese kriminellen Handlungen sind vielmehr dunkle Gestalten menschlicher Natur verantwortlich, deren Aktionen von mindestens einem der politischen Wahlkampf-Gegner der AfD organisiert und koordiniert werden (währen diese Aktionen vom Rest der dito Gegner wohlwollend und augenzwinkernd toleriert werden). Die „Wahlhelfer“-Trupps schlagen  – wie sich dies für dunkle Gestalten gehört – nur im Schutz der Nacht zu und werden vermutlich von ihren Auftraggebern mit Hilfsmittel wie Werkzeug, Leitern und Fahrzeugen versorgt; Effizienz und Timing ihrer Tätigkeit lassen auf ein vorbereitendes quasi-militärisches Training schließen. Und, was   vielleicht auch noch von Interesse sein dürfte: Es besteht zumindest Grund zu der Annahme, dass die Integranten solcher Vandalismus-Kolonnen nicht aus reiner Lust an sportlicher Betätigung in frischer Luft handeln, sondern für ihre Dienste mit Barem aus geheimen (vermutlich illegalen) schwarzen Kassen entlohnt werden.

Ich will dieser Einleitung keine langen philosophischen Betrachtungen folgen lasen, sondern mich auf diese Anmerkungen beschränken:

Bereit einem aufgeweckten Sechsjährigen dürft klar sein, dass ein Teilnehmer in einem politisch Wettstreit, der zu solchen Mitteln des Politik-Darwinismus greift, dies tut, weil ihm gültige und überzeugende Argumente als Antwort auf die seines Gegners fehlen.

Die weiter oben beschriebenen Vorgänge stellen einen Rückfall in die Praktiken von NSDAP und SA in den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert dar. Deutschland ist damit wieder auf einen, seither nicht wieder erreichten Tiefpunkt in Sachen demokratischer Kultur zurückgekehrt – und dies ausgerechnet gegenüber einer (verfassungskonform konstituierten und agierenden) Partei, der ihre politischen Gegner selbstgerecht vorwerfen, die demokratischen Werte in Frage zu stellen.

Müssen wir  – als weitere Steigerung – erwarten, bei künftigen Wahlen (insbesondere bei der im Herbst anstehenden Bundestagswahl) bereits Schlägertrupps vor den Wahllokalen anzutreffen, welche dafür Sorge zu tragen haben, dass „die Kreuze an der richtigen Stelle gemacht werden“ sowie dafür, dass Personen, die sich der einschlägigen „Instruktion“ verschließen erst gar nicht bis zu den Wahl-Urnen gelangen?

Foto: Autor

 

 

 

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