Deutsche müssen mehr für Stromrechnung arbeiten

Foto: Africa Studio/Shutterstock

Berlin – Weil das Einkommen vieler Deutscher nicht mehr ausreicht, um die steigenden Energiepreise zu bezahlen, werden immer häufiger freiwillig bezahlte Überstunden geleistet. 65 Stunden – so lange musste ein deutscher Arbeitnehmer 2016 im Durchschnitt arbeiten, um die jährlichen Stromkosten einer Familie zu begleichen. Das sind sieben Stunden mehr als noch vor zehn Jahren, wie eine Auswertung des Vergleichsportals TopTarif http://toptarif.de zeigt.

Signifikante Preisanstiege

„Dass Strom hierzulande so teuer ist, liegt vor allem an den staatlichen Steuern, Umlagen und Abgaben. Sie machen inzwischen über die Hälfte des Strompreises aus“, so TopTarif-Chef Arnd Schröder gegenüber pressetext. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Preis für einen LCD-Fernseher ist in den vergangenen zehn Jahren um rund die Hälfte gesunken (von 1.115 Euro auf 570 Euro). 2016 musste ein Arbeitnehmer für die Neuanschaffung im Schnitt noch 34 Stunden arbeiten – etwa halb so lange wie für die jährliche Stromrechnung.

Gemessen an der Kaufkraft sind viele Alltagsgüter, wie Zucker oder Kaffee, billiger geworden. Anders beim Strom: Die gestiegenen Löhne reichen oft nicht aus, um die Preiserhöhungen auszugleichen. Stiegen die Nominallöhne in den vergangenen zehn Jahren um 27 Prozent, verteuerte sich Strom im gleichen Zeitraum um 42 Prozent. Eine Familie mit einem Jahresstromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlte 2006 im Schnitt 771 Euro. 2016 waren es 326 Euro mehr. Laut dem Statistischen Bundesamt ist der durchschnittliche Nettostundenlohn im gleichen Zeitraum von 13,35 Euro auf 16,92 Euro gestiegen. (bte)

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