Zerlegt sich AfD-Bayern selbst?

Petr Bystron (AfD) (Bild: JouWatch)

Letzte Woche hat CSU-Innenminister Herrmann bei einer Pressekonferenz verlautbaren lassen, den Chef der bayerischen AfD Petr Bystron vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen – wegen „Sympathiebekundungen“ zur Identitären Bewegung. Selbst die anwesenden Journalisten sprechen von einer Schmierenkomödie. Juristen halten die Beobachtung für haltlos. Aber die ersten Mitglieder der AfD geraten bereits nach diesem ersten Beschuss von der CSU in Panik. Mit einer solchen Truppe gewinnt man keine Wahlen.

Von Thomas Böhm

Als die AfD angetreten war, die etablierten Parteien das Fürchten zu lehren, stand das Thema „Meinungsfreiheit“ bei den meisten Mitgliedern hoch im Kurs. Das scheint sich mittlerweile – zumindest in Teilen des bayerischen Landesverbands –  geändert zu haben.

Der „Münchner Merkur“ schreibt:

Wegen seines Lobs für die rechtsextreme Identitäre Bewegung wächst in der bayerischen AfD die Kritik an Landeschef Petr Bystron. Mehrere Funktionäre gehen auf Distanz zu ihm. Grund ist auch die Sorge, dass Bystron zur Hypothek im Bundestagswahlkampf werden könnte. Bayerns Verfassungsschutz-Präsident Burkhard Körner hatte kürzlich erklärt, dass Bystron wegen der Äußerungen beobachtet werde. „Den Vorgang sollten wir in der Partei nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagte der stellvertretende Landeschef Michael Wüst unserer Zeitung…

https://www.merkur.de/politik/afd-parteifreunde-distanzieren-sich-von-bystron-8206792.html

Wie dämlich muss man eigentlich sein, dass man das perfide Spiel des politischen Gegners nicht nur nicht durchschaut, sondern auch in dessen Auftrag mitmacht und anfängt, die guten Kräfte in der AfD zu schwächen!

Petr Bystron hat lediglich zu einem gewiss brisanten Thema, nämlich der Identitären Bewegung, seine persönliche Meinung geäußert und die sollte man GERADE in der AfD respektieren.

Aber genau das Gegenteil passiert. Anstatt sich solidarisch hinter den bayerischen Landesvorsitzenden zu stellen, lassen sich einige Mitglieder, aus welchen Gründen auch immer, freiwillig vor den Karren der CSU spannen und benutzen die politische Waffe „Verfassungsschutz“, um einen der ihren abzuschießen. Der „Merkur“ weiter:

Bei Mitgliedern herrscht nun vor allem die Sorge, dass die Beobachtung schon bald auf die gesamte Landespartei ausgeweitet werden könnte. Sollte der ganze Landesverband ins Visier geraten wäre das „brandgefährlich“, heißt es in der AfD. Dem Vernehmen nach überlegen einzelne Mitglieder schon, welche Möglichkeiten es gäbe, Bystron noch von der Landesliste zu nehmen. Der Landeschef wurde kürzlich auf Listenplatz vier gewählt, was bei einem Einzug der AfD in den Bundestag ein sicheres Mandat bedeuten würde. Theoretisch könnten die von der Aufstellungsversammlung gewählten Vertrauensleute aber einzelne Personen wieder von der Liste streichen, sollten gravierende Gründe dafür sprechen. Die Listenaufstellung wird in zwei Wochen auf dem Landesparteitag in Greding fortgesetzt. Derzeit sind neun Plätze besetzt…

https://www.merkur.de/politik/afd-parteifreunde-distanzieren-sich-von-bystron-8206792.html

Der politische Gegner als lachender Dritter, reibt sich die Hände, immer wieder schwächt sich die AfD selber.

Und so können sich die Medien, im Auftrag der etablierten Parteien und den ihnen unterstellten Behörden einen klugen Kopf nach dem anderen in der AfD vorknöpfen und diesen unter dem Jubel der eigenen Mitglieder vom Hals schlagen.

Es gibt für die AfD-Mitglieder noch viel zu lernen, wie man einen politischen Kampf erfolgreich ausficht. Hoffentlich klappt das schnell, denn die anderen Parteien haben schon mit dem Wahlkampf begonnen.

 

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