Türke vergewaltigt junge Frau. Freispruch! „Er wusste es nicht besser!“

Das Leben schreibt nicht nur die besten, es schreibt auch die absurdesten Geschichten. Manche sind so absurd, dass ich sie auch nach mehrmaligem Lesen nicht begreife. Diese zum Beispiel:

Brandenburg/Havel: Ein türkischer Drogenhändler (23) schubst eine junge Frau aufs Bett, fixiert ihren Kopf zwischen zwei Metallstreben und vergewaltigt sie vier Stunden lang. Sie wehrt sich tapfer, schreit „Hör auf!“ und „Ich will das nicht!“ Sie kratzt und schlägt ihn, versucht alles, um aus diesem Albtraum herauszukommen – vergeblich. Okay, bis hier hin ist die Story nicht weiter ungewöhnlich. Es gibt leider immer noch männerähnliche Kreaturen, die zu solchen Taten fähig sind.

Von Oliver Flesch

Sie wollte es nicht. Das steht zweifelsfrei fest. Die erst 21-jährige hat eindeutig signalisiert, dass sie keinen Sex mit ihrem Peiniger haben wollte. Einer erfolgsversprechenden Vergewaltigungsanzeige stand also nichts im Wege. Sollte man meinen. Doch es kam anders.

Oft scheitern Vergewaltigungsanzeigen daran, dass nicht eindeutig zu beweisen ist, ob der Sex durch Gewalt erzwungen wurde. Das trifft auf diesen Fall nicht zu: „Ich glaube Frau G. jedes Wort“, sagte die Richterin – nachdem sie den Mann freigesprochen hat. Wie jetzt? Ja, richtig gelesen, obwohl die Richterin dem Opfer glaubte, sprach sie den Täter frei; es sind übrigens oft Richterinnen, die solche Urteile fällen. Ob diese Damen auch nur ansatzweise erahnen, was sie ihren Geschlechtsgenossen damit antun?

Wir leben in einer Zweiklassenjustiz. Während des Prozesses nahm die Richterin das Opfer in die Mangel. Das OPFER wohlgemerkt, nicht den TÄTER. Eine gute Freundin, die Frauenrechtsaktivistin Juliana Da Costa José, verfolgte den Prozess. Sie sagt, sie Befragung habe sich fast so angehört, als ob die Richterin beim Opfer geradezu inquisitorisch nach einen Grund gesucht habe, den Täter freizusprechen. Motto: Was bist Du auch so blöd und gehst zu dem „Kanaken“ in Haus um Dope zu kaufen – das hast du jetzt davon.

„Könnte es sein, dass der Angeklagte dachte, Sie seien einverstanden?“, fragte die Richterin. Eine übliche, wohl notwendige Frage. Und auch die Antwort des Opfers bezeichnend: „Könnte sein… Kann natürlich nicht beurteilen, ob er mit der Mentalität des türkischen Kulturkreises alles, für wilden Sex hielt, was für mich eine eindeutige Vergewaltigung war.“ Willkommen, Casus Knacktu –  Beknackttus.

Ob Vergewaltigungen, Kinderehen – die nichts anderes als Dauervergewaltigungen mit Staatslegitimierung sind – oder sogenannte Ehrenmorde: Immer öfter berücksichtigen deutsche RichterInnen den „Kulturkreis“ aus dem der Täter stammt. Das ist vor allem für Frauen ein untragbarer Zustand, weil Frauen  bekanntlich in besagten „Kulturkreisen“ Menschen zweiter Klasse sind. Menschen, die man getrost umbringen darf, wenn sie zum Beispiel einen „Ungläubigen“ lieben oder sich von ihrem „Mann“ trennen wollen; die man vergewaltigen darf, sobald sie ein bisschen Haut zeigen, oder wie im aktuellen Fall, die Wohnung ihres Dealer betreten.

Ein bisschen Hoffnung hatte ich ja, dass der Empörungsgrad bei allen Menschen, die nicht an einer geistigen Behinderung leiden, gleich hoch ist. Aber weit gefehlt. Nur ein Beispiel (mehr ertrage ich in diesem Fall nicht): Eine REBECCA fragt unter einem Link zu dem Fall: „Sicher, dass es ein Türke war? Als ich den Artikel gelesen hab, war da glaube ich nix mit Herkunft.“ (Die Herkunft wurde ausnahmsweise bereits in der ersten Zeile des Artikels verraten). Und als Rebecca die Herkunft des Täters endlich geschluckt hatte, kam sie wieder, die Gutemenschen-Sorge, diese unbändige, grassierende, reflexartige eingebaute Angst vor „Rechts“: „Na das gibt dann wohl wieder Diskussionen um Nationalität, in denen dann das eigentliche Problem völlig untergeht.“

Das eigentliche Problem? Was soll das sein? Dass Männer bekanntlich per se Vergewaltiger sind? Lassen wir ein paar EMMA-Leserinnen antworten, schließlich stehen die Leserinnen des feministischen Magazins nicht unter Verdacht, besonders männerfreundlich oder gar „rechtspopulistisch“ daherzukommen:

JOLANDA: Die Relativierung der Gewalt von Migranten hat eine neue Dimension erreicht.

ODINA: Es wird offenbar mittlerweile mit zweierlei Maß gemessen, jeder deutsche Täter wäre hart bestraft worden, darüber besteht aus meiner Sicht kein Zweifel. Kommuniziert man dann seinen Unwillen über solche haarsträubende Urteile, muss man sich noch Fremdenfeindlichkeit unterstellen lassen, in diesem Land läuft etwas ganz gewaltig schief.

CARLA: Wenn der Täter ein Nein nicht versteht, sollte er wegen Dummheit bestraft, ausgewiesen oder in eine Nervenheilanstalt eingewiesen werden. Zumindest muss die Gesellschaft geschützt werden. Wir lassen ja auch keine wilden Tiere frei herumlaufen. Die verstehen uns Menschen auch nicht.

HAPPY: „Ohne Ansehen der Person“ wurde da garantiert nicht geurteilt, sondern der Frau ein „selbst Schuld“ zugewiesen (sie hat ja Drogen kaufen wollen!), während der Täter einen „Kulturbonus“ bekam. Ein blonder Deutscher dürfte wohl nicht darauf hoffen, dass die Richterin seine „Mentalität“ als Rechtfertigung ansieht, eine wehrlose Frau stundenlang brutal zu vergewaltigen. Die Richterin und der Staatsanwalt sollten sich wirklich schämen. Solche Leute gehören nicht in diese Ämter.

Eigentlich haben die EMMA-Emanzen alles gesagt. Den Menschen, die ein bisschen Pech beim Denken haben, sei gesagt: Wie wir das Urteil auch drehen und wenden, von welcher Seite wir es betrachten, es bleibt ein nicht hinnehmbarer Skandal. Was bedeutet es denn bei Licht betrachtet? Entweder: „Der Türke“ ist nun mal von Haus aus ein Vergewaltiger. Kommt damit klar, ihr deutschen Frauen! Oder aber:  „Der Türke“ ist so dumm, dass er, selbst wenn er der deutschen Sprache mächtig ist, von der Bedeutung des Wortes Nein noch nie gehört hat.

Das nämlich ist das Signal, das dieses Urteil aussendet. Dabei liegt die Türkei nicht am Ende der Welt, dort wird (noch) nicht wie im 8. Jahrhundert gelebt — jeder Türke weiß, dass eine Vergewaltigung eine Straftat ist, ob nun in Anatolien oder in Brandenburg begangen. Wie kommt die Richterin also dazu, die Türken dümmer zu machen als sie sind? Im übrigen: Wenn das Schule macht, muss in Zukunft nicht mehr ermittelt werden. Wir fragen einfach den Angeklagten, ob er seine Tat als bestrafenswert ansieht.  („Nö. Es war mein gutes Recht, MEINE Frau mit Benzin zu übergießen und anzuzünden!“)

Unabhängig von allem: Das Mädchen h a t sich gewehrt, hat geschrien, gekratzt, geschlagen, unmissverständlich NEIN gesagt. Was brauch es denn noch, um einen türkischen Drogenhändler in Deutschland wegen Vergewaltigung zu verurteilen? Augenscheinlich viel mehr. Der Staatsanwalt räumte „sogar“ ein, das Urteil sei für die „Geschädigte“ ein „schwerer Schlag“, doch eine Verurteilung sei ohne „erkennbaren“ Vorsatz nicht möglich. Also im Affekt, aus dem Moment heraus schon? Weil’s ihn einfach so überkam? Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wiederholte den juristischen Schwachsinn auch, erklärte gegenüber dem Netzmagazin VICE: “Die Geschädigte hat leider nicht deutlich genug NEIN gesagt.”

Das fasse, wer kann: Der Täter hatte Kratzspuren am Rücken, das Mädchen Blutergüsse an der Schulter, an den Innenseiten der Oberschenkel. Der Türke hat das Mädchen vier Stunden lang so brutal vergewaltigt, dass es noch lange unter schweren körperlichen und seelischen Schäden leiden wird.

Für Staatsanwalt und Richterin hat die junge Frau aber nicht genug NEIN gesagt. Hätte sie den Türken erstechen sollen? Erschießen sollen? Bei diesen “Juristen” säße sie jetzt wahrscheinlich im Knast. Lebenslänglich. Ihr NEIN wäre nicht angemessen gewesen. Wie laberte die Kölner Ober-Schwätzerin nach den Silverster-Vergewaltigungen: Immer eine Armlänge Abstand halten!

Foto:ChameleonsEye/ Shutterstock

 

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