DER BEWAFFNETE ARM SEEHOFERS

Max Erdinger Foto: JouWatch

Die WELT berichtet heute recht unaufgeregt von mehreren Razzien, die der bayerische Innenminister Herrmann bei einem Münchener Schützenverein durchführen ließ.

https://www.welt.de/vermischtes/article164087252/Grossrazzia-bei-Schiesssportgruppe-in-Muenchen.html

Zitat: „Bayerns Innenminister Herrmann begründet mehrere Razzien im Raum München: Eine Schützengruppe war in den Fokus der Polizei geraten, weil sie ein „bewaffneter Arm“ von Pegida sein könnte.“ – Zitatende.

Wohlgemerkt nicht „der Arm“ sondern „ein Arm“. Pegida könnte nämlich mehr bewaffnete Arme haben, als Medusa Schlangen am Kopf. Und der bayerische Innenminister könnte ein stinkender Stiefel der CSU sein, weshalb die Razzien beim Arm, der ein bewaffneter Arm sein könnte, nicht stattgefunden haben könnten, sondern stattgefunden haben. Das ist eine interessante Gegenüberstellung: „Könnte sein“ und „hat stattgefunden“. Wundern Sie sich nicht, wenn nächstens ein polizeiliches Rollkommando durch Ihr Wohnzimmer kugelt: Sie könnten nämlich alles mögliche sein, was einen solchen Einsatz nötig macht. Ein bewaffnetes Ohrläppchen von Marine Le Pen zum Beispiel.

Zitat: >“Bei einer Razzia haben fast 120 Polizisten Häuser und Wohnungen von Mitgliedern des Vereins „Bayerische Schießsportgruppe München“ durchsucht. „Wir haben Anhaltspunkte, dass sich der Zweck der Schießsportgruppe gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung richtet und nur vorgeblich im sportlichen Schießen besteht“, begründete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in einer Mitteilung die Maßnahme.“< – Zitatende.

Die nächste Razzia läuft dann im bayerischen Innenministerium. Wir haben nämlich Anhaltspunkte, daß sich der Zweck der bayerischen Landesregierung gegen die verfassungsmäßige Ordnung und die Verständigung mit dem Volk richtet und nur vorgeblich im demokratischen Volksvertreten besteht.

Zitat: „Bei der Schießsportgruppe könnte es sich laut Herrmann um einen „bewaffneten Arm“ von Pegida München handeln, es bestünden enge personelle Überschneidungen. Die Personen hätten bei Kundgebungen von „schweinischen Migranten“ gesprochen und Propaganda für rechtsextreme Parteien gemacht.“ – Zitatende.

Und das geht nun wirklich nicht in einem Bundesland, in dem Claudia Roth mit dem bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet wurde dafür, daß sie hinter einem Transparent mit dem Aufdruck „Deutschland, du mieses Stück Scheiße!“ herlief. Vielleicht wurde sie aber auch gar nicht dafür ausgezeichnet, sondern wegen der verfassungsmäßigen Ordnung hinter einem solchen Transparent. „Scheiße Deutschland“ ist nämlich verfassungsmäßig voll in Ordnung, „Schwein Migrant“ hingegen nicht. Die WELT kann uns leider nicht sagen, ob es sich bei der Propaganda des „bewaffneten Arms“ im Kopf des bayerischen Innenministers um Propaganda für verbotene Parteien handelte oder um Propaganda für legale Parteien. Propaganda für legale Parteien würde selbstredend jede Razzia rechtfertigen.

Da kommt mir ein Gedanke: Möglicherweise ist der bayerische Innenminister der Hasenfuß unter den verfassungsmäßigen Volksvertretern der Regierungskoalition. Als solcher hätte er wegen seines schlechten Gewissens angesichts der verfassungsmäßigen Verstöße gegen das demokratische Volksvertreten so viel Angst vor dem Bürger, daß ihm die Idee, es könnte jemand von Abhilfe träumen, den Schlaf des Selbstgerechten raubt. Die Razzien könnten also wegen des schlechten Gewissens des bayerischen Innenministers und seiner daraus resultierenden Angst vor Rache stattgefunden haben, was wiederum erfreulich wäre, weil es bedeuten würde, daß der bayerische Innenminister im Kern noch weiß, was Recht und Unrecht sind. Auch, wenn er offensichtlich nicht weiß, daß die Mitgliedschaft im Verein für sportliches Schießen gesetzlich nicht an parteipolitischen Präferenzen hängt. Das ist aber nur ein Detail. Ein bayerischer Innenminister kann schließlich nicht jede unbedeutende Kleinigkeit wissen.

Zitat: „Diese Leute könnten durch den legalen Besitz von Waffen in der Lage sein, mit Waffengewalt gegen Minderheiten und politische Repräsentanten des Staates vorzugehen“, betonte der Innenminister.“ – Zitatende.

Da hat er recht. Durch den illegalen Besitz solcher Waffen wäre das nämlich ausgeschlossen. Was braucht der Attentäter als allererstes? – Einen Waffenschein. Ohne Waffenschein kein legales Attentat.

Zitat: „Bei den Durchsuchungen von elf Objekten, schwerpunktmäßig im Raum München, wurden unter anderem zwei illegale Waffen beschlagnahmt. Ob die Beweislage für ein Verbot des Vereins ausreicht, wird geprüft.“ – Zitatende.

Das ist aufschlußreich. Man will den Verein verbieten, obwohl man noch nicht weiß, wie die Beweislage dazu aussieht. Weshalb will man ihn dann verbieten? Wegen der verfassungsmäßigen Ordnung etwa? Die verfassungsmäßige Ordnung gehorchte doch bisher immer der folgenden Reihenfolge: Erst die Beweise, dann der Verbotsgedanke. Es ist mir völlig schleierhaft, was das verfassungsmäßig Ordentliche daran sein soll, erst den Verbotswunsch zu haben und danach erst hoffnungsvoll nach Beweisen zu suchen, die den Wunsch rechtfertigen. Was sagt Pegida München dazu? Vermisst man dort einen „bewaffneten Arm“? Ist mit den unbewaffneten Beinen alles in Ordnung? Und warum erzählt uns die WELT nicht, was das „unter anderem“ konkret heißt? Was wurde denn außer zwei illegalen – und daher attentatsuntauglichen – Waffen noch beschlagnahmt? Legale, attentatstaugliche Waffen? Das wären doch die gefährlichen gewesen! Abgelaufene Munition? Flyer der Republikaner? Handsignierte Fankarten von Frauke Petry? Unverzolltes Erdbeerjoghurt im Kühlschrank des Vereinsheimes?

Es ist doch seltsam, daß eine Zeitung, die sonst keine Gelegenheit zu einer Wertung ausläßt, in dieser Meldung staubtrocken berichtet, was vorgefallen ist, ohne auch nur eine einzige kritische Frage dazu aufzuwerfen. Wie´s wohl kommt?

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