Auch für Flüchtlinge heißt es jetzt: Ab ins Beet!

Foto: ajlatan/ Shutterstock

Erst bekommt ein syrisches Ehepaar eine Kleingartenparzelle. Nun wünscht es sich noch bescheiden eine Samenspende, Blumensamen, versteht sich. Was der Klimawandel einfach nicht hinkriegt, schafft ein syrisches Pärchen auf deutscher Scholle – die Hängenden Gärten der Semiramis.

Von Petra Petronius

Es ist mal wieder eine dieser schönen Geschichten: Syrisches Ehepaar gärtnert und macht Deutschland endlich wieder schön. Und zwar in Langenhorn, im Hamburger Norden. Da, wo schon Helmut Schmidt sein Häuschen mit Garten hatte. Viele Bücher, Gäste wie Kissinger, Panzerscheiben. Gleich um die Ecke „Heimat Höpen“,der Kleingartenverein. Focus online berichtet bebend vor Stolz, dass der Verein dem syrischen Ehepaar ( Mann und Frau!) das vor sechs Monaten via Türkei nach Germoney kam, eine Parzelle mit Häuschen gegeben hat.

Nein, in diesem Häuschen wohnt das Flüchtlingspaar natürlich nicht. Es war zu vernachlässigt. Ausserdem haben die netten Syrer ja längst eine eigene Bleibe. Dazu  Krankenkasse, Krankenhaus, wenns sein muß, Onkel Doktor, Zahnarzt bis zum Zahngold – was halt so anfällt, wenn man schon länger hier lungert, Steuern und Sozialabgaben zahlt. Die Nachkommen der schönen Semiramis, die einst in Babylon, dem Paris des Orients vor weit über 2500 Jahren bis zu einem der 7 Weltwunder aufblühen ließ, zahlen die lästigen Zivilisationskrempel natürlich nicht.

Aber ganz ganz so hoch hinaus, wie Simiramis wollen die Syrischen Kleingärtner mit ihren deutschen Gartenzwergnachbarn natürlich nicht. Trotzdem, auch ihr ungepflegter, verstrunkter Garten soll schöner werden. Und Simsalabim hat das brave Pärchen ( mit tatkräftiger Unterstützung des Vereins)  wohl tatsächlich so eine Art neues Weltwunder gezaubert: „Dieses schöne Stück Erde, wurde wieder mit Leben erfüllt“, heisst es in der Erfolgsstory bei Focus Online über das Gärtchen vom Pärchen.

Juchhu, dieses Pärchen hat ja auch Zeit. Ihr früher so schreckliches Leben wird heute endlich vom deutschen Steuerzahler finanziert. Also von jenen, die von der Wiege bis zur Bahre arbeiten müssen. Und sich weder ein Gärtchen mit Häuschen (Wert 3000 Euro) so einfach leisten können, wenn doch, nicht so ohne weiteres bekommen. Wobei in der FOCUS-Story nicht konkret steht, ob das Pärchen Eigentümer oder nur Pächter auf Zeit ist.

Aber es kommt noch schöner. Denn es ist ja eine schöne Geschichte. Das Flüchtlingspärchen wünscht sich Blumensamen. Natürlich geschenkt. Mann und Frau bekommen zusammen ja nur 300 Euro im Monat auf die Hand. Gut, das gute, tägliche Halal-Essen gibt’s natürlich extra. Und den anderen teuren  Kleinkram natürlich auch – siehe oben.

Und nein,nein, nein, davon kann man keine Blumensamen kaufen. Höchstens in Syrien… Also bitte spenden Sie. Jedes Samenkörnchen hilft!

Quelle: Focus.de / 26. April 2016
Foto:  ajlatan/ Shutterstock

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