AfD lässt Petry links liegen – Die JouWatch-Presseschau zum Bundesparteitag

Als Bernd Lucke 2013 die AfD ins Leben rief, ließen die Panikattacken der deutschen Journalisten nicht lange auf sich warten. Nicht nur die drei kleinen Schweinchen Heribert, Jakob und Kai witterten einen Angriff auf die Demokratie und verorteten die AfD nach ganz rechts außen, die meisten der aufgescheuchten Kolumnisten im medialen Hühnerstall waren außer sich und versuchten den blauen Fuchs aus dem Haus zu treiben, bevor der überhaupt Fuß fassen konnte.

Als zwei Jahre später Frauke Petry das Ruder in die Hand nahm, verzweifelt versuchte, die AfD erneut auf Linkskurs zu steuern und sich dabei aus Eitelkeit gleich mehrmals im Netz der linken Medien verfing, nützte das wieder auch nichts. Die AfD blieb das, was die Linken von jedem behaupten, der es wagt gegen den Strom zu schwimmen: Rechts, rechtsnational, rechtskonservativ, rechtsradikal.

Für die fett gefressenen Journalisten, die sich durch die AfD in ihrer Ruhe gestört fühlten, war und ist diese Partei, die ausgezogen ist, den Systemparteien im Bundestag das Fürchten zu lehren, für alle Zeiten ein Störenfried, den man über den rechten Rand schubsen möchte – so als ob die Erde eine Scheibe wäre und die AfD nicht irgendwann, wenn sie einmal die Kugel umrundet hat, als Sahra Wagenknecht am linken Rand wieder auftauchen würde.

Nun, nach dem dritten ideologischen Reinigungsprozess auf dem Bundesparteitag in Köln, bei der die AfD das Merkelsche Machtspielchen „Teile und herrsche“ mal wieder perfekt umgesetzt hat, wird die Partei nach dem Motto „aller dummen Dinge sind drei“ von den aus dem Kanzleramt ferngesteuerten Schreibmaschinen noch einmal ein Stück nach rechts geschubst. Ja, man hatte im Vorfeld sogar versucht, mit Hetzartikeln 50.000 Monster, Mumien und Mutationen auf die Straße zu treiben, um diesen Parteitag zu verhindern.

Hat nicht geklappt, deshalb wird jetzt nachgetreten.

Es ist in Deutschland dabei leider traurige mediale Realität, dass, auch wenn die AfD den ausgestopften Knuddelbär Knuth als Spitzenkandidat wählen und das Programm der Linken 1:1 übernehmen würde, die Hosenscheißer in den Redaktionstuben in der AfD weiterhin den rechten Feind sähen.

Es ist also egal, wie sich die AfD dreht und wendet, die meisten Journalisten werden niemals und schon gar nicht im Wahlkampf, zu Verbündeten werden, auch wenn Petry sich das erhofft hatte. Die schwangere Parteivorsitzende hat leider nicht bemerkt, dass sie für die Journalisten nur ein Spielball war und bleibt.

Das belegt erneut unsere Presseschau. Um zu zeigen, in welch katastrophalen Zustand sich die Medien in Deutschland befinden, beginnen wir mit einem Beitrag in der Huffington Post:

„Ich sehe nur noch vereinzelt Deutsche“: AfD-Chef Meuthen empört mit Rede auf Parteitag. Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Martin Schulz scharf attackiert und ihnen eine Politik zum „Schaden des deutschen Volkes“ vorgeworfen.

In einer umjubelten Rede griff Meuthen beim Bundesparteitag in Köln vor allem die Zuwanderungspolitik an. Wenn er in seiner Stadt unterwegs sei, erschrecke er mitunter: „Ich sage das wirklich ohne jede Übertreibung: Ich sehe noch vereinzelt Deutsche.“

Ein „ungeheures Maß an wie auch immer in unser Land gekommenen Migranten“ verwandle Deutschland, das „kaum mehr etwas mit dem Land zu tun hat, in dem ich groß geworden bin“.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wurde die Aussage Meuthens heftig kritisiert. Eine Journalistin des Tagesspiegels schrieb: „Meuthen behauptet: Er sehe in Karlsruhe ’nur noch vereinzelt Deutsche‘. Ich als gebürtige Karlsruherin sage: SCHWACHSINN!“…

http://www.huffingtonpost.de/2017/04/22/meuthen-afd-parteitag_n_16169628.html

Miriam Hollstein heißt die Pappnase, die das getwittert hat und sie ist ein Prachtexemplar des heutigen verlogenen Journalismus. Denn auch Frau Hollstein sitzt wie viele ihrer Kollegen in einem Glashaus, fernab der Realität, mit Hausausweisen und Pförtnern von der Wirklichkeit perfekt abgeschottet, von ausländerfeindlichen Chefs gebrieft, die dafür sorgen, dass sich der Migranten- und Flüchtlingsanteil in den Redaktionsstuben nicht allzu sehr erhöht.

Und weiter geht’s mit der „Bild“:

DER SCHATTENMANN DER AFD: War schon Höckes Vater rechtsradikal?

http://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/war-schon-hoeckes-vater-rechtsradikal-51401696,view=conversionToLogin.bild.html

An.d.R.: So wie Sigmars Vater?

Hier weitere Kommentare aus der linken Schublade:

Spiegel

…Es ist eine skurrile Debatte, die sich die AfD liefert: Petry hat sich als Stimme der bürgerlichen Vernunft inszeniert, dabei flirtete sie in der Vergangenheit auch mit Rechtsaußen als sie den Begriff des „Völkischen“ zu rehabilitieren versuchte. Was der „realpolitische Kurs“ einer rechtspopulistischen Partei konkret sein soll, wird während des Parteitags nicht klar. Im Kern unterscheidet sich Petrys Ansatz, ab 2021 im Bund Verantwortung anzustreben, nicht so sehr von dem, was andere in der AfD auch wollen. Ihr Widersacher Meuthen nennt es etwa das „kluge, notwendige Zuwarten“, bis die AfD „mehrheitsfähig“ geworden sei. Weil aber niemand in absehbarer Zeit vorhat, mit der AfD zu koalieren, schnurrt der Streit zwischen Petry und ihren Gegnern zusammen zu einem reinen Kampf um die Macht…

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-was-von-frauke-petrys-macht-noch-uebrig-bleibt-a-1144403.html

Süddeutsche Zeitung

Was für eine brutale Niederlage für die Parteichefin: Die AfD sollte sich für eine Richtung entscheiden, mit dieser Forderung ging die Vorsitzende Frauke Petry in den Kölner Parteitag. Es sollte eine Entscheidung für eine bürgerliche Realpolitik sein. Ihren internen Gegnern warf sie einen Kurs der Fundamentalopposition vor. Petry warnte ihre Partei, man dürfe nicht weiter machen wie zuletzt. Die AfD müsse sich für einen anderen Stil entscheiden, um insbesondere bürgerliche Wähler für sich zu gewinnen.

Es war eine Kampfansage an jene, deren Tabubrüche selbst ihr zu viel sind, vor allem den Rechtsausleger Björn Höcke und seine Gefährten…

…So erledigte die AfD ihre Führungsfigur ganz beiläufig. Niemand kämpfte für sie, ihr Anliegen war den Leuten nicht wichtig genug. Sie war ihnen nicht wichtig genug. Und wenig später bekam ausgerechnet ihr Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen den größten Applaus, als er in einer kruden nationalistischen Rede Petrys durchgefallenen Antrag für unnötig erklärte…

http://www.sueddeutsche.de/politik/afd-parteitag-in-koeln-frauke-petry-die-parteichefin-die-keine-mehr-ist-1.3474218

Welt (Alan Posener, wer sonst)

Dieser Parteitag ist ein Meilenstein in der Entwicklung der AfD von einer bürgerlichen Protestpartei zur antibürgerlichen Kampftruppe.

In diesen Reden (von Meuthen und Renner, An.d.R.) zeigt sich, wo und wie das Herz der AfD wirklich schlägt. Alle Parteien hätten sich mit den Kirchen und Gewerkschaften, den Industrieverbänden und der internationalen Finanzwirtschaft zu einer „Beutegemeinschaft“ verbündet, die Deutschen seien „Systemsklaven“, wettert Renner. Meuthen setzt dem noch eins drauf. In seiner Heimatstadt sehe er „nur noch vereinzelt Deutsche“, klagt er.

Aber: „Dies ist unser Land! Das Land unserer Großeltern und Eltern! Wir müssen es zurückerobern!“ Die Aussage ist klar: Das Land gehört nicht denjenigen, deren Eltern und Großeltern woanders lebten. Für diese – sagen wir es vorsichtig – ethnisch begründete Definition der Staatsbürgerschaft erntet er Ovationen.

Das Wahlprogramm ist auf den ersten Blick im Verhältnis zu solchen Reden eher gemäßigt: Ein Fahrschein zurück in die 50er-Jahre, wo Männer Männer sind und Frauen Mütter, wo Schüler keinen Schweinkram lernen, wo Deutschland weiß ist und christlich, wo die Globalisierung gefälligst draußen vor der Tür zu bleiben hat. Diese Vision kann man anziehend oder abstoßend finden, sie müsste aber niemandem Angst machen…

https://www.welt.de/politik/deutschland/article163918819/Frauke-Petry-sitzt-wie-versteinert-da.html

Wie sehr Frau Petry mit der linken Presse kokettiert, um parteiinterne Konkurrenz zu diskreditieren und damit in die Falle der Linksträger läuft, zeigt der Bericht in der „Zeit“, der aus der einst gehassten Rechtspopulisten nun eine bürgerliche Heldin macht:

Damit war die Sache gelaufen. Und Petry blieb nur noch, sich in einer persönlichen Erklärung an die Presse zu wenden. Sie halte die Entscheidung gegen die Strategiedebatte „für einen Fehler“, denn so werde ignoriert, „dass Strategie und Programm einer Partei zusammengehören“. Nun müssten „Protagonisten diesen Wahlkampf anführen, die mit dieser Nichtentscheidung sehr viel besser leben können, als ich das tue“, sagte Petry. Eine klare Ansage, dass sie – wie angekündigt – nicht Spitzenkandidatin der Partei werden will und auch kein Mitglied in einem möglichen Spitzenteam. Zur Frage der strategischen Ausrichtung sagte Petry weiter, sie behalte sich vor, „die Entwicklung der Partei in diesem Zusammenhang sehr genau anzuschauen“. Petry hatte vor einigen Wochen in einem Interview gesagt, dass die Politik und die AfD für sie „nicht alternativlos“ seien. 

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/afd-parteitag-frauke-petry-niederlage-zukunftsantrag/komplettansicht

Foto: Collage

 

 

 

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