Internationale Studien: Religiöse Freiheit in Dänemark gefährdet

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Koran verboten?(Foto: Pixabay

Zur Zeit gibt es in unserem nördlichen Nachbarland starke Bestrebungen, insbesondere von der einwanderungskritischen Dänischen Volkspartei, das EUGH Urteil zur Einschränkung des Kopftuchs im öffentlichen Raum umzusetzen. Zuvor schon hatte Dänemark das betäubungslose Schächten von Tieren verboten und die Diskussion um Beschneidung bei Jungen, hat kontroverse Diskussionen ausgelöst.

Von Sarah Lund

Auf der anderen Seite gab es muslimische Anschläge im Lande, die in den Studien zwar aufgezählt, aber nicht zugeordnet werden. Der unbedarfte Leser wirft also alle diese Ergebnisse gedanklich in einen Topf und zieht die Schlussfolgerung: Dänemark ist fremdenfeindlich. Absicht? Warum werden die Täter nicht genannt? Das M- und das I-Wort werden in diesem Zusammenhang vermieden, wenn es jedoch um die Opferrolle der Moslems geht, dann wird es genannt.

Richtig dargestellt wird in den Studien die Problematik der Christenverfolgung in den Asylzentren. Aber auch hier werden die Täter nicht genannt. Es werden doch wohl nicht die blonden und blauäugigen Björns und Thorbens sein, die die Christen in den Asylzentren angreifen?

Christenverfolgung in Asylzentren, sozialer Druck gegen Beschneidungen, Einschüchterung religiöser Minderheiten und religiöse Terrorangriffe – das seien Gründe zur Besorgnis in dem kleinen Land in Skandinavien. Das sei eine Ohrfeige für Dänemark in Bezug auf die Religionsfreiheit, so die dänische Nachrichtenagentur Ritzau.

Anfang des Monats erschien die neueste Studie vom amerikanischen Pew Institut. Der Pew Report stellt fest, dass die Religionsfreiheit in Dänemark zwischen 2007 und 2015 signifikant abgenommen habe und das Land dadurch die schlechtesten Werte aller Länder in diesem Teil Europas habe.

Im Jahr 2015 habe es verschiedene religionsbasierte Terrorattentate gegeben, was eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren sei, so die leitende Wissenschaftlerin des Pew Reports.

Im August 2015 hatte ein Asylant ein Molotow Cocktail gegen eine Moschee in Kopenhagen geworfen und im Februar desselben Jahres hatte Omar Abdel Hamid al-Hussein ein Kulturzentrum angegriffen, das eine Diskussion um Redefreiheit hielt und er hatte eine Synagoge während einer Bar Mitzvah angegriffen und einen Wachmann getötet.

Auch Anti-Islam Demonstrationen von Organisationen wie Pegida und Stop Islamification of Denmark werden aufgeführt und sollen zu dem schlechten Ergebnis Dänemarks beigetragen haben.

Dänemark wird in diesem angesehenen Studie zum ersten Mal erwähnt, unter anderem auch deshalb, weil es 2014 ein Gesetz erlassen hatte, das die rituelle Schlachtung von Tieren ohne Betäubung verboten hat und weil das Land starken Druck wegen der Beschneidung von Jungen ausübt.

Andere Organisationen, wie die katholische NGO Aid to the Church zeigen sich besorgt wegen der Verfolgung von Christen in dänischen Asylzentren.

Eine UN Studie aus dem Jahr 2016 kritisiert die dänische Staatskirche sowie das Konzept des „Dänentums“ als exklusiv gegenüber religiösen Minderheiten, so der Artikel von Ritzau.

Brian Arly Jakobsen, Professor für Religion und Politik an der Universität von Kopenhagen sagte gegenüber der Zeitung Kristeligt Dagblad, dass die Kritik an der dänischen Kirche an ihrem ungewöhnlichen Status im Vergleich zu anderen Ländern zusammenhängen könne. Dieser hohe Status gebe der Kirche Privilegien, die andere Religionsgemeinschaften nicht hätten. Dies werde bei Pew und anderen Instituten als Beschränkung der Religionsfreiheit gewertet, sagte Jakobsen.

Quelle: The Local https://www.thelocal.dk/20170420/denmark-criticised-for-restricting-freedom-of-religion

Symbolfoto: Pixabay/CC0 Public Domain

 

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