Die Wiederauferstehung des Osmanischen Reiches

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Will Erdogan die Welt kontrollieren? (Foto: Collage)

In Gelsenkirchen zelebrierten zahlreiche Türken in einem Autokorso durch die Stadt den Ausgang des Referendums. Eingehüllt in Türkeifahnen skandierten sie Jubellieder auf Erdogan und die Türkei…

http://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/erdogan-anhaenger-feiern-in-gelsenkirchen-auf-der-strasse-id210272779.html

Die Türken sind ein stolzes Volk. Nicht nur im eigenen Land, auch besonders in den türkischen Außenbezirken, wie zum Beispiel in Deutschland, wird das deutlich. Ja, sie besitzen sogar so etwas wie einen Nationalstolz, der den Deutschen bekanntlich aberzogen wurde.

Von daher darf sich keiner wundern, dass die meisten von ihnen – ebenfalls wieder in Deutschland – Erdogan zu ihrem neuen Führer gewählt haben. Dieser Islamfaschist präsentiert eben wie kein anderer diesen Nationalstolz.

Seine „Soldaten“ werden nun noch selbstbewusster die Interessen der Türkei im Sinne der Islamisierung in Europa vertreten. Wer hier noch immer von „gelungener Integration“ spricht, hat wahrlich den Schuss noch nicht gehört. Und dieser Schuss ist so laut, dass es bald überall knallen wird.

Interessant ist dabei, dass sich viele Kommentatoren aus dem linken und rechten Lager in ihren Einschätzungen ähnlich sind. Geht doch…

Die JouWatch-Presseschau zur Wiederauferstehung des Osmanischen Reiches:

Wir beginnen mit einem wunderbaren Kommentar des großartigen Jürgen Todenhöfer, der in den 30er Jahren sicherlich ebenfalls für Furore gesorgt hätte:

DIE ENTSCHEIDUNG DES TÜRKISCHEN VOLKES RESPEKTIEREN!

Liebe Freunde, jedes Volk hat das Recht, seine eigene Staatsform zu wählen. Das „Selbstbestimmungsrecht‘ ist das fundamentalste Grundrecht aller Völker. Das türkische Volk hat von diesem Recht Gebrauch gemacht. Die Welt hat das zu akzeptieren.

Ob das neue türkische Präsidialsystem radikaler sein wird als das amerikanische, gegen das wir noch nie protestiert haben, wird sich zeigen. Mit der steigenden Macht, wird auch die Verantwortung des türkischen Präsidenten wachsen. Ich hoffe, dass er seine Macht maßvoller einsetzen wird als der aktuelle US-Präsident. Ich wünsche ihm Kraft, Gerechtigkeit, Güte und Pflichtgefühl. Und Größe gegenüber seinen Kritikern und Gegnern.

Ich bin froh, dass der Wahlkampf vorbei ist. Präsident Erdogan hat manches gesagt, was auch mich als Freund der Türkei getroffen hat. Aber führende Politiker der FDP, der Grünen und der Linken haben leider Dasselbe getan und Erdogan seit dem Militärputsch mit Nazi- und Hitler-Vergleichen überschüttet. Wir sollten einen dicken Strich unter die Wahlkampfzeit machen. Die Türkei ist seit über 100 Jahren unser Freund, unsere türkischstämmigen Mitbürger sind eine Bereicherung unseres Landes. Egal wie sie heute abgestimmt haben. Für mich sind beide Seiten Freunde. Ich wünsche der Türkei alles Gute! Euer JT

https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/?fref=ts

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ERDOGAN IGNORIERT MANIPULATIONSVORWÜRFE – UND ERKLÄRT SICH ZUM WAHLSIEGER

Jetzt will er die Todesstrafe

http://www.bild.de/politik/ausland/recep-tayyip-erdogan/tuerkei-stimmt-ab-referendum-um-erdogan-macht-51306458.bild.html

Jens Spahn (Tichyseinblick)

Hat tatsächlich jemand daran geglaubt, dass bei der Abstimmung über Erdogans Präsidialdiktatur etwas anderes als das „evet“ herauskommen würde? Die Chancen zwischen Erdoganfreunden und Erdogangegner waren zu keinem Zeitpunkt gleich. Der Mann, der sich im Auftrag seines Allahs wähnt, hatte seit Jahrzehnten genau auf dieses „evet“ hingearbeitet. Das Ergebnis war noch nicht amtlich, da bezeichnete sich Erdogan schon als Sieger und Ministerpräsident Yildirim hielt eine triumphierende Balkonrede. Was ist in einem solchen Land auch ein „amtliches“ Wahlergebnis? So etwas brauchen Sultane nicht wirklich…

…Erdogan hätte ein Idiot sein müssen, um die Abstimmung zu verlieren. Wer alle Instrumentarien von Repression und Manipulation in der Hand hat, verliert kein Referendum, das ihn zum Alleinherrscher macht.  Daran ändern auch Umfragen nichts, die bis kurz vor der Abstimmung ein wachsendes „Nein“-Lager sehen wollten…

…Die Doppelpassfarce sollte eher gestern als heute beendet werden. Wer zu Deutschland gehören möchte, soll sich dazu bekennen, indem er seinen türkischen Pass zurückgibt. Wer Erdoganunterstützer bleiben möchte – auch gut: aber in Deutschland dann ohne auch nur das geringste Recht auf politische Mitsprache.

Die als Imame getarnten subversiven Kräfte des Erdoganschen Islam haben in Deutschland nichts zu suchen. Sollen sie in der Türkei predigen, was sie wollen. Deutschland aber braucht keine fünfte Propagandakolonne eines türkischen Sultans…

https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/tuerkei-das-ergebnis-war-vorhersehbar/

Hamed Abdel-Samad (Facebook)

Nur 36% der Deutschtürken sind gegen das Ermächtigungsgesetz von Erdogan. Wenn man weiß dass 25% der hier lebenden Türken eigentlich Kurden/Aleviten sind, die so ein Gesetz aus existentiellen Gründen ablehnen und weitere christliche Assyrer und Aramäer, die auch gegen diese Verfassungsänderung sind, dann liegt die Zustimmungsquote für die Einführung der Diktatur bei den muslimischen nichtkurdischen Türken schon bei über 90%. Also sind die Türken in Deutschland gar nicht gespalten, was Erdogan angeht wie es in der Türkei der Fall ist, sondern stehen geschlossen hinter dem Islamismus, dem Chauvinismus und der Todesstrafe.

Kein Mensch kann mir danach erzählen, dass die Integration nicht gescheitert ist. Propaganda für das „Ja“ in Deutschland haben nicht etwa die benachteiligten oder arbeitslosen Türken gemacht, sondern jene Krawattenislamisten, die gute Berufe haben und perfekt Deutsch sprechen. Es waren jene grinsende Kopftuchmosleminnen, die uns verkaufen wollen, dass das Kopftuch ein Zeichen ihrer Emanzipation sei.

Also, diese trojanischen Pferde des Islamismus sind Feinde der Demokratie und der Emanzipation und sollten in Deutschland als solche behandelt werden! Sie können machen mit der Türkei was sie wollen, aber wir werden nicht zulassen, dass diese Geisteshaltung sich im Namen der Toleranz in Deutschland etabliert und sogar staatlich gefördert wird. Politiker, die dies dennoch weiterhin tun werden, gehören abgewählt!

Katharina Ildiko Szabo (Facebook)

63% der Türken in Deutschland haben „Ja“ gestimmt. Angefangen hat es mit der absichtlichen Schaffung von Parallelgesellschaften durch SPD und Grüne. Wer erinnert sich nicht an den erbitterten Widerstand der destruktiven Ideologen gegen das Erlernen der deutschen Sprache türkischer Migranten, welches als „Zwangsgermanisierung“ propagandistisch diskreditiert wurde. Fortgeführt wird das Desaster von der GroKo bis zum heutigen Tag. An Abschottung arbeitende Islamverbände und ihre Unterorganisationen wie die faschistischen Grauen Wölfe und die islamistischen Moslembrüder werde hofiert, Kritiker werden als „Rassisten“ diffamiert, Moslems die Opferhaltung ideologisch angetragen, Hasspredigermoscheen nicht geschlossen. Den Geist bekommt man nicht mehr in die Flasche.

Ronai Chaker

Erdogananhänger abschieben und diejenigen reinlassen, die jetzt ihretwegen verfolgt werden: Diesen Tausch halte ich für fair!

Jürgen Fritz

Die Türken haben entschieden. Sie haben sich für Erdogans „Präsidialsystem“ entschieden. Ich finde das übrigens gut, wie sie abgestimmt haben. Jetzt zeigen die Türken (99 % Moslems, 82 % Sunniten) endlich ihr wahres Gesicht und es wird für jeden sichtbar. Die Türken waren mehrheitlich lange schon Feinde der Aufklärung, Feinde der Freiheit, Feinde des kritischemanzipatorischen Denkens und latente oder manifeste Totalitaristen. Wer etwas Ahnung von der Materie hat, wusste das schon sehr lange. Viele Untersuchungen haben das seit vielen, vielen Jahren belegt. Und die zweite und dritte Generation der Türkenimmigranten ist noch schlimmer als die erste. Auch das zeigen etliche Studien und das ist auch leicht zu erklären.

Besonders bemerkenswert: Während insgesamt gut 51 % der Wahlberechtigten für Erdogans „Präsidialsystem“ gestimmt haben, waren es unter den „Deutsch-Türken“ über 63 %. Fast Zweidrittel. Man schätzt, dass es bei den sunnitischen „Deusch-Türken“ sogar über 90 % gewesen sein könnten. Diese Leute gehören nicht in unser Land. Es sind Feinde der Aufklärung, und eine Regierung, die nicht selbst verfassungsfeindlich agiert, würde überlegen, wie man diese Personen (Hunderttausende!), die der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vollkommen fremd, wenn nicht feindlich gegenüberstehen, aus dem Land bekommen kann. Sie würde auf keinen Fall die Tore öffnen, um weitere Trojanischen Pferde in die Stadtmauern hereinzuziehen! Sie würde auf keinen Fall gegen die eigene Verfassung und gegen das eigene Volk arbeiten.

https://www.facebook.com/profile.php?id=100012510370883&fref=ts

Gert Buurmann

In Deutschland haben 63.5 Prozent mit Ja und 36,5 Prozent mit Nein gestimmt!

63,5 Prozent wählten somit für Erdogans Machtergreifung. Und Hitler so: Respekt! Da soll noch mal einer sagen, die Türken in Deutschland seien nicht integriert.

Bei dem knappen Gesamtergebnis ist sogar klar: Die deutsche Stimme war wahlentscheidend. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland. Du warst wieder dabei, als ein Führer gewählt wurde und wieder klang es aus Dir: Ja!

Mensch Ihr Deutschtürken, wäret Ihr schon 1933 hier gewesen. Die Geschichte wäre anders verlaufen! Die Deutschen hätten Hitler einfach zum Führer in einem anderen Land gewählt.

Geradezu brillant, jedoch böse brillant. Und feige! Denn die Zeche zahlen nicht die Deutschen, mögen sie nun Türken sein oder nicht.

Es sei denn, Erdogan hat noch mehr vor.

https://tapferimnirgendwo.com/2017/04/16/das-deutsche-erdogan-ergebnis/

Tagesspiegel

Auch Erdogangegner in der Türkei befürchten Schlimmes. Zum Beispiel Ali Bayramoglu, einer der bekanntesten Journalisten der Türkei und über lange Jahre ein Anhänger des Präsidenten. Kürzlich hatte Bayramoglu verkündet, beim Verfassungsreferendum mit Nein zu stimmen. Die Quittung erhielt er bei der Stimmabgabe in Istanbul: Er wurde von Erdogananhängern verprügelt.

Was ihm widerfahren sei, könne als Symbol für die Lage des Landes insgesamt verstanden werden, sagte Bayramoglu später. Erdogan und seine Regierungspartei AKP herrschten mit eiserner Faust, Widerstand werde nicht geduldet. Bayramoglu und andere befürchten, dass jetzt der staatlicher Druck auf Andersdenkende zum Bestandteil der Staatsräson wird…

http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-dem-referendum-die-tuerkei-ist-im-inneren-zerrissen/19676334.html

Spiegel

…Kurzfristig dürfte ein Ja zu einer Aufwertung der seit Jahren leidenden türkischen Lira führen und einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen – die Ökonomie kennt keine Moral. Entließe Erdogan jetzt wenigstens politische Gegner und Kritiker aus den Gefängnissen, als Zeichen seiner Größe, gäbe es sogar einen Grund zu Optimismus.

Langfristig aber ist ungewiss, in welche Zukunft die Türkei steuert. Der knappe Ausgang des Referendums führt den tiefen Graben, der mitten durch die türkische Gesellschaft führt, überdeutlich vor Augen. Man kann ihr nur wünschen: Viel Glück auf den neuen Wegen…

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-referendum-abkehr-von-atatuerk-a-1143542.html

Welt

…Auf den zweiten Blick ist dieser Sieg eine Niederlage. Fast ein Jahr lang drängte Erdogan sein Volk zum Ja, drohte, warnte, mahnte, entließ Hunderttausende Beamte, Lehrer, Richter, verhaftete mehr als hundert Journalisten, ließ fast alle kritischen Medien schließen oder zugrunde gehen, bis sie in regierungstreue Hände wanderten…

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article163748131/Dieser-Sieg-Erdogans-ist-eine-Niederlage.html

Frankfurter Rundschau

…Deshalb bleibt die Frage, wie gestärkt der Präsident aus dem Referendum hervorgeht. Es ist zu befürchten, dass er die Schrauben der Repression jetzt noch mehr anziehen wird und noch mehr Gewalt provoziert. Das aber ist Gift für die Wirtschaft, die Stabilität braucht, um die dringend benötigten Investitionen aus dem Ausland zu erhalten. Insofern erscheint der Ausgang des Referendums als Pyrrhussieg, bei dem alle verlieren: Erdogan, die Türkei und ihre Menschen.

http://www.fr.de/politik/meinung/kommentare/referendum-in-der-tuerkei-pyrrhus-sieg-fuer-erdogan-a-1261697

Zeit

Schon bisher gab es in der Türkei keine Institionen mehr, die stark genug wären, Erdoğan aufzuhalten. Justiz, Polizei und Behörden hat er gesäubert, kritische Medien geschlossen, Journalisten und Oppositionelle einsperren lassen. Das Regime hat systematisch jene Institutionen geschleift, die in demokratischen Staaten dafür da sind, Machtmissbrauch zu verhindern. Die Verfassungsänderung soll das nun formalisieren und Erdoğans Allmacht zementieren. Die Proteste der Opposition werden daran letztlich nichts mehr ändern können.

Ärgerlich ist, dass auch deutsche Politiker, die sich gern als Kämpfer für Erdoğans Opfer präsentieren, darauf hereinfallen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir und Sarah Wagenknecht von der Linkspartei übernahmen noch am Abend ohne Not Erdoğans Behauptung, das Referendum sei zu seinen Gunsten entschieden.

Der Präsident verspricht seit Jahren eine „neue Türkei“. Sie soll die fast hundertjährige türkische Republik mit der imperialen osmanischen Vergangenheit vereinen. Tatsächlich aber ist Erdoğan der Totengräber der türkischen Republik. Was Mustafa Kemal Atatürk einst begann, kommt jetzt zu einem Ende.

Der Anspruch, dass die Türken sich selbst regieren, wurde seit der Staatsgründung 1923 nie erfüllt, die Türkei war stets eine defizitäre Republik mit vielen Problemen. Aber der Anspruch wurde doch nie aufgegeben. An diesem Sonntag aber, ist viel zu früh, aber leider nicht unerwartet, die türkische Republik nach langem Todeskampf verstorben.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/verfassungsreferendum-tuerkei-recep-tayyip-erdogan-akp-chp/komplettansicht

Foto: Collage

 

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