Der blaue Bock – Die JouWatch-Serie zur Bundestagswahl

In der AfD geht es ja zur Zeit hoch her. Nicht so sehr wegen des Wahlkampfes, der spielt leider eher eine untergeordnete Rolle.

JouWatch aber leitet den AfD-Wahlkampf jetzt ein und präsentiert eine neue Serie, die es auch als E-Book auf Amazon zu kaufen gibt.

Der Titel der Serie lautet „Der blaue Bock“ und ist eine satirische Fabel.

Viel Spaß beim lesen!

Kapitel 1

Es war einmal ein schwarzes Schaf. Das hatte man aus seiner Herde verstoßen, weil es sein Maul nicht halten wollte und zu allem und jedem einen blökenden Kommentar abgeben musste.

Nun graste es übel gelaunt auf der politischen Einöde umher und knabberte an trockenen, braunen Grashalmen herum, die in ihrem früheren Leben sicherlich einmal saftig und grün gewesen waren, inzwischen aber nach fauligem Sumpfgras schmeckten.

Die meiste Zeit blies das schwarze Schaf Trübsal, aber das passte ausgezeichnet zum Wetter. Finsternis hatte sich über das Land gelegt, die Sonne war hinter einer dichten, dunkelgrauen Wolkenschicht verschwunden, kein Wind bewegte die Bäume. Den Vögeln hatte man die Flügel gestutzt, damit sie sich gar nicht erst in die Lüfte erheben und so nicht vom Himmel fallen konnten.

Grabesstille, überall.

Als das schwarze Schaf mal wieder depressiv mit einem Grashalm zwischen seinen Zähnen herumstocherte, kam ein Floh aus dem Nichts daher gehopst und krabbelte in sein Ohr. Nachdem er dort genüsslich sein Mittagsmahl zu sich genommen hatte, flüsterte er seinem neuen Wirt etwas ins Ohr.

Und das muss wirklich ungeheuerlich gewesen sein, denn kurze Zeit später trat Glanz in die Augen des schwarzen Schafes, es sprang in die Luft und galoppierte munter blökend durch die Walachei.

Nur wenig später klopfte es, immer noch fröhlich gestimmt, an die Tür der Eintagsfliege und bat um Einlass.

„Ich gehe in die Politik und brauche einen guten Berater“, erklärte das schwarze Schaf. „Bist du dabei? Es lohnt sich. Die nächste Wahl steht vor den Türen Balzheims und das Stimmvieh ist nervös und genervt, verlangt nach einem neuen Bürgermeister.“

„Wer hat dir denn das geflüstert?“, wollte die Eintagsfliege wissen.

„Der Floh in meinem Ohr“, antwortete das schwarze Schaf. „In Balzheim laufen seit einiger Zeit so merkwürdige, aggressive Knallfrösche herum, die überall Angst und Schrecken verbreiten und dem Stimmvieh das Futter streitig machen. Doch den diensthabenden Bürgermeister scheint das überhaupt nicht zu interessieren. Entsprechend mies ist die Stimmung und das muss man einfach ausnutzen.“

„OK, ich bin dabei“, sagte die Eintagsfliege. „Aber wir brauchen jemanden, der uns beschützt. Politik ist nämlich eine heikle Angelegenheit. Außerdem musst du dir etwas überziehen. Die Außenseiterrolle steht dir nicht so gut und als schwarzes Schaf hast du beim Stimmvieh schlechte Karten. Ich weiß aber, wo wir fündig werden.“

Sie wanderten los in Richtung Süden und kamen an einem Friedhof vorbei. Dort war aber nur der Hund begraben. Beim blinden Huhn auf einem Bauernhof gab es dafür zur Stärkung noch einen doppelten Korn, bis sie dann, am frühen Nachmittag eine Höhle erreichten.

„Da drinnen ist gerade Flohmarkt“, freute sich der Floh im Ohr. „Vielleicht findest du ja das passende Kostüm für deine Kandidatur.“

„Aber wähle das richtige“, empfahl die Eintagsfliege. „Tarnung ist alles, ganz besonders in der Politik!“

Das schwarze Schaf kroch vorsichtig in die Höhle und flog gleich im hohen Bogen wieder heraus. Bevor es sich berappeln konnte, tauchte ein recht kräftiger Hase auf und rieb sich die Pfoten.

„Hier kommt keiner rein, ohne sich vorher höflich vorzustellen“, knurrte er das verblüffte Schaf an.

„Das ist der Angsthase“, wusste die Eintagsfliege und begrüßte den Klopfer freundlich. „Ein gutes Pseudonym für einen Karatekämpfer, oder? Das benutzt er auch in den sozialen Netzen.“

Auch der Floh im Ohr kannte den Kickboxer und winkte ihm zu.

„Gut, dass du so schön auf dem Flohmarkt aufgepasst hast“, lobte er den Angsthasen. „Aber das schwarze Schaf hier kannst du ruhig vorbeilassen. Das ist auf Wahlkampfmission und benötigt dazu die passenden Klamotten. Außerdem suchen wir noch einen Bodyguard. So ein Spektakel wird ja mittlerweile mit Händen, Stinkefingern und Füßen ausgetragen.“

„Und was springt für mich dabei heraus?“, fragte der Angsthase.

„Du wirst Ruhm und Ehre ernten und dir sicherlich noch ein paar frische Salatblätter zusätzlich in die Tasche packen können“, versprach das schwarze Schaf und zeigte seine leeren Hufe.

„Du scheinst mir wahrlich das Zeug zu einem Bürgermeister zu haben“, lachte der Angsthase und begleitete das schwarze Schaf zurück in die Höhle.

Als es nur wenige Augenblicke später wieder ans trübe Tageslicht zurückkehrte, hatte es einen ausgewachsenen, grauen Wolf am Arm.

„Das ist mein Outfit für den Wahlkampf“, blökte es aus dem Fell heraus. „Aber habt keine Angst, ich kann auch als Wolf keiner Fliege etwas zuleide tun.“

Das beruhigte die Eintagsfliege, die vor Schreck einen Salto rückwärts gemacht hatte.

„Der Stoff ist ein wenig verfilzt, aber das kann ja nur von Vorteil sein, wenn man die politische Bühne betritt“, meinte das schwarze Schaf und heulte schon mal versuchshalber einen imaginären Mond an, denn die Sonne ließ sich ja nicht blicken.

„Nun ist ja alles perfekt“, jubelte und freute sich der Angsthase und holte hinter seinem Rücken eine Flasche Rotkäppchensekt hervor.

„Zur Feier des Tages und aus gegebenem Anlass besaufen wir uns jetzt!“, rief er in die Runde und alle waren damit einverstanden.

„Ab sofort heiße ich Wolfgang Schaf“, verkündete das Schaf im Wolfspelz, nachdem die Flasche geleert war. Der Angsthase, die Eintagsfliege und der Floh im Ohr beglückwünschten ihren Anführer für diese kluge Entscheidung und so machten sich die vier gemeinsam auf den Weg nach Balzheim.

Nach einer Weile gelangten sie an eine Weggabelung. Der eine Pfad bog leicht nach rechts ab, der andere ging scharf nach links weg. Die Hinweisschilder aber wiesen auf beiden Pfaden auf das gleiche Ziel hin.

„Wir nehmen den rechten Weg“, schlug die Eintagsfliege vor. „Der linke ist zu ausgetreten, den benutzen die meisten. Er ist zwar kürzer, führt meistens bergab und man kommt schneller ans Ziel. Dafür aber watet man die meiste Zeit durch Sumpf und Morast. Das kann nicht unser Weg sein.“

Wolfgang Schaf nickte und ergänzte: „Unser Weg ist der rechte Pfad der Tugend. Er ist zwar beschwerlich und gefährlich, weil er die meiste Zeit am Rande des Abgrunds entlangführt, aber es ist der rechte Weg, den wir einschlagen müssen, um das Böse links liegen lassen zu können.“

Nachdem sie sich für den rechten Weg entschieden hatten, wurden die fantastischen Vier alsbald von einem dunklen Wald verschluckt, der sie erst Stunden spät wieder freigab.

Vor ihnen breitete sich nun eine Hochwiese aus, von der sie einen wunderschönen Ausblick ins Tal hatten. Musik und der Lärm fröhlich feiernder Viecher aus Balzheim drang bis zu ihnen hinauf. Als sie nach einer kurzen Verschnaufpause den Abstieg wagten, platzen unten im Dorf gerade die ersten Seifenblasen.

„Ich glaube, der Wahlkampf hat bereits begonnen“, mutmaßte Wolfgang Schaf. „Wir sollten uns nun sputen und gemeinsam dieses aufregende Abenteuer bestehen.“

Morgen folgt das zweite Kapitel. Und hier können Sie das E-Book bestellen:

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