Wirbel um Giftgasangriff in Syrien: Warum Lüders‘ Verdacht richtig ist

Symbolfoto: Orlok/ Shutterstock
(Symbolfoto: Orlok/ Shutterstock)

Riesenwirrwarr um den Nahostexperten Michael Lüders. Am 4. April diesen Jahres hatte es in der syrischen Provinz Idlib einen Giftgasangriff auf die Bevölkerung gegeben. 86 Menschen starben. Seitdem tobt ein Streit, wer für dieses Massaker verantwortlich ist. Amerikaner und Briten beschuldigen Syriens Machthaber Bashar al-Assad. Russland und Syrien streiten das ab.

Von Bernd Nohse

So kam es zu dem Wirbel um Lüders: Der ehemalige ZEIT-Nahostkorrespondent behauptete in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ (ZDF am 5. April), dass nicht das Assad-Regime am Giftgasangriff schuld sei. Vielmehr solle es sich, wie schon 2013 bei einer noch verheerender Attacke mit 1.500 Toten, um eine Aktion „unter falsche Flagge“ gehandelt haben.

Damals soll es, so Lüders, eine Zusammenarbeit zwischen den syrischen Nusra-Rebellen (islamistischer Al-Kaida-Ableger) und dem türkischen Geheimdienst MIT gegeben haben. Die Schlapphüte sollen die Assad-Gegner mit dem tödlichen Saringas oder dessen Grundstoffen bewaffnet haben. Als Zeugen dafür bietet Lüders u. a. Can Dündar, ehemals Chefredakteur der liberalen türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, auf. Doch Dündar widerspricht. Zwar habe er 2013 über türkische Waffenlieferungen an die Aufständischen berichtet, niemals aber über Giftgas. Inzwischen soll sich Lüders sogar bei ihm dafür entschuldigt haben.

Dennoch muss Lüders mit seiner Vermutung einer False-Flag-Operation gegen Assad nicht verkehrt liegen. Denn schon im Oktober 2015 hatten zwei türkische Abgeordnete der sozialdemokratischen Oppositionspartei CHP, Eren Erdem und Ali Seker, einen schlimmen Verdacht geäußert. Sie hätten Beweise dafür, dass der türkische Geheimdienst MIT und das staatliche Rüstungsunternehmen MKE in die Beschaffung der Substanzen für das Giftgas an die Rebellen verstrickt seien. Das Ziel Erdogans sei das gleiche gewesen wie schon bei den Waffenlieferungen an die Aufständischen (über die auch Dündar berichtet hatte): Der Sturz Assads…

Foto: Orlok/ Shutterstock

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