Volksverblödung durch Fake-Sprache

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„Einwanderungsland“ statt „Aufnahmeterritorium für vagabundierende, unqualifizierte Migranten“ sowie „Aufnahmeland für weitgehend unberechtigte Asylantragsteller“ – „Goldwerte“ statt „unbezahlbare Sozialausgaben“ – „Menschengeschenke“ statt „unkalkulierbare und hochgefährliche Problemfälle“

Von Klaus Barnstedt

Die Realität zwingt uns täglich, sich die sprachlichen Beruhigungsspritzen des medial-politischen Komplexes immer wieder auf der Zunge zergehen zu lassen. Ein Satz der Kanzlerin hat es ganz besonders in sich: „Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt.“ Diese inhaltlich verfehlte und sprachlich entgleiste Merkel-Äußerung belegt einen Spitzenplatz in der Verdummungsstrategie der Herrschenden und Einflussreichen zum Thema „Migration“.

Was sich wohl ein unbestreitbar Einheimischer denkt, dem sich dieser Ausspruch in die Gehirnwindungen gefressen hat, etwa, wenn er auf der Straße dem einen oder anderen Afrikaflüchtigen begegnet? Ob er sich wohl sagt: Aha, da ist wieder jemand, der wie ich Volk ist, weil er hier lebt, wie man ja sieht?

Wie soll „jeder“, der es bis „in diese(s) Land“ geschafft hat und hier „lebt“, so mir nichts dir nichts zum „Volk“ dazugehören? Ganz egal, woher er kommt, wer er ist, was er kann und was er hier sucht? Wie sieht es wohl mit der späteren Lebensleistung der (nord-)afrikanischen, nahöstlichen oder der sonstigen unkontrolliert einverleibten Volkszugehörigen aus, wenn sie sich im fortgeschrittenen Lebensalter befinden werden? Mit ihrer anders gelagerten kulturfremden Sozialisation und ihrem unterentwickelten (Aus-)Bildungsniveau dürften die allermeisten von ihnen beste Chancen haben, eines Tages verächtlich als alte schwarze Männer bezeichnet zu werden. – So tituliert natürlich nur von einer bestimmten Klientel oder deren geistigen Nachfahren, denen sogar erfolgreiche und verdiente alte weiße Männer nicht ins Konzept passen.

 Gezielte Sprachverschluderung

Zurück zu Merkels oben zitierter Aussage selbst. Einen vielschichtigen Begriff (Volk) mit einer völlig inhomogenen Menschenmenge (jeder, der hier lebt) mathematisch (ist) gleichzusetzen, welch Armutszeugnis schon rein sprachlich, weil es grammatisch falsch und sprachlogisch unsinnig ist!

Wir sollten nicht vergessen: Neben herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Kunst und Wissenschaft galt seit jeher eine anspruchsvolle Verwendung von Sprache als Inbegriff einer hochstehenden Kultur.

Vor diesem Hintergrund betrachtet, befindet sich Deutschlands angebliche Elite inzwischen auf einem Sink-, um nicht zu sagen Sturzflug.

Keineswegs zufälligerweise ist es in dieser Zeit gerade die Kanzlerin selbst, die sich zur Vorreiterin einer heillosen Sprachverschluderung macht. Man denke allein an ihre Formulierung über diejenigen, „die schon länger hier leben“. Dies geschieht mitnichten aus Nachlässigkeit, Denk- oder Maulfaulheit. Die Sache hat Methode.

 Störende nationale Begriffe

 Mit Hilfe von Verdummungsrhetorik wird eine Vermeidungsstrategie gefahren. Bestimmte nationale Begriffe wie „Volk“ oder „Deutschland“ sollen möglichst gar nicht verwendet werden, sollen am besten ganz und gar aus dem politischen Wortschatz (ähnlich wie das am Bundestagswahlabend 2013 von Merkel auf der Bühne entsorgte Deutschlandfähnchen) verschwinden und kein Gegenstand reflektierenden Denkens mehr sein.

Irgendwie muss es die Kanzlerin plagen, dass sie in ihrem Amtseid geschworen hat, sich für das Wohl „des deutschen Volkes“ einzusetzen.

Dieser Schwur wird für sie bei der nicht zu bewältigenden Migrantenkrise und bei dem, was „wir“ eben alles nicht „schaffen“, zu einer immer größeren Bürde.

Damit ihr niemand vorwerfen kann, ihr ruinöses Handeln hätte – entgegen der geleisteten eidlichen Beteuerung – zum Schaden Deutschlands gereicht, muss sie unbedingt ein gänzlich anderes Verständnis von „Volk“ proklamieren. Was ist ihre Umdeutung anderes als der plumpe Versuch, die eigenen Handlungsdefizite so effektvoll wie möglich zu kaschieren? Die Maßnahme passt bestens zu dem bisherigen manipulativen Dauerbeschuss mit ihrer Offenheitspropaganda.

Und natürlich kann sich die Kanzlerin darauf verlassen, dass sie ihre eigenmächtige, diffuse Simpeldefinition von Volkszugehörigkeit (jeder, der hier lebt) mit Billigung sämtlicher Bundestagsparteien verbreiten darf.

Selbst einem juristischen Laien ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass es nicht einmal eines Staatsrechtlers bedarf, diese hanebüchene Aussage inhaltlich zu zerpflücken. Eine auf Deutschland bezogene Definition von „Volk“ greift auf Begriffe wie „deutsche Staats- und Volksangehörige“ zurück und ist an Kriterien wie dieselbe Geschichte, Sprache und Kultur gebunden.

Deutschlands Deutsch  

Doch Merkel zielt mit ihrem flachgeistigen und staatsrechtlich unhaltbaren Statement ausschließlich auf das Postfaktische ab. Sie zelebriert mit ihrer Aussage ein nebulöses Gutmenschentum, garniert mit einer hochtrabenden Globalisierungsattitüde.

Hallo, Frau Merkel! In Ihrer falschen sprachlogischen Diktion könnte es – diesmal inhaltlich richtig – über unser Land heißen:

*Deutschland ist jeder, der sagt und macht, was er will.*

Wie wäre es einmal mit einer rundum richtigen Aussage, zur Abwechslung mit „keiner“ statt „jeder“:

‚In Deutschland ist keiner unter den politisch Etablierten, der sich für vollständige Einhaltung von Recht und Gesetz einsetzt, schon gar nicht unter den Regierungsverantwortlichen.’

Soll sich noch einer beklagen, auf Facebook würde gegen Politiker gepöbelt! Was ist schlimmer: Wenn höchste Regierungsvertreter gegen Recht und Gesetz verstoßen und sich zusätzlich einer Verdummungsrhetorik bedienen oder wenn Durchschnittsbürgern der Kragen platzt, weil sie sich nicht ernst genommen fühlen und wissen, dass sie diejenigen sind, die auf dem angerichteten Schaden sitzen bleiben?

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