Marcus Pretzell doch kein Lügner?

Foto: Collage
So soll die AfD platt gemacht werden (Foto: Collage)

Vor zwei Tagen hatten wir die „Beschwerde“ von Michael Klonovsky von seinem Blog übernommen, in der sich der Autor über den AfD-Politiker Marcus Pretzell ausmeierte und ihn mit „Marcus Pretzell ein Lügner?“ betitelt. Der Fairness halber hier die Antwort von Marcus Pretzell, die er auf „Facebook“ veröffentlichte. Aber wir bleiben dabei, in der AfD sind leider zum Teil die Falschen am Ruder und dieser Fall zeigt auch, dass es einigen Betreibern dieser jungen Partei nur am Rande um Politik geht:

Wie das Duo Moosdorf/Klonovsky die AfD erpressen wollte

Frauke Petry bekommt Anfang 2016 einen Anruf von Matthias Moosdorf, der uns bis dato komplett unbekannt war. Die Nummer hatte er sich über einen ihm bekannten Klavierladen besorgt.
Herr Moosdorf möchte die AfD in Künstlerkreisen unterstützen, hat Interesse, über soziale Medien zu arbeiten und möchte kein Geld dafür! Er betont mehrfach, finanziell unabhängig zu sein.

Da er nicht weit entfernt wohnt, trifft man sich und redet, Moosdorf ist aktiv und hat gute Ideen und sächsische Vernetzung

Parallel ergab es sich, dass seine Frau (Pianistin) den beiden jüngeren Kindern von Frauke Klavierunterricht (gegen Bezahlung) gab, weil Frauke Schwierigkeiten hatte einen Klavierlehrer in Leipzig zu finden.

Michael Klonovsky kontaktierte Frauke etwa Ende 2015/Anfang 2016 erstmalig und bittet um ein Gespräch. Man trifft sich persönlich das erste Mal Anfang Februar in Baden-Württemberg.

Er möchte den Focus verlassen, komplett die Seiten wechseln und für die AfD arbeiten. Frauke weist schon damals darauf hin, dass die Partei oder die Fraktion keine hohen Gehälter zahlen kann und dass er mehr als nur Redenschreiber sein muss. Es geht also auch um Pressearbeit.

Er schildert, dass er beim Focus die letzten 10 Jahre de facto für das „nicht-Schreiben“ von Artikeln fürstlich bezahlt wurde (10 TEUR/ Monat) und will ähnliche Bezahlung. Frauke erklärt ihm, dass dies nur funktioniert, wenn er bei mehreren Arbeitgebern innerhalb der AfD bzw. Fraktionen angestellt ist (s.o.), also auch mit mehr Arbeit. Er hat damit grundsätzlich kein Problem.

Da die Funktion des Pressesprechers im Bund nicht denkbar ist und die Fraktion in Dresden auch Unterstützung braucht, gibt es die Idee ihn dort ab dem 1.6.2016 für Presse, PR-Beratung, Redenschreiben etc. anzustellen.

Es reift weiterhin die Idee, dass er neben dieser Tätigkeit für die AfD-Fraktion in Dresden auch für mich im EU-Parlament arbeiten könnte. Der Vertrag mit der Dresdner Landtagsfraktion wird sofort unterschrieben, der Vertrag für Brüssel soll ab dem 1.7.2016 gelten. Verhandlungen in Brüssel mit der Verwaltung ziehen sich hin, aufgrund fehlender Angaben in einer Vertragsanlage. Er hatte vergessen, seine Nebentätigkeit in der sächsischen Landtagsfraktion anzugeben. Letztlich lehnt die Brüsseler Parlamentsverwaltung die Übernahme der Kosten im Oktober 2016 ab. In der Zwischenzeit war Herr Klonovsky für mich in meiner Funktion als Europaparlamentarier nicht tätig, obwohl eine 60%-Stelle, welche mit über 4.000,- € dotiert war, ursprünglich angedacht und auch vertraglich vereinbart war. Ein Vertrag, der von beiden Seiten in vollem Bewusstsein nicht erfüllt wird, kann für keine Seite Ansprüche begründen. Michael Klonovsky liefert lediglich zwei Redemanuskripte, im September und Oktober 2016. Mindestens einer der Reden ist unter gar keinen Umständen mit meiner Tätigkeit als Europaparlamentarier in Verbindung zu bringen. Weder berät er mich wie ursprünglich gedacht bei Veröffentlichungen, noch schreibt er für mich Reden, welche ich im Parlament halte, noch begleitet er meine Pressearbeit. Über die Schwierigkeiten bei der Kostenübernahme durch das Parlament war Herr Klonovsky informiert, insofern, habe ich mich über seine fehlende Tätigkeit auch weder jemals gewundert noch beschwert; es schien mir vielmehr folgerichtig.
Stattdessen beklagt er sich, dass er sich jetzt Jobs bei der JF und als Fahrradkurier besorgt habe. In einem Gespräch Anfang November besprechen wir dies zu dritt, aber er erwähnt, dass er juristisch prüfen lassen wolle, ob ich ihn persönlich auszahlen müsse. Ein entsprechendes Schreiben von ihm oder einem Anwalt liegt mir bis heute nicht vor; ich halte das auch eher für moralisches Unterdrucksetzen, als die Formulierung eines veritablen juristischen Anspruches, zumal er völlig vage bleibt, ob er seine Ansprüche wirklich durchzusetzen gedenkt.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitet er weiter für die AfD-Fraktion in Dresden für 6.000,- €/Monat.

Sommer und Herbst 2016: Moosdorf ist rührig, geradezu hyperaktiv, bietet zusammen mit seiner Frau auch Hilfe im privaten Umfeld (Hochzeitsvorbereitungen etc.) an, hat viele Ideen, will aber nun auch angestellt werden und auch noch zur Bundestagswahl in Sachsen antreten. Er tritt zusammen mit seiner Frau in die AfD ein. Uwe Wurlitzer und Herr Dröse, der Leipziger Kreisvorsitzende warnen vor zuviel Exponiertheit wegen der möglichen beruflichen Folgen als Musiker, beide halten dies aber für übertrieben und stürzen sich in das Abenteuer AfD.
Frauke rät zusammen mit Uwe Wurlitzer von einer Kandidatur ab. Wenn er als Berater für Kulturfragen in der Fraktion arbeiten will, ist eine Kandidatur ohnehin wenig aussichtsreich. Er muss sich entscheiden und das kurzfristige Geld als Berater ist ihm schließlich wichtiger.

Klonovsky beschwert sich derweil, dass ich schuld an einer Ehekriese im Hause Klonovsky sei. Seine Frau sei ausgezogen. Er besänftigt sie wohl mit einem neuen Flügel und sie kehrt zu ihm zurück.

Als Ende 2016/Anfang 2017 in NRW der Wahlkampf in Sichtweite gerät, biete ich an, dass dort Unterstützung durch Broschürenerstellung, Veröffentlichung von Texten während des Wahlkampfes, Reden etc. denkbar wäre. Interesse seitens Klonovsky besteht. Inzwischen haben sich Klonovsky und Moosdorf zusammengetan und eine GbR gegründet.

Moosdorf macht Ende des Jahres (November/ Dezember 2016) Kontakt zu einem Dresdner Bekannten aus der Kulturszene, der wiederum gute Kontakte nach Russland hat. Später ergibt sich daraus eine Reise nach Russland. Parallel versucht er uns zu einem Besuch auf dem Semperopernball zu überreden. Er möchte mit seiner Frau selbstredend auch teilnehmen. Rundherum organisieren er und seine Frau für uns Tanzkurs, Kleider, etc.. Wir lehnen so viel Fürsorge schließlich ab und verweigern die angebotene Hilfe und auch die Einladung auf den Ball. Moosdorf und Frau nehmen schließlich alleine an dem Ball teil.

Moosdorfs Frau erwartet Zwillinge. Er hat Angst um seinen komfortablen Lebensstil, seine Frau verliert Engagements auch wegen der AfD, denn sie hat aktiv die Verbindungen zur AfD in die Öffentlichkeit gebracht trotz unserer Warnungen. Ihr Job wird schließlich nicht verlängert, als Schwangere steht sie vor einem veritablen Problem.

Da ich ohnehin noch eine neue lokale Assistentin für Büro, PR etc. suche, stelle ich sie ein – ab Januar 2017.

Moosdorf wird in Dresden Berater, befristet ab Januar 2017 bis März 2017; macht gute Arbeit im Kulturbereich, mischt sich aber wiederum gern ungefragt in andere Bereich ein.

Im Februar erhalte ich schließlich zwei Themenbroschüren für den NRW-Wahlkampf. Ich hatte diese Themen in einem Gespräch mit Moosdorf angedacht. Moosdorf und Klonovsky, stellen dafür als GbR die stolze Rechnung von 5.000,- € zuzüglich Umsatzsteuer. Es gibt darüber diverse Diskussionen, weil dieser Betrag nie vereinbart, die GbR nie beauftragt, sondern lediglich mit Moosdorf besprochen war, dass ich mir vorstellen könnte, Michael Klonovsky mit solchen Broschüren zu beauftragen. Derweil arbeiten die beiden weiter an den nächsten Broschüren, übersenden wiederum zwei und stellen erneut 5.000,- € zuzüglich Umsatzsteuer in Rechnung. Die Debatten über diese Rechnungen werden schärfer, wir verwenden diese Broschüren zunächst gar nicht. Nachdem insgesamt Forderungen über 3x 5.000,- € zuzüglich Umsatzsteuer in der Landesgeschäftsstelle aufgeschlagen sind, erfolgt ein Anruf bei Andreas Keith, dem Geschäftsstellenleiter. Diesem droht Matthias Moosdorf ganz unverhohlen, indem er erklärt, dass Herr Klonovsky angeblich noch 40.000,- € von mir privat zu bekommen habe. Wenn also die Rechnungen nicht beglichen würden, wäre es sicher zum Schaden der Partei, wenn dies medial ausgeschlachtet würde. Er rate daher, sich auf diesem Wege zu einigen. Als Andreas Keith mir davon berichtet, lehne ich dies ab. Ich werde keine Parteimittel verwenden, um mich aus angeblichen und völlig absurden privaten Ansprüchen des klammen Herrn Klonovsky „freizukaufen“. Parallel schlägt in der Bundesgeschäftsstelle eine Rechnung der GbR von Moosdorf und Klonovsky auf, in denen die beiden Herren 20.000,- € zuzüglich Umsatzsteuer fordern – für die Vermittlung eines Kontaktes zu einem Dresdner Bekannten, welcher später einen Russland-Kontakt herstellte. Frauke dringt in der Bundesgeschäftsstelle darauf, dass diese Rechnung ohne Substanz unbezahlt bleibt. Es folgen weitere Drohungen gegenüber Frauke und mir, in denen damit gedroht wird, dass die Presse eingeschaltet würde, sofern wir nicht für die Zahlung dieser Rechnungen durch die Partei sorgen würden. In NRW erzielt Andreas Keith schließlich eine Einigung mit den beiden Herren, sodass für die gelieferten 6 Broschüren, nicht wie zunächst verlangt 17.850,- €, sondern lediglich angemessene 6.000,- € gezahlt werden.

Es folgen weitere Forderungen der GbR für allerlei weitere Dienstleistungen, die allerdings alle denselben Haken aufweisen. Sie sind nicht beauftragt.

Schließlich erhalte ich eine Anfrage von Herrn Wendt/Focus. Herr Wendt ist Klonovskys Spezi aus gemeinsamen Focus-Zeiten. Herr Wendt möchte nun allerlei zu mir, meinen Finanzen, meinen Arbeitsverhältnissen und zu einer gewissen Russland-Reise wissen. Weitere Medien folgen, die angedrohte Schmutzkampagne in den Medien beginnt und es wundert nicht, dass Frau Amann vom Spiegel an vorderster Front mitwirkt. Schließlich belegt Michael Klonovsky auf seiner Webseite mit zwei SMS-Kontakten sowie einer Mitteilung der deutschen Rentenversicherung ein angebliches Arbeitsverhältnis, welches seit über 9 Monaten laufen soll. Das Schreiben der Rentenversicherung beweist allerdings das genaue Gegenteil. Und was zwei SMS-Austausche beweisen, nun das mag jeder selbst beurteilen.

Warum tut Herr Klonovsky eigentlich nicht das Nächstliegende? Warum schreibt er mir kein Forderungsschreiben, oder lässt dies einen Anwalt tun? Warum verklagt er mich nicht? Warum geht er stattdessen an die Presse? Warum wird stattdessen Strafanzeige erstattet?

Die Antworten können Sie sich vermutlich selbst geben.

Der Konter von Herrn Klonovsky hat es dann natürlich auch in sich:

Letzte Anmerkung pro domo in besagter leidiger Sache. Es gibt eine Sorte boshafter Paviane, die, einmal in die Enge geraten, mit den eigenen Fäkalien um sich spritzen und möglichst alles in ihrer Nähe zu besudeln versuchen. In solchen Fällen tut man gut daran, sich raschen und entschlossenen Schrittes zu entfernen.

Meine Klage gegen Marcus Pretzell geht morgen an das Arbeitsgericht München. Das Aktenzeichen gebe ich bekannt.

Allen Zeitgenossen, die diesem Mann auch nur noch einen Satz glauben, gilt meine kopfschüttelnde Bewunderung für so viel Enthusiasmus; sogar in diesem Fall kann ich mich meiner Sympathie für schrille Minderheiten nicht entschlagen. Aber immerhin: Dank Pretzells phantasievoller Story, meine Frau habe mich wegen seiner ausbleibenden Gehaltszahlungen verlassen, ich hätte sie aber mit einem neuen Flügel zu mir zurückgelockt, melden sich inzwischen junge Pianistinnen bei mir mit der Frage, ob ich nicht noch einen Steinway übrig hätte, sie würden gern zu einem Vorspiel vorbeikommen …

PS: Meine angekündigte Stellungnahme bleibt von diesen Vorgängen unberührt. Ich werde sie am Donnerstag auf Facebook veröffentlichen.

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Wir sind gespannt, wie die Sache ausgehen wird, hoffentlich nicht zum Nachteil der AfD.

Wandere aus, solange es noch geht!
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