Wie sich die Bertelsmannstiftung die Willkommenskultur schön dichtet

Foto: Collage
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Vor wenigen Tagen hatte die Bertelsmannstiftung ihre Umfrage „Willkommenskultur im Stresstest“ vorgestellt. Dabei kamen die Gütersloher zum Ergebnis, dass „sich die Willkommenskultur als robust erweist“. Schaut man sich die Studie mal genauer an, stellt sich die Frage, wie die Bertelsmänner auf diese dreiste Klitterung gekommen sind.

Von Bernd Nohse

Die Bertelsmannstiftung versucht immer wieder durch ihre Veröffentlichungen Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen. Im Kuratorium sitzt die Medienunternehmerin Liz Mohn, die so gerne mit der Kanzlerin Tee trinkt. Da müssen die Studien der Stiftung schon die passenden Ergebnisse liefern.

Und das geht diesmal so: Die Erhebung stützt ihre Erkenntnisse über die angebliche Einstellung der Deutschen zur Willkommenskultur nicht zuerst auf die eigenen Meinungen der Befragten, sondern auch darauf, was die Befragten über die Meinung anderer Menschen glauben. Ein Frage-Beispiel von Seite 10 der Studie: Wenn Einwanderer(!) nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten oder zu studieren, wie werden diese Menschen nach ihrer Einschätzung hier von der Bevölkerung bei Ihnen vor Ort willkommen geheißen? Um hier zu arbeiten! Klar, wer kann dazu schon nein sagen? 74 Prozent in den alten Bundesländer antworten dann auch wunschgemäß „sehr und eher willkommen“. So klappt’s auch mit der Willkommenskultur.

Aussagekräftiger sind diese Zahlen aus der Studie, die aber in den staatstragenden Medien nicht an die große Glocke gehängt werden. Bei der Aufnahme von Asylsuchenden sehen mit 54 Prozent eine Mehrheit der Deutschen die Belastungsgrenze erreicht. Selbst aus humanitären Gründen wollen nur weniger als 40 Prozent noch Flüchtlinge aufnehmen (Seiten 11 und 12). Was für ein Glück für Merkel, dass die Familiennachzügler in keiner Flüchtlingsstatistik auftauchen.

Weiter geht’s auf Seite 16: Nur noch jeder Dritte sieht Vorteile für die Rente durch die Zuwanderung. Sogar rund 80 Prozent der Befragten fürchten eine Belastung der Sozialkassen durch Migration. Satte 72 Prozent glauben, dass Zuwanderung zu sozialen Konflikten führe. Probleme in den Schulen sehen 68 Prozent und rund 66 Prozent schwant die Gefahr einer Wohnungsnot in Ballungsgebieten.

Angesichts dieser Umfrage-Ergebnisse von „robuster Willkommenskultur“ zu fantasieren, verdient nur ein Urteil: Fake News…

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