Reichshühner

Derzeit erobert eine offenbar völlig neue Spezies den deutschen „Blätterwald“. Vor Nord bis Süd, von West bis Ost scheint die gesamte Republik aktuell von so genannten Reichshühnern geradezu überrannt zu werden. Während sich die Qualitätspresse wie gewohnt jegliche Begriffsdefinition erspart und so kurzerhand gleich alle missliebigen Stallgenossen in die neu erfundene Schublade verfrachtet, stellen sich zumindest die informierten Bürger die berechtigte Frage, welche Legehennen und Hähne denn der Gruppe „ Reichshühner“ überhaupt zugeordnet werden können. Um Klarheit zu bekommen, habe ich daher einen Blick in mehrere deutsche Hühnerställe geworfen und brisantes, wie auch schockierendes Material gefunden.

Von Gerhard Breunig

So haben von den 10 beliebtesten Hühnerrassen in Deutschland zumindest 7 teilweise ein braunes Gefieder. Noch verdächtiger machen sich diese Rassen allerdings damit, dass sie sogar braune Eier legen. Auch hat die allseits bekannte Aufmüpfigkeit der Tiere, vor allem der Hähne, schon Generationen fleißiger Beamter in unserem schönen Land beschäftigt. Unzählige Klagen genervter Nachbarn wegen Ruhestörung erreichten inzwischen sogar bereits die als besonders objektiv bekannten GEZ-Anstalten von ARD und ZDF. Berichte über die Nichteinhaltung von Ruhezeiten durch renitente Reichshühner häufen sich in den beliebten Nachrichtenmagazinen der Republik.

Besonders auffällig ist derzeit eine Häufung von extremen Vorkommnissen in Sachsen. So soll ein Hahn der Rasse „Vorwerkhühner“ einen bundesdeutschen ZivilBEAMTEN bei der unangekündigten Kontrolle eines sächsischen Geflügelzuchtbetriebes sogar in den Finger gebissen haben. Skandalös auch das kollektive Verstecken von Eiern in so genannten Nestern. Die Vermutung, es handle sich bei den Reichshühnern um eine bundesweit von den Staatssicherheitsorganen überwachte kriminelle Vereinigung, wurde jüngst durch das Statement des Generalbundesanwalts weiter angeheizt.

Die Staatsanwaltschaft hatte nämlich zuerst vermutet, dass die Hühnerrasse auf den gleichnamigen Staubsauger-Hersteller zurückzuführen sei. Schnell wurde jedoch von hochqualifizierten Staatsschützern ermittelt, dass der Gründer des bekannten Staubsaugerunternehmens, ein gewisser ADOLF Vorwerk, nicht eindeutig mit der renitenten Hühnerrasse in Verbindung gebracht werden konnte. Vielmehr trägt ein gewisser Oskar Vorwerk aus Hamburg die alleinige Verantwortung für diese inzwischen als besonders renitent eingestufte Hühnerrasse. In Ställen mit diesen Hühnern wurde seitens der Verantwortlichen vergangene Woche eine erhöhte Terrorwarnstufe ausgerufen. Nach wie vor gilt bundesweit „Stallpflicht“ für Reichshühner.

Der BDGR bezeichnet die offensichtlich so brutalen Reichshühner hingegen lapidar als lebhaft aber umgänglich. Diese naive Darstellung widerspricht jedoch völlig den unwiderlegbaren Tatsachen, die staatliche Stellen durch jahrelange geheimdienstliche Überwachungsmaßnahmen in tausenden von Hühnerställen lückenlos dokumentieren konnten. „Was da bisher zum Thema Reichshühner an die Öffentlichkeit gedrungen ist, stellt nur die Spitze des Eisbergs da“, lies ein von den GRÜNEN beauftragter sächsischer Hühnerexperte jüngst verlauten.

Ein leitender Behördensprecher erwägt deshalb bereits ein absolutes Zuchtverbot für braune Reichshühner. Politische Stimmen in Berlin verlangten darüber hinaus die komplette Ausbürgerung dieser als besonders renitent eingestuften braunen Rasse, die in Deutschland derzeit weit verbreitet zu sein scheint. Ein Odenwälder Wirt erklärte letzten Montag, dass er alle Hühnergerichte von seiner Speisekarte nehmen wird, bis der braune Sumpf in unseren Hühnerställen komplett ausgetrocknet sei. „In meinem Lokal dulde ich keine Reichshühner“ ließ der Wirt mitteilen.

Aber die als Ersatz für Reichshühner in erster Linie vorgesehenen „Italiener“ tragen ein ähnliches, ebenfalls braunes Gefieder, was seitens des Verfassungsschutzes schon zu erheblichen Bedenken geführt hat. Verwechslungen bei unerfahrenen Beamten können aufgrund der Ähnlichkeit im Aussehen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Außerdem fürchten regionale Verbände eine Flutung deutscher Hühnerställe mit den legefauleren „Südländern“. Während vor allem GRÜNE und LINKE Gruppierungen die geplante Umzüchtung in Deutschen Hühnerställen tatkräftig vorantreiben wollen, warnen vor allem CSU und AfD vor weiteren Hühnerimporten aus Südeuropa. „Das könnte die deutsche Hühnerwirtschaft auf Dauer ganz erheblich schwächen“ wurde ein Sprecher der Partei zitiert.

SPD Kanzlerkandidat Schulz erklärte inzwischen bei einer Pressekonferenz vor den ausschließlich parteieigenen Printmedien, dass er nach seiner Wahl zum Bundeskanzler umgehend erhebliche Finanzmittel für die Neuzüchtung einer europäischen Hühner- Einheitsrasse bereitstellen werde. Finanziert werden soll das Ganze über eine so genannte Eierabgabe, die gleich nach der Bundestagswahl im Bundestag verabschiedet werden könnte. „Ich habe da schon länger was in der Schublade“, wurde Schulz zitiert. Nur über die Höhe der geplanten Zwangsabgabe müsse man noch sprechen.

Die neue SPD-Führung erhofft sich von dieser Maßnahme nicht nur EU- genormte Einheitseier, sondern darüber hinaus auch standardisierte Einheitsbrathähnchen mit dem idealen EU-Einheitsgewicht von 1111g. „Wir werden damit zur weiteren Stärkung der deutschen Hühnerwirtschaft einen erheblichen Beitrag leisten“, verlautete es inzwischen auch aus dem CDU geführten Landwirtschaftsministerium.

Aus einer in der Regel gut informierten Quelle berichtete die ARD jüngst, dass an den entsprechenden Vorschriften seitens der EU seit über 10 Jahren fieberhaft gearbeitet wird. Mit einem Ergebnis wird noch vor Eröffnung des Berliner Flughafens gerechnet. Es sei geplant, dass Jean Claude „Harald“ Juncker die Einführung der neuen Hühnerverordnung in geselliger Runde bei einigen Schoppen Rotwein während des nicht öffentlichen preopening in der Flughafenlounge präsentieren wird.

Die Zukunft der deutschen Reichshühner scheint also bereits vorgezeichnet und ihr Schicksal besiegelt zu sein.

Ausdrücklicher Hinweis an Beamte des Verfassungsschutzes: Dies war eine SATIRE

Foto: Pixabay/ CC0 Public Domain

 

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