Peter Bartels: Die postfaktische „Bild“ und ein Marty Feldman für Arme

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Peter Bartels (Foto: Privat)

„Amok … ist eine psychische Störung … Es gilt heute als empirisch gesichert, dass eine Vielzahl der Taten nicht impulsiv stattfindet, sondern …detailliert geplant wurde.“ So beschreibt es Wikipedia, bekanntlich fern jeder Art von Populismus. Julian Reichelt, Springers syrischer Embedded-Kampftee-Trinker ist wieder mal Amok gelaufen. In BILD. Er hat eine ganze „Wandzeitung“ dazu gebraucht. 54 (!) Zeilen lang, 7 Absätze. Eng gequetscht. Um DEN DEUTSCHEN zu sagen: In Syrien wiederholt sich der Holocaust. Da werden Kinder vergast. Der Mann an der Gaskammer: Ein „Schlächter namens Assad“

Von Peter Bartels

Der „Marty Feldman für Arme“ hat das nicht alles wörtlich gesagt, aber alles so gemeint, wörtlich: “Nie wieder dürfen wir tatenlos zusehen, wenn Kinder vergast werden“ Und:“…nichts anderes ist in Syrien (mal wieder) geschehen.“

NATÜRLICH blendet ein Amok-Läufer immer alle Fakten aus, damit er überhaupt Amok laufen kann. Natürlich „weiß“ auch der Herr Reichelt: „Es ist nach diversen UNO-Kommissionen erwiesen, dass sowohl die „Aufständischen“ als auch die IS-Verbrecher bei den früheren Gasverbrechen in Syrien aus erbeuteten Kanonen Giftgas in die Menschenmassen feuerten. Und er weiß auch, dass Syrien vor den Augen der halben Welt seine Gaswaffen abgeliefert hat.

NATÜRLICH weiß der BILD-Bengel auch, dass sowohl die Russen als auch die Syrer gestern vehement bestritten, für den neuen Gasmord verantwortlich zu sein. Und in einem letzten Rest journalistischer RÜCKVERSICHERUNG dürfen Reichelts Redakteure immerhin schreiben:“ KAUM ZWEIFEL BESTEHT nach internationaler EINSCHÄTZUNG, dass der Chemiewaffenangriff durch die syrische Luftwaffe erfolgt ist.“ Und zitieren als BEWEIS sogar einen „Aktivisten“ namens Mohammad Katabb (34), der dann tatsächlich „beweist“: „Um 6.55 Uhr hörte ich einen Kampfjet, das Donnern war im ganzen Stadtteil zu hören. Die Armee flog vier Angriffe auf unsere Stadt.“ Und dann „beweist“ BILD endlich:“ES WÄRE NICHT DAS ERSTE MAL …“

KAUM ZWEIFEL …  EINSCHÄTZUNG … WÄRE … Hätte, hätte … Fahrradkette. Fehlt nur noch DAS GESUNDE VOLKSEMPFINDEN …

Reichelt weiß nichts! Jedenfalls faktisch. Er will es auch nur postfaktisch wissen. Nur, was er „fühlt“: KAUM ZWEIFEL … (also doch? Irgend ein Rest…?) EINSCHÄTZUNG … (also mehr als donnernde Kampfjets…?). Nein, Reichelt weiß wirklich nichts. Sonst „wüßte“ ja auch er, was längst (fast) alle wissen: Syrien, das war und ist kein „Volksaufstand“. Es war und ist ein von westlichen „Interessenten“, wie dem „Verschwörer“ und (früher links-verhaßten) Milliardär Soros, angeschobener „Aufstand“, religiös und finanziell zu kurz gekommener Stammesführer aus dem geistigen Mittelalter. Wie in Libyen noch heute. Wie in in Algerien, Marokko. In Tunesien und Ägypten konnte mit Ach und Krach die von Staatsknetenerds im weichen Westsessel befeuerte Grüne Revolution gerade noch (!) rückgängig gemacht werden. Bis auf Weiteres …

Im Irak leider nicht. Da hat ein trockener Alkoholiker (!!) und US-Präsident namens Bush die Shiiten vom sunnitischen Despoten Hussein mit ein paar Bombern „befreit“. Und so konnten Honneckers Musterschülerin Merkel und die abgebrochene GRÜNE Pastorin Göring uns bis heute mit 1,3 Millionen „Menschen-Geschenken“ beglücken. In wenigen Monaten (Wochen?) werden es 267.500 Flüchtlinge mehr sein, meldet BILD heute EXKLUSIV. Familien-Zusammenführung! Da wird sich der SPD-Maaartin wieder freuen:“Flüchtlinge sind wertvoller als Gold!“ Bis zur Wahl wird natürlich alles so gut es geht verschwurbelt …

Muß man den geistigen Amokläufer Julian Reichelt noch ernst nehmen? Eigentlich nicht. Nur: Die 6 Millionen ermordeten, vergasten Juden haben diesen „Marty Feldman“ für Arme nicht verdient. Auch, wenn er seinem „Entdecker“ Kaischi Diekmann mal kniefällig gedankt hat: „Ich bin glücklich bei BILD ein Linker sein zu dürfen…“ Das macht seinen geistesgestörten Holocaus-Vergleich mit den armen Kindern in Syrien zwar nicht besser; weder für Assad (wenn..), noch für die „Revolutionäre“ (falls …). Aber es erklärt vielleicht SPRINGER-Vorstand Mathias Döpfner, warum BILD heute nur noch um die 1,5 Millionen pro Tag verkauft, statt 5 Millionen wie früher.Und es werden immer weniger!! Massenzeitungen wurden noch nie mit Schaum vorm Maul verkauft. Schon gar nicht mit rotem …

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