Peter Bartels: „Bild“, oder wenn’s mal wieder etwas länger dauert

Foto: Privat
Peter Bartels (Foto: Privat)

Was ist für Journalisten der Fluch des Internets? Die Nachrichten werden schneller Fischpapier. Also alt. Was früher 24 Stunden dauerte, vergilbt jetzt in Minuten. Gähn! Gutenberg halt – Papier braucht Geduld. Es dauert, bis man Zeitungen macht, druckt, zum Leser bringt. In diesen Zeiten aber hat es auch was mit Ideologie zu tun. Besonders bei BILD. Da dauert eine Schlagzeile manchmal sogar 48 Stunden. Und ist dann doch keine… Wie die Story vom schwarzen Macheten-Mann, der am Rhein eine Frau vergewaltigte … und Ihr Freund mußte zusehen.

Von Peter Bartels

Passiert ist es in der Nacht vom 1. Auf den 2. April (Samstag auf Sonntag). Am Montag (3.April) stand es endlich in der Papier- BILD, 48 Stunden später. Nein, nicht überall in Deutschland. Nur in Köln. Auflage: Um die 10.000! (Zehntausend!!). In BILD-Deutschland wären es immerhin „noch“ um die 1,5 Millionen gewesen (von früher 5 Mio!). Aber in Köln wenigsten Schlagzeile? Nein… Zweispalter, 36 Zeilchen, Überschrift auch noch mit Fragezeichen: “Frau vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt?“ Im Text steht alles fest: Der Schwarze mit der Machete h a t die 23jährige aus dem Zelt am Rhein getrieben, dann vor dem Zelt auf der Stelle vergewaltigt. Der Freund (26) rief hinterher aber sofort per Handy die Polizei …

Wie gesagt – dieser Tatbestand stand Montag in BILD-Köln. Seite 12! HEUTE, 72 (!) Stunden nach dem Verbrechen bringt BILD die Vergewaltigung tatsächlich nach ganz Deutschland. Jetzt aber Seite 1? Schlagzeile? Immerhin hat die Polizei inzwischen ein tolles Phantom-Foto vom Vergewaltiger gebastelt?! Nööö! Seite 6, ganz unten. Immerhin (!) ohne Fragezeichen: “Polizei jagt diesen Macheten-Vergewaltiger“. Der fast gleichlautende Text vom Vortag ist aber eine Zeile länger (37 statt 36). Und er bringt auch eine Art Entschuldigung für den Freund des Mädchens: Laut Angaben aus „Polizeikreisen“ soll der Machetenmann gedroht haben, die 23-Jährige umzubringen, wenn er ihr helfen sollte…

So weit, so tapfer der Freund, so toll BILD. Schlagzeile Seite 1? „Zu Hause bei Stefan Mross (??) und seiner neuen Liebe“ (ach so…). Wenigstens unten am Fuß der Seite der Vergewaltiger aus Afrika? Wieder nix! Da barmt BILD-Deutschland lieber: “Deutscher Konsul darf Deniz Yücel im Gefängnis besuchen“. Das ist bekanntlich jener Türke mit Deutschen Paß, der in der taz jubelte:“ Endlich! Super! Wunderbar! Mit Stempel und Siegel erwiesen: Die Deutschen schaffen sich ab! Auf 1000 Einwohner kommen nur noch 8,3 Geburten … der niedrigste Wert in Europa! Noch erfreulicher: Die Ossis schaffen sich als Erste ab… die Geburtenrate ging um 29 Prozent zurück.“

Was natürlich den von den meisten Türken so geliebten Sultan Erdowahn nicht daran hinderte, Deniz Yücel als „Spion“ in den Knast zu stecken, weil er jetzt für die WELT den Reporter gibt uuund auch einen Türkischen Paß hat!! Also eindeutig Türke ist. Eben nicht nur, weil Yücel auch so aussieht… Der Vergewaltiger sieht dagegen wie ein Afrikaner aus – rabenschwarz. Aber er ist „Flüchtling“, also „Schutzsuchender“. Einer der zwar nicht wegen Krieg oder so kam, sondern weil hier alles frei ist – Kost, Logis, Versicherung, Gehalt. Nur bei den Frauen muß man selbst anpacken. Notfalls mit der Machete.

BILD? Zum Glück gibt’s das Blatt ja auch im Internet. Online! Da wird der Schwarze Frauen-Schänder heute sogar gleich viermal (4) mit Foto gezeigt. Immer dasselbe Phantom-Bild des Afrikaners ( eines sogar riesig!), immerhin. Gleich dreimal eingeblendet der Ort der Vergewaltigung. Die Rheinwiese mit den schönen Bäumen ist aber auch gar zu romantisch…

Letztes Jahr verlor BILD-Köln 17,9 Prozent seiner Auflage. „Trost“ für die „Kölner“: Auch „Mutter“ BILD-Deutschland verlor wieder krachend. Über zehn (10!) Prozent. 200.000 pro Tag. Aber BILD schranzt trotzdem weiter mit Moslem-Merkel (CDU) im Chor: REFUGEES WELCOME!!

Wandere aus, solange es noch geht!
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