Dänemark: Auch in Krankenhäusern bald keine islamischen Kopftücher mehr?

(Symbolbild: JouWatch)
Einzug des muslimischen Kopftuches in Schulen und Gerichtssälen (Symbolbild: JouWatch)

Über die Auswirkungen des EUGH Urteils zum Tragen von islamischen Symbolen bei unserem nördlichen Nachbarland Dänemark sprachen wir bereits gestern. Jetzt gehen die Dänen einen Schritt weiter: Auch in öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, soll das Tragen von islamischen Kopftüchern verboten werden.

Von Sarah Lund

Nemina Hasanovic ist Krankenschwester im Krankenhaus in Vejle. Sie ist Muslimin und trägt einen Hijab, das islamische Kopftuch, wenn sie arbeitet. Das erzählte sie vor kurzem dem Radiosender TV SYD.

Aber damit kann es bald Schluss sein.

Die Region Süd-Dänemark hat einen Vorschlag auf den Weg gebracht, in dem alle religiösen und politischen Symbole in Krankenhäusern der Region verboten sind. Und jetzt ist man mit diesem Vorstoß, allen Angestellten das Tragen von religiösen Symbolen in den Krankenhäusern von Süd-Dänemark zu verbieten, einen Schritt weiter gekommen. Das vermeldet die dänische Zeitung Kristeligt Dagblatt.

Im November hatten Ratsmitglieder der Liberal Alliance und der Nye Borgerlige einen Vorschlag eingebracht, der dem Krankenhauspersonal in der Region verbieten soll, sichtbar religiöse, politische und ideologische Symbole zu tragen.

Der Vorschlag war eine Erweiterung eines Antrags des Dansk Folkeparti. Diese hatte zuvor einen Antrag gestellt das muslimische Kopftuch zu verbieten. Das verstieß jedoch gegen geltende Gesetze, da es eine diskriminierende Behandlung sei, so ein Gutachten.

Der neue Vorschlag wurde auch von der Venstre Partei und den Konservativen unterstützt. Er wurde dann zur Überprüfung an Juristen in der Region geschickt und es fand eine Mitarbeiterbefragung statt.

Diese Überprüfung ist nun abgeschlossen mit einer Beurteilung, dass dieser Vorschlag gegen keine Gesetze verstößt, wenn man religiöse Symbole am Arbeitsplatz verbietet. Damit wurden einem Verbot grünes Licht gegeben. Die beiden Parteien Liberal Alliance und Nye Borgerlige werden den Antrag nun einbringen.

Ratsmitglied Marianne Mørk Mathiesen von der Liberal Alliance freut sich, dass die rechtliche Prüfung nun abgeschlossen ist. Sie sagt, „ich bin selbst Ärztin und Politikerin und während meiner Arbeit dürfte ich es nicht wagen ein Abzeichen meiner Partei zu tragen. Der Vorschlag zielt darauf ab, dass wir den Patienten und seinen Zustand im Fokus behalten, nur darum geht es. Deshalb sollten sowohl politische als auch religiöse Symbole für das Pflegepersonal verboten werden. So Mørk Mathiesen, praktizierende Ärztin in Esbjerg.

Weiterhin sagte sie, dass diese Meinung in Einklang stehe mit dem Urteil des EUGH von diesem Monat, dass der Arbeitgeber das Recht habe von seinen Mitarbeiter religiöse Neutralität zu verlangen. Ihrer Meinung nach sei dieses Verbot wichtig im Hinblick auf die Religionen von Patienten.

„In einem Krankenhaus stehen die Patienten im Mittelpunkt. Sie sollten nicht damit konfrontiert werden was das Personal, das sie behandelt und pflegt, politisch und ideologisch denkt,“ sagt sie.

Quelle: Den Korte Avis http://denkorteavis.dk/2017/ny-politiker-religion-og-politik-vaek-fra-sygehusene/

Symbolfoto: Metropolico.org/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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