6.259 AfD-Wähler retten die Macht der CDU im Saarland – und verhindern Lafontaine…

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Soll wegen der AfD bei der Wahl geschummelt werden? (Foto: Fotolia/Zerbor)

Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet der Einzug von drei Abgeordneten der Alternative für Deutschland AfD in den 16. saarländischen Landtag den Machterhalt der bisherigen CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sichert. Aber lesen Sie selbst.

Von Bernd Nohse

533.530 gültige Stimmen wurden am Sonntag bei der Landtagswahl im Saarland abgegeben. GRÜNE (4,0%), FDP (3,3%), Piraten (0,7%) und etliche Kleinparteien scheiterten an der Fünfprozenthürde (26.677 Stimmen). Mit 32.935 Wählerstimmen erreichte die AfD 6,2 Prozent. Hätten nur 6.259 Wähler weniger für die AfD gestimmt, wäre die Partei mit 4,99 Prozent an der Sperrklausel gescheitert, nicht in den Landtag eingezogen. Mit dramatischen Folgen für die Sitzverteilung.

Die 51 Landtags-Sitze wären nur unter drei Parteien verteilt worden: CDU (217.265 Stimmen, 40,7%), SPD (157.841 Stimmen, 29,6 %) und LINKE (68.566 Stimmen, 12,9%). Für jeden Sitz wären 8.699 Voten erforderlich. So entfielen 25 Sitze auf die CDU, 18 auf die SPD und acht auf die LINKE. Knappe 26-zu-25-Mehrheit für eine rot-rote Koalition. Die Rückkehr des saarländisches Denkmals Oskar Lafontaine an die Macht!

Für die SPD mit der Spitzenkandidatin Anke Rehlinger wäre der Einzug als Chefin in die Staatskanzlei ein Coup gewesen. Für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ein Fingerzeig in Richtung Bundestagswahl. Ein linkes Bündnis im Saarland: Rot-Rot, zum ersten Mal in einem westlichen Bundesland. Kramp-Karrenbauer als erstes Opfer des Schulz-Hypes.

Für Kanzlerin Angela Merkel wäre es ein verpatzter Start ins Superwahljahr 2017 gewesen. Stattdessen titeln die Gazetten heute: Triumph für die CDU, Bruchlandung der SPD. Weil 6.259 Wähler für die AfD gestimmt haben. Ironie des Schicksals…

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