Reportage: Der alltägliche Terror der Migrantengangs in Calais

In der Region um Calais steht Reisenden und Lastwagenfahrern Richtung Großbritannien ein dritter gewalttätiger Sommer bevor. Pro Woche kommen wieder mehr als 100 Migranten dort an, zu allem bereit, um nach England zu gelangen.

Ein Reporterteam der britischen Tageszeitung Daily Express war vor Ort. Hier ihr Bericht:

„Wir haben Schleuser beobachtet, die im Morgengrauen im Stundentakt Lastwagen aufbrachen, um heimlich illegale Migranten auf die Ladeflächen zu schmuggeln. Als wir die Fahrer darauf aufmerksam machten, wurden wir von einer 20köpfigen Schleusergang angegriffen.

Wir haben etliche maskierte Gangs gesehen, die an Raststätten im Norden Frankreichs, britische Trucks aufgebrochen haben.

Der Aire de St Laurent in Steenvoorde ist ein beliebter Halt für die Fahrer, um kurz vor Dünkirchen und Calais noch einmal eine Pause zu machen.

Nur wenige Minuten nach unserer Ankunft am Mittag beobachteten wir aus unserem sicheren Auto heraus, wie ein Rädelsführer eine große Zahl Männer dicht an dicht in einem Lastwagen unterbrachte, und die Türen blitzschnell wieder verschloss und versiegelte.

Nirgendwo war Polizei zu sehen.

Die Fahrer waren kaum ausgestiegen, als der Schleuser die Türen öffnete. Es dauerte nur Sekunden. Die beiden Fahrer saßen gerade vor ihrem Kaffee, als wir ihnen berichteten, was passiert war.

Ungläubig liefen die beiden zu ihrem Laster, öffneten die Türen und schafften es gemeinsam, die Männer, die sich in der Holzladung versteckt hatten, herauszuziehen.

Gleich darauf wurden wir von einer Gang von maskierten Männer angegriffen, die sich unter einer Decke in einem Graben versteckt hatten. Sie waren wütend, dass wir ihre Aktion gefilmt hatten.

Vor mir bauten sich fünf Maskierte auf und einer von ihnen schlug mich mit einem Schlag zu Boden. Ich wurde von der Gruppe geschubst und geschlagen. Sie schrien und rangen mit mir, um an mein Handy zu kommen. Sie waren völlig ausser sich, weil wir ihnen ihr Geschäft versaut hatten.

Ich behielt die Hände in den Hosentaschen um die Situation zu entschärfen und mein Handy zu schützen. Ich fühlte, wie ein Mann in meine Jackentasche griff, und meine Geldbörse, Ausweis und Schlüssel an sich riss.

Unser Fotograf sah sich 15 Männern gegenüber, die versuchten ihm seine ca. 3500 Euro teure Ausrüstung zu klauen. Zum Glück ging bei dem gewalttätigen Gerangel eine Lasche auf, so dass es ihm gelang zu fliehen.

Der belgische Lastwagenfahrer lieferte sich einen blutigen Faustkampf, bei dem einer der Schleuser einen Schneidezahn verlor und eine blutende Kopfwunde davontrug.

Die Polizei traf 15 Minuten später ein und vertrieb die Gang mit Schlagstöcken und Tränengas. Als die Fahrer schilderten, was passiert war, grinsten die Beamten nur, zuckten mit den Schultern und gaben ihnen den Rat, zu verschwinden.

Die chaotischen Szenen wurden auch von britischen Offiziellen der Lastwagengesellschaft beobachtet, die sich gerade in Frankreich aufhielten, um die Gefahr für die Fahrer zu erkunden.

Der Geschäftsführer Richard Burnett war angesichts der gewalttätigen Szenen, sichtlich geschockt: “Das Calais-Camp ist zwar verschwunden, aber an der Situation mit den illegalen Migranten hat sich offenbar nichts geändert. Was ich gesehen habe, hat mit zutiefst geschockt und unsere Fahrer stehen dieser Gefahr täglich gegenüber. Diese Leute sind verzweifelt und zutiefst gewalttätig und nichts wird sie stoppen, um ihr Ziel Großbritannien zu erreichen. Die Raststätte wird nicht von der Polizei bewacht und ist somit der ideale Ort für die Migranten und Schleuser, um die Fahrzeuge zu entern. Man kann die Bedrohung förmlich spüren und es ist furchterregend. Das wird ein weiterer Höllen-Sommer für unsere Fahrer!“

Die französischen Behörden haben zwar verkündet, die großen Raststätte entlang der Route nach Calais schließen zu wollen, aber so wie wir beobachteten, wird von offizieller Seite in Wahrheit nichts gegen den lukrativen Menschenschmuggel getan, der es Tausenden ermöglicht illegal nach Großbritannien zu gelangen.

Hunderte Trucker stoppen am Rastplatz Aire de St Laurent in der Nähe von Calais täglich, bevor sie in den Eurotunnel fahren.

Ohne jede sichtbare Sicherheitspräsenz, ist er ein Hotspot für die Schleuser geworden. Fahrer tanken und in den Hecken verstecken sich Horden von Männern, die auf eine günstige Gelegenheit warten um in Sekundenschnelle ihre Lastwagen zu stürmen.

Schon in den vergangenen zwei Jahren waren Reisende und Berufsfahrer täglich mit brennenden Barrikaden, gefällten Bäumen, Schlagstöcken, Molotowcocktails und anderen Bedrohungen konfrontiert.

Dieser dritte Sommer wird entgegen aller Beteuerungen ein weiterer „heißer“ sein, ein weiterer, in dem sich nichts geändert hat, außer dass die illegalen Migranten noch entschlossener und gewaltbereiter geworden sind.“

Foto: Screenshot/ Youtube

http://www.express.co.uk/news/uk/783668/Violent-traffickers-smuggling-migrants-Britain

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