Ausreißer im Mainstream? „Die Getriebenen“ als Fanal

Liest man die Qualitätsblätter von „FAZ“ bis „Süddeutsche Zeitung“, könnte man meinen, die „Flüchtlingskrise“ sei vorüber. Man müsse nun über Integration und Kosten debattieren. An sich sei aber die Krise überstanden, es gehe nun um eine dauerhafte Regelung von Aufenthalten und um gesellschaftliche Maßnahmen. Doch dieser Eindruck trübt, ja er ist sogar falsch. Die Asylkrise ist nicht an ihr Ende gekommen; sie wird derzeit nur nicht mit der Aufmerksamkeit bedacht, die ihr aufgrund ihrer immensen Sprengkraft zukäme.

Nicht zuletzt der verblüffende Erfolg eines Buches belegt diese These. Robin Alexander, seines Zeichens Redakteur der Springer-„Welt“, hat eine Dokumentation der deutschen Politik seit der Grenzöffnung durch Angela Merkel vorgelegt. „Die Getriebenen“ ist bei Amazon konstant in den Top 10 der Bestseller, und über Nacht wurde dieses Buch beinahe schon zum „neuen Sarrazin“ stilisiert. Weshalb der große Erfolg, den offenbar selbst der Verlag Alexanders nicht erwartete? (Die ersten beiden Auflagen sind vergriffen; man muss nun eilig nachdrucken.)

Jan Fleischhauer, Edelfeder des „Spiegel“, weist darauf hin, dass ein Buch, wenn es ein Bestseller werden will, einen Nerv treffen muss, dass es auf eine Stimmungslage stoßen muss, die ihm Auftrieb verschafft. Das ist geschehen. Und weil das geschehen ist, wird deutlich, dass die Menschen in Deutschland – anders als FAZ und Co. meinen – sehr wohl nach wie vor an der Thematik Flüchtlingskrise hängen.

Was bei Fleischhauer deutlich wird: Es geht hier nicht einfach um ein Buch, das die politische Klasse als unfähig und gefährlich für das eigene Volk entlarvt. Es geht um mehr. Es geht darum, dass der durchschlagende Erfolg des Buchs „Die Getriebenen“ andeutet, dass eine politische Bewegung vor der Türe steht. Waren es einst Atomkraftwerke und Umweltverschmutzung, die für die grüne Erfolgsgeschichte sorgten, ist es heute, so das bemerkenswerte Zitat Fleischhauers, „die Angst vor einem staatlich organisierten oder zumindest geduldeten Bevölkerungsaustausch, die eine neue, vitale Protestbewegung auf die Beine gebracht hat“.

Diese Protestbewegung, so viel ist klar, braucht geistige Nahrung. Sie braucht vor allem Fakten, Fakten, Fakten. Es ist verblüffend, dass die Fakten nun hervorragend aufbereitet werden, und zwar von einem Journalisten wie Robin Alexander, der selbst eine linke Vergangenheit hat, die seine Glaubwürdigkeit lange beschädigte. Denn Alexander ist offenbar erst jetzt aus seinem rotgrünen Dornröschenschlaf erwacht. Wie die kundige und zum Teil erschreckende Studie „Der Weg in den Mainstream“ des konservativ-freiheitlichen Instituts für Staatspolitik (IfS) darlegt, war Alexander eng mit der linken „taz“ verwoben. Er stammt sogar aus ihrer Volontärsschule. Wer glaubt, mit seinem Wechsel vom radikal linken Sturmgeschütz zur Springer-„Welt“ wären die Kontakte zum radikalen Rand des demokratischen Spektrums eingeschlafen, der irrt.

Noch im Juni 2015 gratulierte Alexander der „antideutschen“ Wochenzeitung „Jungle World“ zu ihrem 18. Jahr des Bestehens. Die „Jungle World“ ist dabei keine beliebige linke Zeitung, sondern wurde in einem Verfassungsschutzbericht bereits als eine der wichtigsten antideutsch-linksextremen Zeitungen der Republik genannt. Die Studie des IfS enthüllt: Alexander ist kein Einzelfall. Viele Journalisten des sogenannten Mainstreams stammen selbst aus extrem oder zumindest radikal linken Zusammenhängen.

Zu lesen ist also beides: Das glänzend geschriebene Buch „Die Getriebenen“, weil es wie kein zweites Buch in Deutschland zeigt, dass die Öffnung der Grenzen für Millionen Fremde politisch bewusst so entschieden wurde. Aber auch die Studie des IfS „Der Weg in den Mainstream“. Denn liest man diese, und sieht man die Verästelungen der deutschen Journalistenlandschaft, bekommt man eine fundierte Analyse der Linksindoktrinierung des Milieus. Dass mit Robin Alexander ein ehemaliger Linkspublizist ausgebrochen ist aus dem Netzwerk des rotgrünen Meinungskartells, ist begrüßenswert. Ohne Überläufer aus dem Establishment wurde noch keine politische Wende publizistisch vorbereitet!

Weiterführende Infos:
Robin Alexander – „Die Getriebenen“ (19,99 €)

IfS – „Der Weg in den Mainstream“ (5 €)

Foto: Collage

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