Wo das ZDF das Ziegenfickergedicht her hat

Die Wahl in den Niederlanden wurde von der Lügenpresse als großer Sieg der Liberalen über die Freiheitlichen gefeiert. Allerdings waren die liberalen „Gewinner“ vom Wähler etwas gezaust worden (minus 5,3 Prozentpunkte) und die freiheitlichen „Verlierer“ hatten mehr Wähler mobilisiert als vor 4 Jahren (plus 3 Prozentpunkte), wenn auch nicht so viele wie erhofft. Noch vor zwei Jahrzehnten tickte die Presse anders. Sie hätte die Verlierer als Verlierer und die Gewinner als Gewinner dargestellt. Aber das war nur der Einstieg ins eigentliche Thema.

Von Wolfgang Prabel

Das wirklich interessante Ergebnis dieser Wahl ist, daß die türkische Regierungspartei AKP – unter dem Label DENK – es mit zwei Abgeordneten in ein europäisches Parlament geschafft hat. Das ist nur einer der Gründe für die desaströse Zerstörung der niederländischen Sozialdemokratie, die fast alle ihre Wähler verloren hat (minus 19 Prozentpunkte ). An ihrem nahrhaften Busen hatte die Partij van de Arbeid zwei türkische Nationalisten, die sich als Sozialisten ausgaben, liebevoll genährt und ins Parlament gehievt, die 2014 zu Erdogan übergelaufen waren. Hatten sie sich nur als Sozialdemokraten maskiert, um das Parlament zu entern? Wohl wahr!

Die DENK-Partei wurde von eben jenen zwei Ex-Sozialdemokraten Tunahan Kuzu und Selçuk Öztürk, gegründet, nachdem sie am 13. November 2014 die sozialdemokratische Partei und Fraktion verlassen hatten. Hintergrund war, wie bei Türken üblich, der Streit über Armenien. Einer der beiden Türken hatte namentliche Abstimmung bei der Armenien-Resolution des niederländischen Parlaments durchgesetzt und die türkischen „Abweichler“, die für die Resolution gestimmt hatten, als Verräter angeprangert. Die Völkerrechtsaktivitäten der Sozialdemokraten sprengten die Allianz zwischen denen, die schon immer in Holland wohnten und den Zugereisten. Die sprichwörtliche Solidarität verrann wie ein Tropfen Wasser im Wüstensand. In Fragen der türkischen Ehre trennt sich schnell und radikal die soziale Spreu vom nationalen Weizen. Andere weltpolitische Differenzen gab es natürlich auch. Im vergangenen Jahr gab Tunahan Kuzu dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei dessen Besuch in den Niederlanden nicht die Hand, im Gegensatz zu den verbliebenen Schrumpfsozialdemokraten.

Mit nur 3.625 Mitgliedern hat die DENK ihre etwa 400.000 Türken in den Niederlanden gut mobilisieren können. Ein weiteres schnelles und rasantes Wachstum von DENK ist eher unwahrscheinlich. Denn die Araber und andere Moslems werden die Türken nicht unterstützen. Trotz der Umma aller Gläubigen herrscht im Nahen Osten heillose Zerstrittenheit. Jeder will jedem an die Kehle. Kurden, Alewiten, Alawiten und Schiiten stehen mit den AKP-Türken hart auf Kriegsfuß. Und die Araber lasten den Türken an, seit 1909 zahlreiche Juden nach Tel Aviv hereingelassen zu haben. Außerdem drückt die türkische Herrschaft über weite Teile Arabiens bis 1917/18 auf die patriotischen und religiösen Gefühle. Es könnten sich weitere Moslemparteien bilden, denen jedoch ein staatlicher Rückenhalt aus dem Nahen Osten fehlt, wie ihn Erdogan für die DENK-Türken bietet.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis die AKP auch in anderen Staaten parlamentarische Vertretungen installiert. Auf kommunaler Ebene dürfte das in Deutschland keine Hürde sein, weil dort kaum noch Sperrklauseln gelten, die den Einzug kleinerer Gruppen verhindern. Die AKP wird erst Grüne und SPD unterwandern, um sich wie in den Niederlanden bei günstiger Gelegenheit abzuspalten und eigenständig zu agieren. Die Linke ist davon weniger betroffen, weil sie traditionell mit Kurden paktiert.

In größeren niederländischen Städten befindet sich die DENK mit der Sozialdemokratie, aber auch mit Grün-Links auf Augenhöhe: In Amsterdam fehlt noch ein Prozentpunkt am Überholen, in Rotterdam hat die DENK bereits mehr Wähler als die PvdA. In Den Haag und in Utrecht trennen nur Promillepunkte.  Lediglich in Heeerlen, einer Hochburg von Wilders gibt es noch einen ordentlichen Vorsprung von knapp 3 Prozentpunkten  für die Sozialdemokraten. In Amsterdam hat die Türkenpartei selbst die Partei für die Freiheit überholt.

Amsterdam
VVD (Rutte)                   15,2 %        –  4,2 %
Partij van de Arbeid          8,4 %        -27,4 %
Partij voor de Vrijheid        7,0 %        + 0,9 %
DENK                                7,5 %        + 7,5 %

Rotterdam
VVD                                 16,4 %        –  4,0 %
Partij van de Arbeid           6,4 %        -25,6 %
Partij voor de Vrijheid       16,1 %        + 2,8 %
DENK                                8,1 %        + 8,1 %

Utrecht
VVD                                 16,8 %        –  4,7%
Partij van de Arbeid           5,9 %        -23,7 %
Partij voor de Vrijheid         7,4 %        + 1,1 %
DENK                                 5,4 %        + 5,4 %

Den Haag
VVD                                   20,6 %        –  4,9 %
Partij van de Arbeid             6,5 %        -22,7 %
Partij voor de Vrijheid         15,5 %        + 3,2 %
DENK                                   7,1 %        +7,1 %

Heerlen
VVD                                     13,6 %        –  1,8 %
Partij van de Arbeid               4,1 %        -20,4 %
Partij voor de Vrijheid           22,5 %        + 3,1 %
DENK                                    1,3 %        + 1,3 %

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu soll laut WELT gesagt haben: „Europa werde schon lernen, wie man mit der Türkei umzugehen habe“. Ansonsten werde die Türkei es Europa beibringen. „Ihr werdet von eurem befehlenden Diskurs absehen. Die Türkei befiehlt“, sagte er. Die Türkei sei die „Umma“, die weltweite Gemeinschaft von „zwei Milliarden“ Muslimen. „Deshalb könnt ihr mit der Türkei nicht im Befehlston sprechen. Ihr müsst anständig reden, ihr könnt um etwas bitten.“

Das sind Worte wie sie Sultan Bajazet verwendete, dessen niedrigsten Abgesandten von den Vasallen die verkoteten Stiefel geküßt werden mußten. Vielleicht sollte Merkel um Gnade flehen? Das türkische MENETEKEL steht an der Wand. Merkel, Schulz und viele andere Politiker verstehen es nicht. Die angeblich bibelfeste Kanzlerin sollte das Buch Daniel Kapitel 5 zur Hand nehmen:

„König Belsazer machte ein herrliches Mahl seinen tausend Gewaltigen und soff sich voll mit ihnen. (…) Und da sie so soffen, lobten sie die goldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.
Eben zu derselben Stunde gingen hervor Finger wie einer Menschenhand, die schrieben, gegenüber dem Leuchter, auf die getünchte Wand in dem königlichen Saal; und der König ward gewahr der Hand, die da schrieb. Da entfärbte sich der König, und seine Gedanken erschreckten ihn, daß ihm die Lenden schütterten und die Beine zitterten.
Und der König rief überlaut, daß man die Weisen, Chaldäer und Wahrsager hereinbringen sollte. (…) Da ward Daniel hinein vor den König gebracht. (…)
Das aber ist die Schrift, allda verzeichnet: Mene, mene, Tekel, U-pharsin.  Und sie bedeutet dies: Mene, das ist Gott hat dein Königreich gezählt und vollendet.  Tekel, das ist: man hat dich in einer Waage gewogen und zu leicht gefunden. Peres, das ist: dein Königreich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben.

So Daniels Erklärung. Nun, Merkels und Schulzens Reich wird nicht an die Meder und Perser fallen, sondern an die Türken. Oder es finden sich noch christdemokratische oder sozialdemokratische deutsche Politiker, die dem Sultan einen Brief schreiben:

„Du türkischer Teufel, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifers Sekretär! Was für ein Ritter bist du zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel töten kannst? Was der Teufel scheißt, frisst dein Heer. Du wirst keine Christensöhne unter dir haben. Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen, gefickt sei *** ***.“

Aha, da hatte das ZDF sein Ziegenfickergedicht her!

Symbolfoto: Pixabay/ CC0 Public Domain

http://www.prabelsblog.de/2017/03/wo-das-zdf-das-ziegenficker-gedicht-her-hat/

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