Merkels Schleudertrauma

Foto: Collage
Was geht nur in diesem Kopf vor?: (Foto: Collage)

Dass Merkel gern im Zickzackkurs fährt, wissen wir schon. Auch, dass sie dabei längst ins Schlingern gekommen ist, ist bekannt. Dass sie politisch noch nicht mit Totalschaden im Graben gelandet ist, verdankt sie ihrer Hofberichterstattung und Unterstützerkreisen, die von ihrer Geisterfahrt profitieren. Ob das Land dabei längerfristig katastrophalen Schaden nimmt, ist für viele Einflussreiche erst einmal zweitrangig. Hauptsache, Merkel kommt kurzfristig ohne größere Blessuren davon.

Von Klaus Barnstedt

Wir erinnern uns. Kaum war Donald Trump in sein Amt eingeführt, kabelte die Kanzlerin nach Übersee und bot dem neuen amerikanischen Präsidenten „eine enge Zusammenarbeit an.“ Allerdings nur „auf der Basis“ so großartiger Werte wie „Demokratie, Freiheit … und der Würde des Menschen“.

 Die Wahrheit ins Gesicht

Nachdem sie nun nach zwei Monaten endlich im Weißen Haus vorsprechen durfte, war man gespannt, ob die Kanzlerin dem Donald ihre mahnenden Worte auch „ins Gesicht“ sagen würde.

So wie die Bild-Zeitung dem türkischen Präsidenten auf ihrer Titelseite am letzten Mittwoch „die Wahrheit ins Gesicht“ gesagt hat, und zwar in schriftlicher Form. Nämlich, dass er „kein Demokrat“ sei. Was er stattdessen ist, das traut sich nicht einmal die Bild-Zeitung zu sagen.

Rückblickend konnte man es da von der Kanzlerin erst recht nicht erwarten. Außerdem war Trump-Bashing bisher grundsätzlich viel wichtiger, als einen rasenden Neo-Sultan vor den Toren Europas, der jetzt auch noch mit einem Religionskrieg droht, in seine Schranken zu weisen.

Merkel im Weißen Haus

Nun also: Merkel in Amerika. Nimmt sich Mutti Trump zur Brust? Tritt sie, die Einladungsexpertin für alle Mühseligen und Beladenen, die Verfechterin einer weltumspannenden Offenheit den bösen Donald ordentlich ans Schienbein? Maßregelt sie ihn von Angesicht zu Angesicht für seine unmenschlichen Abschottungsmaßnahmen gegenüber dem Nachbarland Mexiko?

Nicht die Bohne! Der erhobene Zeigefinger in Sachen Demokratie und Menschenrechte war nur eine Gefälligkeitsgeste auf heimischem Terrain, um innenpolitisch zu punkten. Jetzt geht es um die handfesten politischen Angelegenheiten. Money makes the world go round. Es geht um Wirtschaft und Handel.

Vor Ort in der Höhle des Löwen sagt Merkel dann auch brav ihr Sprüchlein auf: „Wir werden Hand in Hand zusammenarbeiten.“

Dass US-Präsident Trump bei dem ersten Fototermin trotz der Zurufe „Handshake, handshake“ das Kanzlerhändchen nicht in seine Pranke nahm, auch nicht, als Merkel ihn mehrfach darauf aufmerksam machte, dürfte die Kanzlerin leicht ins Grübeln gebracht haben.

Vielleicht fühlte sie sich ein wenig an die eine oder andere Demütigung erinnert, die ihr bereits Horst Seehofer oder Erdogan beigebracht hatten und sie wie ein dummes Mädchen stehen ließen.

Deutschland als Lachnummer

Was soll man auch erwarten, wenn man keine klare Linie hat und weitreichende Entscheidungen nach tagespolitischen Erwägungen fällt. Irgendwann trifft man dann mit denen zusammen, zu denen man sich vorher nicht richtig positioniert hatte und die einen dann alt aussehen lassen.

Doch es geht nicht nur um die psychisch angeschlagene Angela Merkel. Wer fühlt sich schon durch solch eine Orientierungslosigkeit repräsentiert, wie sie von ihr an den Tag gelegt wird? Mit einer Kanzlerin Merkel ist das ganze Land auf dem besten Wege zu einer Lachnummer, in Europa und weltweit. Die längerfristigen Folgen nicht einmal mitgerechnet.

Foto: Collage

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