Willkommen im Club der Merkelianer

Fotolia: Björn Wylezich
Mainstream-Zeitungen: Eine so unkritisch wie die andere. (Foto: Björn Wylezich/Fotolia)

Nun haben die linken Journalisten wieder ein Thema, über das sie sich aufregen können: Der fehlende Handschlag beim Treffen zwischen Donald Trump und Angela Merkel im Weißen Haus vor laufenden Kameras. Es wird eifrig spekuliert. Wollte Trump sich einfach nicht die Hände schmutzig machen? Hatte er Angst, sich anzustecken bei einer Politikern, deren Tage gezählt sind? War es ein diplomatischer Faux-Pas, eine Demonstration der Überlegenheit, oder doch nur einfach ein Versehen?

Ist das eigentlich wichtig?

Folgt man nun den Beiträgen über diese erste Begegnung, erkennt man eine mediale Vergötterung der Kanzlerin, sie durchdringt fast jeden Text – nationalistischer geht es eigentlich gar nicht. Neutrale Berichterstattung gibt es bei diesen Merkelianern nun mal nicht.

Wie weit unsere Journalisten davon entfernt sind, ihre Pflicht zu erfüllen, können wir in der „Welt“ lesen:

…So wollte Kristina Dunz, Journalistin der Nachrichtenagentur dpa, wissen, wieso Trump sich so sehr vor pluralistischer Berichterstattung fürchte. Was Trump veranlasste, ihr „Fake News“ vorzuwerfen.

Auch die Frage von „Welt“-Korrespondent Ansgar Graw, ob Trump einige seiner Twitter-Nachrichten bereue, passte ihm offenbar wenig. Er nahm sie zum Anlass zu behaupten, er sei, genau wie Merkel, von der Regierung seines Vorgängers Barack Obama abgehört worden. Damit hätten sie „etwas gemeinsam“, so Trump…

https://www.welt.de/politik/ausland/article162956210/Chapeau-So-feiern-US-Reporter-ihre-deutschen-Kollegen.html

Dass ein hochrangiges Mitglied des Trump-Bashing-Clubs solche Fragen stellt, um dann seinen übel riechenden Kommentar abzuliefern, ist ja noch irgendwie verständlich. Aber dass eine dpa-Korrespondentin, die für die Verbreitung von NACHRICHTEN zuständig ist, dermaßen herumquengelt, ist ein Beleg dafür, dass der deutsche Journalismus schwer am ideologisch bedingten Gehirnschwund leidet.

Da solche Gestalten wie Frau Dunz sämtliche Redaktionen in Deutschland beliefern, müssen wir uns nicht wundern, dass wir täglich mit diesem linken journalistischen Einheitsbrei übergossen werden.

Hier eine Auswahl der aktuellen, trüben Brühe:

Bild

…Jede kleine Geste scheint zu zählen, selbstverständlich ist ja nichts mehr. Nicht mit Donald Trump, der Regeln und Rituale lustvoll über den Haufen wirft…

…Auf eines kann man sich verlassen, auch gestern: Donald Trump sagt, was er will.

Er hat berechenbare politische Interessen. Was er (noch) nicht hat, ist eine berechenbare Art, sie zu verfolgen.

Hilft nichts.

Die Kanzlerin ist gut beraten, sich auch auf diesen Präsidenten einzulassen.

Und wenn von der ganzen Art jemand dazu in der Lage ist – dann Angela Merkel…

http://www.bild.de/news/standards/angela-merkel/dann-eben-von-null-50896364.bild.html

Berliner Zeitung

Im Weißen Haus in Washington prallten am Freitagabend zwei Politiker-Typen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der mächtigste Mann der Welt ist ein unberechenbarer Populist, die einflussreichste Frau in Europa ist eine zurückhaltende Pragmatikerin – wie soll das funktionieren…

…Merkels dritter US-Präsident ist so anders, dass es kaum in Worte zu fassen ist.  Seine einzige belastbare Eigenschaft ist seine Unberechenbarkeit. Diesen Eindruck konnte Trump auch beim Treffen mit Merkel nicht verändern. So bleibt die Frage: Wie gefährlich kann Trumps Isolationismus für Europa und die Welt werden? Dieser Besuch Merkels markierte den Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Es wird davon abhängen, ob und wenn ja, wie schnell die unterschiedlichen Auffassungen in Kompromisse münden…

http://www.berliner-zeitung.de/politik/zu-besuch-im-weissen-haus-merkels-treffen-mit-trump-hatte-eine-frostige-note-26213506

 

Frankfurter Rundschau

…Im Weißen Haus in Washington prallten am Freitagabend zwei Politikertypen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der mächtigste Mann der Welt ist ein unberechenbarer Populist, die einflussreichste Frau in Europa ist eine zurückhaltende Pragmatikerin – wie soll das funktionieren?

Oberflächlich gesehen hat es natürlich funktioniert. Man hat sich kennengelernt, Merkel nicht ganz so gelassen wie gewohnt, Trump vielleicht einen Hauch weniger großspurig als gewohnt. Substanzielle Ergebnisse gab es nicht, die waren auch nicht zu erwarten. Interessant, wie sich Merkel und Trump auf sicheres Terrain zurückzogen und während ihrer Pressekonferenz anfangs über das duale Ausbildungssystem deutscher Firmen in den USA sprachen. Als gäbe es nichts Wichtigeres.

Aber doch war es anders als bei Merkels vergangenen Besuchen, frostiger, geschäftsmäßiger. In Barack Obama hatte die Kanzlerin einen Verbündeten, der den breiten Blick auf die Welt ebenso schätzte wie sie das tut. Das gute Verhältnis war zwar wegen der NSA-Schnüffelei an Merkels Handy getrübt, doch die Pragmatiker fanden schnell wieder zueinander. Selbst zu ihrem ersten US-Präsidenten George W. Bush hatte Merkel ein recht entspanntes Arbeitsverhältnis. Das transatlantische Gefüge war damals Spannungen unterworfen, in einer existenziellen Krise wie heute war es nicht.

Merkels dritter US-Präsident ist so anders, dass es kaum in Worte zu fassen ist.  Seine einzige belastbare Eigenschaft ist seine Unberechenbarkeit. Diesen Eindruck konnte Trump auch beim Treffen mit Merkel nicht verändern. So bleibt die Frage: Wie gefährlich kann Trumps Isolationismus für Europa und die Welt werden? Dieser Besuch Merkels markierte den Beginn einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen Deutschland und den USA. Es wird davon abhängen, ob und wenn ja, wie schnell die unterschiedlichen Auffassungen in Kompromisse münden…

http://www.fr.de/politik/meinung/leitartikel/merkel-trifft-trump-dissens-statt-konsens-a-1239494

„Spiegel“

…Ob Absicht oder nicht – die Szene passt ganz gut zum ersten Treffen der beiden im Weißen Haus in Washington, denn so geschäftsmäßig der Termin auch wirkt, eingespielt wirken Merkel und Trump nicht. Was vielleicht auch ein wenig viel verlangt ist, denn immerhin handelt es sich da ja um zwei Politiker, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Er, der Brummkreisel. Sie, die kühle Analytikerin. Er, der ihre Politik gern als „Desaster“ bezeichnet. Sie, die nicht viel anfangen kann mit der Glitzerwelt, aus der er stammt. Und irgendwie sollen sie jetzt die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft gestalten. Obwohl bei ihm nicht wirklich klar ist, ob er daran überhaupt Interesse hat, und bei ihr nicht klar ist, wie lange sie als Kanzlerin eigentlich noch da ist. Schwierige Zeiten…

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-angela-merkel-das-erstes-abtasten-verlaeuft-kuehl-a-1139387.html

Tagesspiegel

…Es waren vor allem Unterschiede, die er und Merkel bei ihrer ersten persönlichen Begegnung feststellten. Dabei ging es noch nicht einmal um die Beschimpfungen, die Trump vor und nach seinem Wahlsieg über Merkel ausgeschüttet hatte. „Wahnsinnig“ hatte der 70-jährige Milliardär die Kanzlerin genannt und ihr einen katastrophalen Fehler bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge vorgeworfen.

Merkel ist niemand, der sich von solchen Ausfällen aus der Ruhe bringen lässt. Man wolle nun nach vorne schauen, hatte es vor dem eintägigen Kennenlernbesuch der Kanzlerin bei Trump auf deutscher Seite geheißen. Doch so ganz ohne Spitze lässt Merkel ihren Gesprächspartner nicht davonkommen. Es sei immer besser, miteinander zu reden als übereinander, sagt die Berliner Regierungschefin gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Auch in diesem Moment lächelt Trump, doch richtig fröhlich wirkt er nach diesem sanften Rüffel nicht.

Wie schwierig das Verhältnis zwischen beiden Politikern ist, zeigt sich bei einem Fototermin im Oval Office. Die Fotografen fordern lautstark einen zweiten Handschlag zwischen Kanzlerin und Präsident; angeblich flüstert Merkel dem Präsidenten die Frage zu, ob er ihr die Hand geben wolle, aber Trump reagiert nicht. Ob das ein bewusster Affront ist, bleibt unklar…

Welt

…Merkel ist ein abgeklärter Politprofi. Trump ist ein leidenschaftlicher Amateur. Aber beide sind Pragmatiker, frei von Ideologien. Das schließt künftige Verwerfungen bis hin zu ernsthaften Krisen zwischen Berlin und Washington ganz und gar nicht aus.

Viel spricht trotzdem dafür, dass die Kanzlerin und der Präsident auch in derartigen Situationen noch miteinander reden können. Mehr war nach dem ersten Besuch nicht zu erwarten. Und das ist schon eine ganze Menge.

Zeit

Es war nur ein kurzer Fernsehmoment, doch er machte deutlich, wie hoch die Erwartungen an das Treffen zwischen Donald Trump und der deutschen Kanzlerin waren. Während die beiden Staatschefs für die Kameras posierten, hörte man, wie die Kanzlerin sich durch das Klicken der Fotografen hindurch an den US-Präsidenten wandte: Ob sie sich die Hände schütteln sollen? Trump blieb regungslos und lächelte weiter dünn in die Kameras vor ihm, während man Merkel für einige Sekunden die Irritation ansah. Schnell machte der Clip im Internet die Runde. Hatte der Präsident die Bitte der deutschen Besucherin schlicht nicht gehört – oder tatsächlich einfach ignoriert?…

…Merkel weiß um ihre Rolle. Nicht umsonst hatte die Kanzlerin den neuen US-Präsidenten im Vorfeld des Treffens laut Medienberichten so genau studiert, dass sie ihn inzwischen sogar aus dem Gedächtnis zitieren könne – unter anderem aus Interviews im Playboy. Es sei immer besser, miteinander statt übereinander zu reden, sagte Merkel am Freitag. Von einem Konsens waren beide da noch weit entfernt, aber nach 16 Jahren in der Politik weiß die Kanzlerin besser als der amerikanische Newcomer, dass es manchmal etwas länger dauert: Es sei nicht immer leicht, Kompromisse zu finden, „aber dafür sind wir schließlich gewählt worden“.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/donald-trump-angela-merkel-besuch-freihandel-europaeische-union

Foto: Fotolia: Björn Wylezich

 

 

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