Wenn im Weißen Haus die Germanenkeule schwingt

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Peter Bartels (Foto: Privat)

Merkel bei Trump. Pressekonferenz. Sie labert vom Hölzken… Er labert vom Stöcksken …  Das übliche halt. Sie macht ein bißchen auf  Nato –  „Ausgaben um 8 Prozent gesteigert!“ Leider postfaktisch … Er macht ein bißchen auf Welthandel – China bescheißt die Amis! Leider faktisch. Das übliche halt. Aber höflich. Denn natürlich geht Migranten-Merkel nicht auf  Trumps „Mexiko-Mauer“ ein… Und bei Obamas „Abhörskandal“ sorgt Entertainer Trump dann auch noch für den Lacher des Abends … Zwei deutsche Journalisten werden trotzdem wie die Helden gefeiert. In der Heimat…

Von Peter Bartels

Klar, weiß selbst ein „Trottel“ wie Trump, dass Merkel ihn und die Welt in Sachen Nato angeflunkert hat mit ihren „8 Prozent Ausgabensteigerung“. Die Fakten sind einfach zuu einfach: Laut Natovertrag müßte der deutsche Anteil vom Haushaltsetat jährlich 2 Prozent für die Verteidigung sein. Ist er aber seit Jahren nicht – die Germans mauscheln sich mit lediglich der Hälfte, also 1 Prozent, durch’s Natoschlachtfeld; Panzer, Hubschrauber bedingt einsatzfähig, dagegen Kita und Halal-Mampf vollzählig „angetreten“. Trump verlangt aber energisch „zwei Prozent!“ Es fehlen nach Adam Riese also schlicht  eine Verdoppelung der Ausgaben …

Was den knarzigen Schäufele natürlich ein paar Miliarden mehr kosten würde. Und die schwarze Null im Haushalt. Jedenfalls vor der Wahl. Was tun, sprach Pizza-Plauze Altmaier und verschwand erstmal in den Untiefen seiner Wampe. Als er nach dem einen oder anderen Mampf  mit Merkels „Experten“ wie Landratvize Kauder und Blondhelm und Massenmama (7 Kid’s) Röschen wieder auftauchte, war alles klar: Wenn die fehlenden 1 Prozent die Hälfte vom Ganzen ist, sind 8 Prozent  für den Anfang viel. Postfaktisch jedenfalls. Dass die auch noch bis zu St.Nimmerlein gestreckt werden soll (2025 oder so), geht im ersten Augenblick des Trump-Trubels bestimmt unter. Und so warf Merkel die Nebelkerze 8 Prozent …Und höflich, wie Trump ist, schienen alle zufrieden. Erstmal.

Natürlich nicht die beiden deutschen Journalisten: Kristina Dunz, Deutsche Presseagentur (dpa) und Ansgar Graw (WELT). Die Blondine und der Herr mit der hohen Stirn demonstrierten den ewigen Unterschied zwischen angelsächsischem und teutschem Journalismus. Dort – zur Sache, Mr.President. Hier – eine Frage mit Gefühl. Dunz: Wieso fürchten Sie sich so sehr vor pluralistischer Berichterstattung? Und Graw: Bereuen Sie einige Ihrer Twitternachrichten?

Nochmal, es war eine Art Staatsbesuch, eine Pressekonferenz. Es ging um Schnuppern und – vielleicht – Schuppern. Gut, es blieb beim Schnuppern und ein paar Fakten: Welthandel, Nato, Terror. Die Fakten-Amis hielten sich daran, die Gutmensch- Germans gaben die Deutungs-Dogen. Und feierte sich hernach selbst am lautesten:“Längst ist es kein Usus mehr, dass im Weißen Haus auf harte, unbequeme Fragen offene, sachliche Antworten kommen“, schrieb die Dame Dunz später in ihrem dpa-Bericht. Und dann holt sie die weltweit gefürchtete Germanenkeule raus, fühlt sich in die Sphären einer Wahrsagerin: “Trump quält diese Offenheit sichtlich. Es fehlt nur noch, dass er laut seufzt.“

Sooo geht Journalismus, Mark Twain, mit Gefühl. Fakten? Weiß doch jeder, dass es nachts kälter ist als draußen… So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Sven Gösmann, Chefredakteur von dpa (früher Stellvertreter bei  BILD!), seine Korrespondentin Kristina Dunz bejubelte: Wir sind stolz auf die Kollegin, die die wichtigen Fragen (??) gestellt hat. Die Reaktion von Trump sei der „schönste Journalistenpreis“.

Und mein früher kaum verhohlen Deutscher Politreporter Ansgar Graw? Der stellte ein „gebasteltes“ Foto auf Twitter, das ihn mit glänzender Platte und Mikro perspektivisch günstiger an Merkel und Trump rückt, dazu sein etwas zurückhaltender Text:“Nicht jeder fand meinen Auftritt gut.“ Wohl wahr, ein paar Twittidioten pöbelten den armen Ansgar prompt an. Sein Chefredakteur, Ulf Poschardt (der mit dem Schmollmündchen), wich sicherheitshalber ins Unverfängliche aus: „Sie sahen wie immer ausgezeichnet aus.”

Bitterer war, dass Trump aus Ansgars gefühlt mutiger, aber hinterfotziger Frage nach „Obamas Abhöraffäre in Sachen Trump“ cool einen Brüller retonierte. Trump drehte sich lässig zur Seite, deutete auf die deutsche Kanzlerin neben ihm und sagte in etwa höflich: Da scheinen wir beide von Obama gebrannte Kinder zu sein…

Brüller. Vorhang: Schade, dass man das Gesicht von Ansgar nicht sehen konnte. Er wurde früher immer so schön rot, wenn er mal  „erwischt“ wurde…

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