Wahlergebnis in Holland: Deutsche Medien setzen auf alternative Fakten

Foto: https://www.geertwilders.nl

Migrantenpartei erstmals im Parlament

Wo beginnen die berüchtigten Fake News? Die Niederländer haben gewählt und die deutschen Medien jubeln über den angeblichen Wahlsieger Mark Rutte. Der hat allerdings rund 25 Prozent seiner Wähler verloren. Geert Wilders Partei hat hingegen rund 25 Prozent hinzugewonnen. Er wird als Verlierer gehandelt. „Die Medien in Deutschland verzerren die Realität“, stellt AfD-Fraktionsvize Emil Sänze fest. „Fakten sehen anders aus. Hierzulande ist es üblich geworden, dass sich die sachliche Berichterstattung zunehmend zugunsten von Meinungsartikeln verschoben hat“, kritisiert Sänze.

Immerhin drei Sitze für die Migrantenpartei

Dass die Sozialdemokraten in den Niederlanden massiv abgestürzt sind, ist ein bezeichnendes Bild. Vollkommen außerhalb jeglicher medialen Debatte steht die ‚Denk‘-Partei, Europas erste Migrantenpartei, die erst 2016 von zwei türkischstämmigen Einwanderern gegründet wurde und Wähler mit Migrationshintergrund im Visier hat. Sie besetzt immerhin drei Sitze im Parlament, ein Zehntel dessen, was Rutte errungen hat. „Anstatt sich über Wilders aufzuregen, sollte diese Bewegung beobachtet werden“, meint Sänze, der deutsch-holländische Wurzeln hat und die Niederlande gut kennt. Auch in Deutschland gebe es bereits Versuche, Parteien zu gründen, die vor allem Migranten ansprechen, warnt Sänze.

Rassismusregister für Beamte

Die Botschaften der niederländischen „Denk“-Bewegung sind simpel. Migranten würden diskriminiert und man werde für ihre Rechte kämpfen. „Die Zeit der Integration ist vorbei“, ist im ‚Denk‘-Manifest zu lesen. Nun sei die Zeit der Akzeptanz für die Einwanderer gekommen. Die Gründer Kuzu und Öztürk fordern gar ein „Rassismusregister“, in das Beamte eingetragen werden sollen, die sich rassistisch oder islamfeindlich äußern. Zudem will die ‚Denk‘-Partei, dass niederländische Schulkinder verpflichtend entweder Arabisch, Türkisch oder Chinesisch lernen. „Solche Töne eines Migranten-Chauvinismus sollten uns zu denken geben“, meint Emil Sänze.

Foto: https://www.geertwilders.nl

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