Kenia: Das große Schlachten hat begonnen!

Symbolfoto: Pepe Pont/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Eine Reportage von Max Hastings für The Daily Mail, übersetzt von Marilla Slominski.

Noch vor wenigen Jahren war das Laikipia Plateau westlich des Mount Kenya gelegen, ein Paradies.

Oft ritt ich mit meiner Frau zusammen auf unseren Pferden in den Sonnenaufgang. Wir waren umgeben von Elefanten, Giraffen, Warzenschweinen und gelegentlich trafen wir auf einen Leoparden und wunderten uns, dass so viel wilde Schönheit auf dieser Erde noch existiert.

Das ist vorbei.

Seit Monaten werden die Viehzüchter und Ranchbesitzer der Region, viele von ihnen sind Weiße, von Stammesangehörigen mit automatischen Gewehren heimgesucht. Sie brennen die Gebäude nieder, bedrohen die Eigentümer und beanspruchen die Gebiete für ihre eigenen Viehherden.

Am Sonntag erreichte die Gewalt einen neuen Höhepunkt. Der bekannte Safari-Führer, Farmer und ehemalige britische Armeeoffizier Tristan Voospuy, wurde auf dem Rücken seines Pferdes erschossen. Er war dabei, den Schaden an seinen Lodges auf seinem Grund und Boden zu inspizieren, die kurz zuvor mutwillig niedergebrannt worden waren.

Die Nachricht seines Todes schockte und empörte das „weiße“ Kenia und seine Touristikbranche zutiefst, vergleichbar mit dem Überfall somalischer Piraten 2011 an der idyllischen Küste, bei dem mehrere Touristen gekidnappt und getötet wurden.

Mehr als ein halbes Jahrhundert seit der Unabhängigkeit 1963, galt Kenia als ein Land des Friedens und der Stabilität in einem Afrika der Tumulte und des Aufruhrs.

Seit einigen Jahren breitet sich Gewalt aus, verursacht durch den Landhunger einer explodierenden Bevölkerung, südsudanesische Warlords, Nashornjäger und einer korrupten Regierung.

Tausende kenianische Stammesangehörige sind im Besitz von AK-47 Sturmgewehren aus dem somalischen Kriegsgebiet.

Das Laikipia Plateau ist das Zuhause hauptsächlich weißer Farmer, die durch die Regierung unterstützt wurden, sich dort anzusiedeln, da das Land nicht sehr fruchtbar ist. Sie betreiben dort Rinderzucht und das Gebiet ist ein Rückzugsort für eine Vielzahl von wilden Tieren geworden.

Umzäunte und bewachte Schutzgebiete wie Mugie, Borana und Lewa, in denen auch schon die britischen Prinzen William und Harry oft zu Gast waren, bieten seltenen Arten wie dem Breit- und Spitzmaulnashorn und dem Grevyzebra einen Lebensraum.

Doch Stacheldraht und Aufseher schützen nicht gegen die Invasion der Nomaden, die versessen darauf sind, ihre Weidegründe zu vergrößern, denen Besitz und Leben anderer egal ist, erst recht wenn es sich um Weiße handelt.

Sie meinen, dass die Dürre sie dazu zwingt, neues Land für ihre Viehherden zu erobern. Die Farmer vermuten politische Motive. Im Wahljahr, wo auch die Stimmen von Mördern und Wilderern zählen, tut die Regierung wenig, um die Ordnung wiederherzustellen.

Eine kenianische Webseite für Farmer berichtet von der täglichen Angst, mit der die Familien leben:

“19 Kühe und 21 Kälber am hellichten Tag gestohlen, gut organisiert und geplant, der Farmer George wurde mit fünf Polizisten in einen Hinterhalt gelockt, zwei von unseren Angestellten wurden von einer Gang von vier Samburu (ein lokaler Stamm) verprügelt, einer trug ein Sturmgewehr…Jamie Roberts kam mit dem Flugzeug, um zu helfen… auf sein Flugzeug wurde geschossen…es nimmt kein Ende und die Politik tut nichts dagegen, um das Abschlachten der Wildtiere und die Zerstörung unseres Privateigentums zu verhindern…“

Das Wild, der Schatz Ostafrikas und Attraktion für so viele Touristen wird wegen Fleisch, Elfenbein und dem Horn der letzten Rhinozerosse, gnadenlos niedergemetzelt. Präsident Kenyatta interessiert sich nicht für den Tourismus, ihm geht es nur um noch mehr Macht und Bestechungsgelder.

Meine Frau fragte mich: „Wer wird noch herkommen, wenn es nichts mehr zu bestaunen gibt?“

Der Mord an dem 60jährigen Tristan Voorspuy wird jeden Weißen in Ostafrika und tausende von Touristen, die bei ihm und seiner Frau Cindy auf der Sosian Ranch Urlaub machten, mit Abscheu erfüllen.

Er wurde in Südafrika geboren. Er war ein tapferer und zäher Mann, so wie weiße Siedler in Afrika sein müssen. Wäre er vorsichtiger gewesen und nicht allein losgeritten, vielleicht wäre er noch am Leben. Doch Männer wie Voorspuy kennen nur einen Weg, die Dinge zu erledigen, die getan werden müssen und der ist, sich der Gefahr zu stellen.

In den letzten Monaten gab es mehr als ein Dutzend von Stammesangehörigen Ermordete zu beklagen. Gestorben für etwas mehr Weideland.

Das, was gerade in Kenia passiert, folgt demselben Schema, das in Zimbabwe unter dem 93jährigen Tyrannen und Massenmörder Robert Mugabe zu beobachten war. Unter Mugabes Regime wurden die weißen Farmer von ihren Farmen vertrieben. Nach den Zwangsräumungen eroberte die Wildnis eines der ertragreichsten Agrargebiete Afrikas zurück.

Präsident Jacob Zuma verfolgt in Südafrika genau dieselbe Politik. Um die explodierende Bevölkerung zu beschwichtigen, lässt er die Landübernahme zu und sieht über die steigende Zahl an Ermordungen von weißen Landbesitzern hinweg.

In Kenia haben meine Frau Penny und ich einige der glücklichsten Monate unseres ganzen Lebens verbracht. Wir werden nie den Moment vergessen, als wir bei einem unserer Ausritte plötzlich einem Löwen gegenüberstanden.

„Ich hoffe, er ist nicht hungrig“, sagte sie behutsam. „Sei nicht albern“, antwortete ich, vielleicht mit etwas mehr Überzeugung in der Stimme, als ich wirklich fühlte.

Etwa 30 Sekunden standen wir uns in kurzem Abstand bewegungslos gegenüber, bevor der Löwe abdrehte und im Busch verschwand.

Momente, wie diesen wird es nie wieder geben und wir zittern um das Einkommen von tausenden Menschen, Schwarze wie Weiße, die bedroht werden von einer 10 000 Mann starken bewaffneten Gruppe von Stammesangehörigen, die 135 000 Stück Vieh vor sich hertreibt.

Die Männer, die Tristan Voorspuy ermordeten, sahen in ihm nicht den Mann, der sein ganzes Leben in Afrika verbracht und Arbeitsplätze für Einheimische geschaffen hat. Für sie war er ein reicher weißer Eindringling, der Land beanspruchte, dass ihrer Meinung nach ihnen zusteht.

Es bricht uns das Herz, Kenia bei dem Abstieg in die Dunkelheit zusehen zu müssen.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-4291586/End-white-man-Africa.html#ixzz4ahZTM8YC

Symbolfoto: Pepe Pont/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

 

 

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