Jürgen Stark: Sozialdemokratie heute – Lasst uns von Inkompetenz reden

 

„Innenpolitisch hat Schulz keine Kompetenz. Schulz kann nur Kanzler werden mit Rot-Rot-Grün!“

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär

Es war einmal. Eine industrielle Revolution breitete sich in Europa und über den Rest der Welt aus. Millionen von Menschen wechselten aus bäuerlichen Betrieben und sonstiger Agrarwirtschaft in düstere Werkshallen und wurden Lohnsklaven der Moderne. Maschinenstürmer versuchten die gute alte Zeit des Handwerks zu Land und zur See zu retten, doch es kam anders. Selbst die Gegner dieser brachialen Modernisierung wurden zu Anhängern des Fortschritts jeglicher Art, aus Technik wurde politischer Fetisch, aus Vernunft Glaube, aus Kritik radikaler „Klassenkampf“. Denn die Eigentums- und Besitzverhältnisse inmitten dieses historischen gesellschaftlichen Wandels sorgten für heftigen und berechtigten Streit.

Von Jürgen Stark

Die Eigentümer der Fabriken und der noch analogen maschinellen Fabrikation bekamen nun einen uneinholbaren, finanziellen Vorsprung gegenüber jenen, die sie gerade von den Feldern in ihre Hallen gelockt hatten. „Der junge Karl Marx“ (soeben in den Kinos als Film von Raoul Peck), der bis heute noch Philosophen und Filmemacher inspiriert, sinnierte über den von Arbeitern geschaffenen „Mehrwert“ an den Werkstischen und den Fließbändern, von dem sie via Lohnzahlung bei der weiteren Vermarktung ausgeschlossen seien. Flugs wurde „Das Kapital“ geschrieben, jeder Kapitalist zum Menschenfeind erklärt, der Kampf für „soziale Gerechtigkeit“ zur beschlossenen Sache – bis heute, bis zur aktuellen Agenda für den Wahlkampf des „Genossen“ Martin Schulz an der Spitze eines Konzerns namens SPD. Vorwärts und nicht vergessen: Fortan rangen linksextreme Anhänger einer Menschheit in „Kommunen“ mit den eher pragmatischen Kräften eines sozialdemokratischen Lagers um die Vormachtstellung innerhalb eines per Gesäßgeografie sortierten linken Lagers im Rahmen einer aufkommenden Parteiendemokratie – jede Menge Kollateralschäden inbegriffen.

TV-Talkerin Sandra Maischberger wurde soeben mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Wofür? Für ein Höchstmaß an TV-Verblödung zur besten Sendezeit? Für Journalismus ohne Grund und Boden und weit, weit jenseits der inhaltlichen und relevanten Zusammenhänge…?! Wenn man eine Talksendung „Alles auf Schulz: Kann er Merkel stürzen?“ nennt, dann ist das flachster Boulevard (Alles auf Leipzig: Können sie den FC Bayern stürzen, hahaha!). Wenn man dann aber solche schmerzhaft dümmlichen Sendungen mit routinierten Phrasendreschern sich auch noch ansieht, dann möchte man derartiges abrupt unterbrechen und einen geschichtlichen Block wie eingangs zu diesem Artikel einblenden, um so doch noch wenigstens den Versuch zu unternehmen, den Vertretern eines vollkommen überholten Links/Rechts-Parteiensystems das miese Schauspiel zu verderben. Auch wenn an diesem Talk CSU-Generalsekretäre, „Stern“-Journalisten und SED-Linkspartei-Demagoginnen teilnahmen, bleiben wir beim Thema SPD, denn da liegt ein Hauptwiderspruch der nähere Betrachtung verdient. Es geht um eine inhaltliche Bewertung vor historischem Hintergrund, der natürlich in seichten Sendungen wie bei Maischberger leider nicht einmal ansatzweise eine Rolle spielt.

Landesweit erlebten wir jetzt einen fortwährenden Medienhype um den „Genossen“ Schulz, der aus seiner komfortablen EU-Sänfte als Einkommensmillionär herab gestiegen ist, um dem einfachen Volk die „soziale Gerechtigkeit“ zu bringen. Eine Lachnummer. Eigentlich. Nicht so bei einem überwiegend entpolitisierten Volk und einer politisch korrekt dressierten Jugend sowie einer Medienlandschaft, die von altlinken Kräften jeglicher Couleur inzwischen nahezu vollständig kontrolliert wird. Blödheit ist machbar, Herr Nachbar! Mit einem politischen Angebot für eine „soziale Gerechtigkeit“, die sich an den Problemlagen des 19. und mittleren 20. Jahrhunderts orientiert, kann man die Welt dieser Tage kaum noch politisch gestalten – da drängt sich dann die Frage auf, ob die Genossen aus dem uralten Arbeiterverein SPD das überhaupt wollen?! Verwalten reicht doch auch, zumal es nach oben hin supergut bezahlt wird. Warum denn auch das meinungslose Aussitzen von allem, was als Problem hierzulande eine akute Rolle spielt, weiterhin einer Kanzlerin überlassen, die das Schweigen der Lämmer, also ihrer Untertanen, so sehr liebt, dass sie fast jeden Tag voran schweigt.

Mehr als drei Jahrzehnte (!) ist es nun schon her, dass Ralf Dahrendorf, Liberaler und seinerzeit einer der intelligentesten, programmatischen Köpfe der FDP, einen politisch weitgehend gerechtfertigten „Nachruf“ (!!!) auf die SPD (!!!!!) verfasste. Doch sie lebt immer noch. Die SPD. Aber wie…!!! Dahrendorf wurde regelrecht offiziell durch die CDU-Kanzlerin Andrea Merkel in ihrer Regierungsperiode bestätigt, mehr Sozialdemokratie geht kaum noch, allerdings zunehmend und in dieser inzwischen mitunter lächerlichen, karikaturhaften und eher trostlos inhaltsleeren Art – möglicherweise bald auch fast nur noch so in Deutschland. Fassen wir uns kurz: Die Verdienste bestanden so wie sie Dahrendorf vor mehr als dreissig Jahren beschrieb – doch was hat diese Partei denn in der Zwischenzeit so alles auf ihre einst rote Fahne geschrieben?

„In seinen besten Möglichkeiten war das Jahrhundert sozial und demokratisch. An seinem Ende sind wir (fast) alle Sozialdemokraten geworden. Wir haben alle ein paar Vorstellungen in uns aufgenommen und um uns herum zur Selbstverständlichkeit werden lassen, die das Thema des sozialdemokratischen Jahrhunderts definieren: Wachstum, Gleichheit, Arbeit, Vernunft, Staat, Internationalismus… Diese Annahmen stimmen heute allesamt nicht mehr. Wir erleben das Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts in der OECD-Welt. Noch nie haben so viele Menschen so breitgefächerte Möglichkeiten gehabt, wie am Ende der sozialdemokratischen Epoche…. Ein Verdienst der sozialdemokratischen Epoche ist vor allem festzuhalten: Sozialdemokraten haben das, was wir etwas lose Demokratie nennen, durchgesetzt und verteidigt. Die Verbindung von Rechtsstaat und den Institutionen der offenen Gesellschaft ist die politische Form der sozialdemokratischen Epoche…. Das sozialdemokratische Programm ist attraktiv. Nur eben: Es ist ein Thema von gestern. Das gilt nicht nur, weil ungewollte Entwicklungen den Annahmen dieses Themas den Boden entzogen haben. Es gilt vor allem, weil das Thema seine Möglichkeiten erschöpft hat.“

Ralf Dahrendorf, Professor für Soziologie und ehemaliger Leiter der London School of Economics, 1983

Es sind Sätze, die man im Internet in diversen Foren nachlesen kann und deren Wahrheitsgehalt belegt ist: Die SPD hat sich seit den ersten goldenen Jahren ihrer Kanzlerschaft unter Willy Brandt zu einem steuergeldfinanzierten Konzern entwickelt. Mehr als 3.500 Medienbeteiligungen in ganz Deutschland garantieren, daß inzwischen fast jeder mit Gabriels und anderer Genossen Gülle schon zum Frühstück abgefertigt wird – die öffentliche Meinung in Deutschland ist fest in sozialdemokratischer Hand, unsere angeblich freien Medien existieren insofern schon lange nicht mehr, was sich am meinungsverfärbten Einheitsbrei überall auch sehr leicht erkennen läßt. Dieses ist der Hauptgrund, warum fast nirgends in Deutschland über Anspruch und Wirklichkeit dieser Partei reflektiert, recherchiert und redaktionell gearbeitet wird. Doch was gäbe es da alles zu berichten….

Dahrendorf irrte, weil er von einem kommenden  internationalen Pakt nichts ahnte, den Finanzjongleure wie George Soros in den USA schmiedeten um den Wohlstands- und Regierungslinken einen praktikablen Weg für das postkommunistische Zeitalter zu weisen. Eine von finsteren Interessen gelenkte Simulation von „Gerechtigkeit“, eine weitgehenden Entmündigung der Massen, die man als dumme Claqueure und identitätslose Gestalten formen möchte, leicht lenkbare Trottel – das wurde der Weg der Sozialdemokratie ins 21. Jahrhundert. Obendrauf eine Verwaltungsmonarchie „gutmenschlicher“ Bonzen, die Linken sind wieder obenauf!

Jenseits der industriellen Revolution und ihrer sozialen Frage haben „Gutmenschen“ der sozialdemokratischen Art von Obama bis Merkel inklusive der „echten“ Sozis á la Schulz eine neue Agenda gefunden, erfunden und besetzt. Nicht mehr die Arbeiterklasse muss befreit werden, sondern die Menschen von ihren Geschlechtern und einer nicht genügend vielseitigen Sexualität; Fußgängerzonen bilden die Gassen in den zu errichtenden neuen Menschenparks in denen leise und langsam E-Autos rollen; das Ozonloch muss vergesellschaftet, die Luft und das Atmen können besteuert werden, neben den Reichen, denen man immer alles nehmen kann, wenn es denn sein muß; da der in völliger Verblendung als „unschuldig“ wahrgenommene Islam als Sinnbild der imperialistischen Unterdrückung und Ausbeutung von den Linken schon zu Zeiten eines Jassir Arafats als Bündnispartner auserkoren wurde, genießt diese Totalreligion nun umfassenden Artenschutz; Familien sind ein Hort des Bösen und Reaktionären, Chancengleichheit kann nur der Staat ab Entbindungsstation garantieren, schon die DDR probte übrigens die „Verstaatlichung“ von Kindern und raubte sie den Eltern von Systemkritikern. Kurz: Der TOTALE Staat der „sozialen Gerechtigkeit“ steht. Geschlechtergerecht. Umweltgerecht. Minderheitengerecht. Mindestlohngerecht. Steuergerecht. Muslimgerecht. Einwanderungsgerecht. TOTAL gerecht – was nur der TOTALE Staat kann. George Orwell dürfte sprachlos „da oben“ sitzen und staunen, Hitler sich vor Lachen auf die Schenkel donnern und Stalin und Mao stinksauer sein, dass sie bei diesem TOLLTOTALEN nächsten Menschheitsexperiment nicht dabei sein und mit murksen dürfen…..   und auch Mohammed dürfte diesen Zustand im Übergang zum Weltkalifat recht schön finden und fröhlich Erdogan, den Ayatollahs im Iran, den christenköpfenden Terrorbanden des IS oder am Hindukusch von seiner blutroten Wolke aus zuwinken!

Dieses neue sozialdemokratische Zeitalter ist die Hölle. Alte Hippies, wie die Clintons in den USA, haben offenbar an diesem blanken Unsinn mitgestrickt. Linksverblendete Eliten leben überall in Regierungen und Verwaltung sorgenfrei bis ins hohe Alter und schleppen dabei nebenher ein riesengroßes Problem mit sich herum – das aber soll natürlich keiner bemerken, also viel Geschrei gegen politische Gegner, teile und herrsche! Nach ca. 150 Jahren ideologischem Denken und einem Braten im eigenen Saft, ist nämlich keinerlei Substanz mehr vorhanden, die in irgendeiner Art und Weise zukunftsweisend sein könnte. Im Gegenteil. Beim Schielen auf neue Wählerstimmen hierzulande etwa haben die SPD-Genossen über Jahrzehnte die türkischen Einwanderer untertänigst hofiert, eine Integration dank massiver Bekämpfung einer deutschen Leitkultur weitgehend eher behindert und sich zu Komplizen eines auch am Bosporus neu erwachten politisch-faschistischen Islam gemacht. Jetzt können sie nicht mehr zurück. Zwischen Transgendertoiletten, HochschulprofessorX und einem sonstwie geistig verzwergten Deutschland lächerlichster linker Milieus ist kein Platz mehr für richtungsweisende Ideen für unser Land und Europa, die Bewältigung der katastrophalen „Energiewende“, eines neuen Aufbruchs der Zivilgesellschaft ins 21- Jahrhundert der revolutionären Technologien, einem dringend benötigten Comeback der Familien mit mehreren Kindern als Fundament von Staat, Gesellschaft, Ökonomie und Rente. Gerade auch für eine Abwehr des uns alle von innen und außen massiv bedrohenden Islams ist keine Reserve mehr vorhanden. Das hat der neue Kanzlerkandidat der SPD auch schnell verdeutlicht.

Er ist das wandelnde Nichts mit großer Klappe und noch mehr Nichts dahinter. In einer deutschen Talkshow durfte er den dicken Max machen. Wo auch sonst findet man soviel Fragwürdigkeit und Sinnlosigkeit mit ernster Miene, wo doch alle vor Lachen brüllend auf dem Boden liegen müßten. Hier bei Anne Will 2017, Martin Schulz (61): „Obama hatte auch keine Erfahrung.“ Das sagte der Kandidat des SPD-Parteikonzerns, einer Partei also, die sich als Marketingprofil jenes der „Arbeiterpartei“ für den Jahrmarkt der Scheindemokratie gibt. Obama hinterließ bekanntlich nicht nur einen außenpolitischen Totalschaden, das wird Schulz dann ja auch wohl noch hinbekommen. Sehen wir es sachlich und nüchtern. Wer sich anno 2017 noch mit Klassenkampfrhetorik und Dritte-Welt-Romantik verhüllt, dieses als politisches Programm ausgibt, der ist vor allem eines: VÖLLIG INKOMPETENT! Oder wie der alte Arbeiterkämpfer (hahaha) SPD-Schulz bei Anne Will noch einen programmatisch drauf setzte: „Manche Dinge werden nicht falsch, nur weil Angela Merkel sie ausspricht.“ Oh mein Gott, wer hilft uns hier raus…?!

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-maischberger-innenpolitisch-hat-martin-schulz-keine-kompetenz_id_6549338.html

http://www.filmstarts.de/kritiken/235590.html

https://www.vorwaerts.de/artikel/spd-arbeiter-partei

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14021261.html

http://rettung-fuer-deutschland.de/blog/?p=1611

http://www.abendzeitung-muenchen.de/gallery.hoffnungstraeger-der-spd-martin-schulz-die-staerksten-sprueche-des-kanzlerkandidaten.d975f797-9e55-4b1a-b7e6-48e153468270.html/id/dffba3a2-db7e-4bd9-a174-09d08f4570c6

 

 

 

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