MEDIEN & ZENSUR: FACEBOOK

Artikel 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Für Facebook scheint das Grundgesetz nicht zu gelten. Dort findet Zensur statt. Der Umweg, über den zensiert wird, nennt sich „Gemeinschaftsregeln“ (community standards). Mißliebige Meldungen werden gerne unter Berufung auf diese Gemeinschaftsregeln gelöscht.

Von Max Erdinger

Gestern nachmittag ziemlich genau um halb vier teilte meinereiner einen Link der Webseite „themuslimissue“, in dem es um den millionenfachen Mord und hunderttausendfache Vergewaltigung an Hindus während des Dritten Indisch-Pakistanischen Krieges im Jahre 1971 ging. Meinereiner kommentierte den Link kurz und lakonisch mit „Immer dasselbe …“ und schickte ihn ab. Keine zehn Minuten später beendete Facebook meine Sitzung und sperrte mich für drei Tage. Der Beitrag wurde entfernt. Die Begründung war interessant: Display of nudity (Ausstellung von Nacktheit). Bei Facebook dürfen keine Bilder von Nackten erscheinen. Hatte ich etwa Nacktbilder in meiner Timeline gepostet? – Mitnichten.

Bebildert ist der Artikel in „themuslimissue“ gewesen mit einem offensichtlich traumatisierten Hindu auf der Flucht. Der Horror stand ihm ins rußige und verschwitzte Gesicht geschrieben, in seinen Armen hielt er den Körper einer leblos wirkenden Frau, deren einer Arm um seinen Hals geschlungen war. Wenn man sich das Bild genau ansah, konnte man einen Teil ihrer linken Brustwarze erkennen. Ich war also wegen der Zurschaustellung von Nacktheit gesperrt worden. Das Bild sah aus wie ein altes Pressefoto. Ich vermute, daß es wohl aus einer Zeitung des Jahres 1971 stammte. Es sah nach Pressefoto aus und war seiner Anmutung nach vergleichbar mit dem weltberühmten und preisgekrönten Bild des nackten vietnamesischen Mädchens nach einem amerikanischen Napalmangriff, welches wohl jeder aus seinem Gedächtnis abrufen kann.

Natürlich dachte ich an einen Irrtum und daß wohl jemand den Blockwart gegeben haben mußte, dem es nicht gefällt, wenn meinereiner muslimische Gräueltaten thematisiert. Und daß er es eben auf der „Schiene Nacktheit“ probiert hätte. Deswegen protestierte ich an der vorgesehenen Stelle gegen meine Sperrung und forderte dazu auf, die Blockierung sofort wieder aufzuheben. Völlig zu Recht wies ich darauf hin, daß das bißchen Brustwarze auf dem Bild nicht im entferntesten mit der pornografischen Darstellung von Nacktheit in Verbindung zu bringen sei, wie sie in den „Gemeinschaftsregeln“ gemeint sei. Die Antwort kam prompt und wird im Falle eines Widerspruchs gegen eine Sperrung vermutlich automatisch generiert. Man werde einen zweiten Blick auf den beanstandeten Beitrag werfen, hieß es seitens Facebooks, – und sich dann wieder melden. Die dreitägige Sperre mit der fadenscheinigen „Begründung“ dauert nun seit 15 Stunden an – und eine Rückmeldung erfolgte nicht.

Mit anderen Worten: Wir leben in einer totalitären Bananenrepublik, in welcher regierungsamtlich bestellte Zensoren („correctiv“) mit dem größten sozialen Netzwerk zusammenarbeiten, um das Zensurverbot des Grundgesetzes zu unterlaufen. Der „Kampf gegen Haßkommentare“ im Internet ist nichts als die euphemistische Bemäntelung des Umstandes, daß man mit voller Absicht dabei ist, mißliebige Nachrichten und Meinungsäußerungen zu unterdrücken. Und das einen Tag, nachdem ein deutsches Gericht geurteilt hatte, Deutsche dürften medial straflos als „Köterrasse“ bezeichnet werden und ebenfalls einen Tag, nachdem ein deutscher Segler von Islamterroristen auf den Phillippinen geköpft worden ist. Es sieht ganz danach aus, als würden wir vor der Aufgabe stehen, erneut zwölf Jahre Deutsche Diktatur aufzuarbeiten (2005 – 2017).

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