Erlebnisparks für Vergewaltiger?

Wenn es regnet, wird es nass, wenn eine Frau vergewaltigt wird, ist sie das Opfer einer grausamen Tat. Daran gibt es nichts zu rütteln – sollte man meinen. Doch in Deutschland ist mittlerweile alles möglich. Und so können Menschen wie die Missy-Autorin Mithu Sanyal mit neuerfundenen Begrifflichkeiten und Tatsachenverdrehungen öffentlich Verwirrung stiften.

Von Thomas Böhm

Nun hat sich die Zeitschrift „Emma“ mit dieser „Irren“ beschäftigt und schreibt:

…In einem Spiegel-Interview wurde Sanyal gefragt: „Sie kritisieren die Fixierung auf Frauen als Opfer. Aber in den meisten Fällen ist das so. Und die Täter sind Männer.“ Sie antwortete schlicht und unwidersprochen: „Das stelle ich infrage.“

Was stellt Sanyal infrage? Die Realität? Ein Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Es gab im Jahr 2015 7.095 angezeigte Vergewaltigungen, davon waren 6.732 weibliche Opfer, das macht 95 Prozent. Für Sanyal scheinen das old fashioned facts, ein gestriger „Opferdiskurs“. Die Kulturwissenschaftlerin möchte von solcherlei Peinlichkeiten nichts mehr hören: Das Geschlecht von Tätern und Opfern ist für sie keine Kategorie. Sie will, zumindest rein sprachlich, die Opfer ganz abschaffen. Die sollen in Zukunft besser „Erlebende“ heißen. Und wo es keine Opfer gibt, existieren auch keine Täter. Wie praktisch…

http://www.emma.de/artikel/opfer-sollen-nicht-mehr-opfer-heissen-334215

Sexuelle Gewalt ist eben nicht nur ein „Erlebnis“, wie zum Beispiel mit der Achterbahn zu fahren, sondern ein Verbrechen, da gebe ich der Emma-Redaktion voll Recht.

Was hat Frau Sanyal eigentlich im Sinn? Will sie Erlebnisparks für Vergewaltiger in Deutschland einrichten? Das wäre wahrscheinlich überflüssig, denn die gibt es bereits: Zum Beispiel in Köln, am Bahnhof.

Hier noch ein Kommentar von Alexander Wendt:

Apropos: müsste der Vorschlag der WDR-Frau, Vergewaltigungsopfer künftig als „Erlebende“ zu bezeichnen, nicht dahin ergänzt werden, auch die Vergewaltiger so zu nennen? Schließlich erleben die auch was.
Die U-Bahn-Treppe Heruntergetreten könnten dann „Beförderte“ heißen, Ermordete „Beendete“.
So fernliegend ist das übrigens gar nicht. in ihrem ersten Statement nach dem Massaker auf dem Breitscheidtpkatz in Berlin sprach Angela Merkel tatsächlich nicht von „Ermordeten“, schon gar nicht von Opfern des islamischen Terrors, sondern von „Menschen, die nicht mehr unter uns sind“.
Vom besonderen Erlebnis auf dem Weihnachtsmarkt einmal ganz abgesehen.

Symbolfoto: Pixabay/ CC0 Public Domain

 

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