Alexander Wendt: Gehen Sie als Indianer zum Karneval!

Autor Alexander Wendt lässt sich nicht von den linken Umerziehern den Mund verbieten und gibt Tipps, wie man den Karneval im aufrechten Gang überstehen kann:

In Köln gibt es neuerdings Plakate mit dem Slogan „ich bin kein Kostüm“; die Kampagne soll den Kölnern ausreden, als Indianer, verschleierte orientalische Schönheit oder anderweitig inkorrekt zum Karneval zu gehen. Promt gibt es Beschwerden, jetzt dürfe man sich schon nicht einmal mehr als als Indianer verkleiden. Überhaupt dürfe man dieses und jenes nicht sagen. Oder nur heimlich.
Das ist Unsinn. Selbst wenn Sie ein anderes Kostüm zu tragen vorhatten: gehen Sie jetzt erst recht als Indianer. Stülpen Sie sich eine Karnevalsburka über. Sagen Sie öffentlich, was Sie denken. Widersprechen Sie, wenn jemand behauptet, dieses oder jenes dürfe man nicht sagen. Zwingen Sie ihn zu einer Begründung. Bleiben Sie immer bürgerlich und höflich dabei. Gehen Sie zu Wahlkampfveranstaltungen und widersprechen Sie Politikern, wann immer Sie das für richtig halten. Bereiten Sie sich gut vor. Gute Vorbereitung: den Fernseher ausschalten, lesen. Nutzen Sie das Informationsfreiheitsgesetz. Verlangen Sie die Herausgabe von Verwaltungsakten zu allem Möglichen. Wird das verweigert: klagen Sie. Fragen Sie, was beispielsweise die Amadeu-Antonio-Stiftung mit Ihrem Geld anstellt, also dem Geld des Steuerzahlers. Wenn es eine Antwort gibt: posten Sie die Antwort. Klagen Sie, wenn Moslems auf öffentlichen Straßen und Plätzen beten, und pochen Sie auf Ihre negative Religionsfreiheit.
Und vor allem, sagen Sie nie, nie, nie: „Das darf man ja nicht sagen.“

Foto: Screenshot/ ebay

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