Die Bürger sehen Höcke positiver als die Medien

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Gestern tagte die Landeswahlversammlung der thüringischen AfD in Arnstadt. In der Heldenstadt, wo die rote Gestapo 1989 die zweite Demo am 7. Oktober brutal zusammenknüppeln ließ. Statt vor dem Volk auf den Knien liegend Verzeihung zu erflehen, trägt nun ausgerechnet die damals weitgehend stasidurchsetzte Presse politische Angriffe gegen die AfD vor, die mit dieser diktatorischen Gewaltanwendung nun wirklich nichts zu tun hatte.

Von Wolfgang Prabel

Nach dieser historischen Reminiszenz kehren wir aus der damaligen Gummiknüppel- und Stacheldrahtzeit in die heutige Zensurzeit zurück. Natürlich war die Dresdner Rede von Höcke trotz der diskutierenswerten Erinnerungskultur – Kultur ist wegen der Vielschichtigkeit von Erinnerung hier wohl ein Hilfsbegriff – kein Meisterwerk politischer Klugheit, wie Alexander Gauland richtig feststellte. Und Björn Höcke hat längst mitbekommen, daß viele Freunde und Weggefährten ihn kritisierten: „Einige haben zu Recht gefragt, mußte das so sein? Ich habe ein wichtiges Thema in einer Bierzeltrede vergeigt, Interpretationsspielräume zugelassen“, so Höcke. Das sei ein Fehler gewesen, und er habe den richtigen Ton nicht getroffen. Er entschuldigte sich vor den anwesenden Parteimitgliedern (das waren immerhin 260 von insgesamt über 900) dafür.

Um dann gleich zum Angriff auf die Landesregierung überzugehen. Er geißelte die geplante Gebietsreform als ein linkes Zentralisierungsprojekt. Das Gift des Rückzugs aus dem ländlichen Raum werde zur Medizin erklärt, richtig sei weniger Zentralisierung und mehr lokale Selbstbestimmung. So hört sich ein waschechter Demokrat an.

Im Grußwort von Alexander Gauland an die Thüringer AfD zitierte dieser als älterer und belesener Herr einen Leitartikel des SPIEGEL-Herausgebers Augstein vom November 1998:

„Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.“

Der SPIEGEL hat diesen Satz überlebt, Höcke wird wegen der ähnlichen Äußerung nicht aus der AfD ausgeschlossen werden. Außerdem hat er in diesem Zusammenhang ja noch auf den Angriff gegen die New Yorker Presse und die Haifische in Anwaltsroben verzichtet. Gott sei Dank. Denn hinter der „New Yorker Presse“ darf man bei Rudolf Augstein einen nicht mitgedruckten Subtext vermuten. Zwischen den Zeilen sozusagen.

Der thüringische Bürger ist an Höckes Fehltritt nicht so verzweifelt, wie die Medien. Eine bei der WELT gerade laufende Wahlumfrage zur Thüringer Landtagswahl zeigt die AfD auf Platz 1 vor CDU und Linken. Die FDP liegt wieder hauchdünn über der 5-%-Linie, bei der grünen Verbotspartei für alles und für jeden sieht es mit dem Wiedereinzug in den Landtag fragwürdig aus. Zu finster sind die Machenschaften der Landesminister Siegesmund und Lauinger. Im Wahlkampf hatten sie plakatiert, daß jeder Baum ein Zuhause sei. Sie vergaßen vor der Wahl allerdings zu erwähnen, daß das nicht gilt, wenn so ein reaktionäres Gewächs einer gewollten Windmühle im Wege steht. Sind die Grünen nun eine Fake-Umweltpartei?

Wenn man mit dem Wahlergebnis von September 2014 vergleicht, so ergibt sich folgendes Bild (Stand 18.02.2017, 7:30):

CDU 25,7 % (  -7,8 %)
Linke 23,1 % (  -5,1 %)
SPD 12,2 % (   -0,2 %)
AfD   26,6 % (+16,0 %)
Grüne 5,0 % (   -0,7 %)
FDP    5,3 % (  +2,8 %)

Eine weitere Umfrage der WELT läßt auch Zweifel an der von den Medien geschürten Anti-AfD-Stimmung aufkommen:

Letztere Umfrage wurde in ganz Deutschland erhoben, insgesamt 43 % der Bürger wünschen sich offensichtlich einen etwas weitsichtigeren historischen Rückblick mit einer nationalen Erzählung, die nicht nur aus dem Tausendjährigen Reich, der Russenzeit und dem 30jährigen Krieg besteht.

Offensichtlich ist die Meinungsdiktatur der 68er schon fast Geschichte. Nur in den Staatsmedien haben sich ein paar Ewigmorgige verschanzt. Oder sind es jetzt schon wieder Ewiggestrige?

Vor zwei Tagen bin ich mal zu einigen Einkäufen ins Tal gefahren und habe dort ein paar AfD-Sympathisanten getroffen. Alle waren der Meinung, Höcke habe den Bogen überspannt. Aber keiner hatte den Wunsch jetzt wieder CDU oder Linke zu wählen. Noch hat Höcke Kredit. Wenn ihm nicht wieder die Pferde durchgehen kann er Ministerpräsident werden.

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http://www.prabelsblog.de/2017/02/die-buerger-sehen-hoecke-positiver-als-die-medien/

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