Angeblich

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Die Welt - Medienkritik (Foto: Collage)

Von Thomas Böhm

Der Begriff „angeblich“ wird von den meisten deutschen Journalisten immer dann verwendet, wenn sie gegenüber ihren Lesern die Realität leugnen, die Wahrheit verschweigen oder einfach nur manipulieren wollen.

„Angeblich“ gehört genauso wie „mutmaßlich“ und „umstritten“ zu den Begriffen, die nur von Journalisten verwendet werden, die gerne um den heißen Brei herum schreiben, weil sie sich nicht trauen, den Tatsachen ins Auge zu schauen, oder weil sie nicht dürfen.

In der „Welt“ scheinen sich mittlerweile jede Menge dieser Antijournalisten  zu tummeln. Wir lesen einen aktuellen Beitrag – wie soll es anders sein – über Donald Trump:

Nach einer Verwirrung erzeugenden Aussage über einen angeblich in Schweden stattgefundenen Terroranschlag hat US-Präsident Donald Trump eine Erklärung abgegeben. Er habe die Aussage nach einem TV-Bericht des Senders Fox News über Einwanderer in Schweden gemacht, twitterte er.

Bei einer Rede am Sonntag hatte er im Zuge von Terrorattacken in Europa auch Schweden genannt, wo am Samstagabend angeblich etwas passiert sei. Das schwedische Außenministerium erklärte daraufhin, der Behörde seien keine Vorfälle bekannt.

Konkret hatte Trump vor Anhängern gesagt: „Schauen sie sich an, was in Deutschland passiert ist“, hatte Trump gesagt. „Schauen sie sich an, was gestern Abend in Schweden passiert ist. Schweden! Wer hätte das gedacht. Schweden. Sie habe viele aufgenommen. Sie haben Probleme, die sie nicht für möglich gehalten hätten.“ Trump versucht zurzeit mit Verweis auf die Sicherheit, schärfere Einreisebestimmungen in seinem Land durchzusetzen…

https://www.welt.de/politik/ausland/article162215129/So-erklaert-Trump-was-gestern-Abend-in-Schweden-geschah.html

So viel ist klar – auch wenn es vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt wurde – Trump ging es um den zunehmenden Migrantenterror, der sich in Europa wie ein Flächenbrand ausbreitet. Der Begriff „gestern“ ist hier wohl eher nur symbolisch gemeint gewesen, was die „Welt“ dann auch zugeben muss.

Das Präsidialamt in Washington erklärte zudem am Sonntagabend, Trump habe allgemein über eine zunehmende Kriminalität und jüngste Vorfälle in Schweden gesprochen und nicht ein bestimmtes Ereignis gemeint. Es habe Berichte über steigende Kriminalität in Schweden gegeben. Der Präsident habe möglicherweise einen solchen Bericht auch im Fernsehsender Fox gesehen.

Der Sender, den Trump manchmal lobt, hatte am Freitag über mutmaßliche Kriminalitätsprobleme in Schweden berichtet, die mit Einwanderern im Zusammenhang stehen sollen. In einem Bericht der Sendung „Tucker Carlson Tonight“ hatte es geheißen, dass Schweden im vergangenen Jahr mehr als 160.000 Asylsuchende aufnahm, aber lediglich 500 Arbeit gefunden hätten. Zudem gebe es einen Anstieg von Waffengewalt und Vergewaltigungen…

https://www.welt.de/politik/ausland/article162215129/So-erklaert-Trump-was-gestern-Abend-in-Schweden-geschah.html

Und nun kommt das, wofür schlechte Journalisten heutzutage bezahlt werden, weil es politisch so gewollt ist:

Statistiken zufolge geht die Kriminalitätsrate in dem EU-Land seit 2005 zurück, obwohl Schweden Hunderttausende Einwanderer aus Ländern wie Syrien oder dem Irak aufgenommen hat…

https://www.welt.de/politik/ausland/article162215129/So-erklaert-Trump-was-gestern-Abend-in-Schweden-geschah.html

Dieser Beitrag in der „Welt“ zeigt uns, dass mit jedem Tag des Trump-Bashings die Gehirne dieser Journalisten auf Erbsengröße schrumpfen. Erst können sie nicht mehr richtig schreiben und dann sind sie nicht mehr in der Lage zu lesen.

Dass Trump wieder einmal Recht hat, mit dem was er sagt, erfahren wir dann aus anderen Zeitungen, die eigentlich auch den „Welt“-Redakteuren bekannt sein müssten:

Drogenhandel, Schießereien: Manche Viertel im schwedischen Malmö gelten bereits als No-Go-Zonen. Politiker fordern Hilfe vom Militär.

BILD war vor Ort und hat sich in Gegenden umgeschaut, in die sich nicht einmal mehr die Polizei wagt…

http://m.bild.de/bild-plus/politik/ausland/schweden/polizei-hat-kontrolle-ueber-malmoe-verloren-50090658,view=conversionToLogin.bildMobile.html?wtmc=mw

Schweden hat traditionell zwar eine sehr liberale Einwanderungspolitik, seit Beginn der Flüchtlingskrise hat das skandinavische Land allerdings mit steigender Kriminalität zu kämpfen. Besonders bei Diebstählen, Sexualdelikten und Bandenkriminalität verzeichnet die schwedische Polizei Zuwächse. 55 Gebiete im ganzen Land werden von den Beamten bereits als „No-go-Zonen“ geführt. Schwedische Medien berichten, die Polizei verliere zunehmend die Kontrolle.

http://www.krone.at/welt/asylkrise-schwedens-polizei-verliert-kontrolle-no-go-zonen-story-530940

Vielleicht wissen die „Welt“-Redakteure in ihrem Stumpfsinn nicht mal mehr, dass es so etwas wie ein Auswärtiges Amt gibt, das immerhin schon einmal eine Reisewarnung ausgegeben hat:

Seit Anfang März 2016 gilt für Schweden eine erhöhte Terrorwarnstufe.

Reisende in Stockholm werden gebeten, sich in der Stadt sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln umsichtig zu bewegen, größere Menschenansammlungen zu meiden und in jedem Fall Weisungen der schwedischen Sicherheitskräfte zu befolgen. Besonders während religiöser Feiertage und auf Großveranstaltungen wie Konzerten oder Festivals sind besondere Aufmerksamkeit und Wachsamkeit geboten…

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/SchwedenSicherheit_node.html

Was für ein Drama! Die „Welt“-Redakteure können vor lauter ideologischer Blindheit nicht mal mehr die Tagesschau verfolgen:

Schweden diskutiert über tödliche Gang-Gewalt. Immer mehr Todesopfer sind zu beklagen – viele von ihnen gerieten offenbar unbeteiligt zwischen die Fronten. Regierung und Polizei versuchen gegenzusteuern, doch die Kritik wächst.

https://www.tagesschau.de/ausland/gewalt-malmoe-101.html

Kommen wir nun zum Schluss noch einmal auf den „Statistik-Wert“, den die „Welt“ benutzt. Dazu gab es vor etwas über einem Jahr einen interessanten Beitrag – in der „Welt“:

Die schwedische Polizei hält Kriminalität im Zusammenhang mit Flüchtlingen laut einem Medienbericht geheim. Informationen über Straftaten, bei denen Täter oder Opfer Asylbewerber sind, werden nach einem Bericht der Zeitung „Dagens Nyheter“ mit dem Geheimhaltungscode „291“ versehen.

In der internen Polizeianweisung, die der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt, soll es unter anderem heißen: „Nichts soll nach außen dringen.“

Seit Ende Oktober 2015 werde jedes Verbrechen von und an Flüchtlingen mit diesem Code gekennzeichnet, darunter zum Beispiel auch Brände in Unterkünften für Asylbewerber. Aber auch Arbeitsstunden der Polizei in der Flüchtlingssituation stünden unter Verschluss…

https://www.welt.de/politik/ausland/article151331793/Code-291-bringt-Schwedens-Polizei-zum-Schweigen.html

Was soll man von Journalisten halten, die nicht mal mehr wissen, was in der eigenen Zeitung stand?

Tatsächlich geht es den Medien beim Trumpbashing um etwas ganz anderes, das macht auch dieser unsägliche Beitrag wieder deutlich. Statt sich mit den wirklichen Problemen dieser Zeit auseinanderzusetzen und die Bürger zu informieren, findet hier mit der „Gesterndebatte“ ein perfides und gigantisches Ablenkungsmanöver statt.

Enden wir diesen Beitrag mit einem Kommentar in der „Welt“:

Ich komme aus Schweden, dass Land steht kurz vor dem Zusammenbruch. Malmö ist mittlerweile überall.

Und eben auch in Deutschland.

 

 

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