Hätte Petry auch Strauß ausgeschlossen?

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass es schon vor Björn Höcke prominente Kritiker des Berliner Holocaustmahnmals oder der besonderen Form der deutschen Geschichtspolitik gab. Darunter „politisch Unverdächtige“ und Personen von bundesrepublikanischen Rang und Namen. Genannt seien hier nur Martin Walser, Rudolf Augstein und Franz-Josef Strauß. Von letzterem gab es aber beileibe nicht nur die Aussage, dass Vergangenheitsbewältigung als gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe ein Volk lähmen würde. Schon 1969 brachte er seine Sicht auf den damals sich anbahnenden Schuldkult pointiert zum Ausdruck: “Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen vollbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen.” (Zitat in der Frankfurter Rundschau, 13. September 1969).

Von P.I.News

Weitere Zitate von Strauß gefällig, die den Blutdruck der neuen AfD-Tugendwächter durch die Decke jagen würden? Bitteschön:

„Wir wollen von niemandem mehr, weder von Washington, noch von Moskau, von keinem europäischen Nachbarn, auch nicht von Tel Aviv, ständig an unsere Vergangenheit erinnert werden.“ – 1977, zitiert nach DER SPIEGEL

“Ich bin ein Deutschnationaler und fordere bedingungslosen Gehorsam.” – DER SPIEGEL, 30. November 1970

“Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.” – DIE WELT, 23. September 1974

Übrigens lag das vielfach bei Wahlen bewiesene Wählerpotential von Franz-Josef Strauß in Bayern bei 50 % plus X und deutschlandweit bei 44,5 % bei der Bundestagswahl 1980 – und nicht bei „4-5 %“, wie vermeintlich schlaue Köpfe mit Blick auf „böse AfD-Rechtausleger“ schon seit der Lucke-Ära der Parteibasis einzureden versuchen. Wurde damals gebetsmühlenhaft der Untergang der AfD bei einem Weggang von Luckes neoliberaler Machtclique prophezeit, so wiederholen heute die gleichen falschen Propheten ihr altes Lied mit neuen Strophen.

Denn es ist eben gerade nicht der Fall, dass bei Wahlen kurzfristig 15 % plus X und langfristig 30 % plus X durch enttäuschte CDU- und FDP-Wähler zu gewinnen sind. Die meisten davon wählen seit Jahrzehnten lamentierend das „kleinere Übel“ und werden auch künftig bei ihrem „Augen zu, CDU“ bleiben. Auch Wähler älterer Rechtsparteien werden mangels Masse alleine nicht die Wende bringen können. Dagegen haben alle Untersuchungen der bisherigen AfD-Wahlerfolge gezeigt, dass neben einem Zustrom aus allen anderen Parteien vor allem der Urnengang ehemaliger Nichtwähler entscheidend war. Nur diese Wählergruppe, deren Anteil je nach Wahl zwischen 30 und 50 % schwankt, ist in der Lage, wirklich große Veränderungen in der Parteienlandschaft zu erzeugen.

Es gilt also vor allem die mit der gesamten Politik Unzufriedenen, vom System Enttäuschten, wirtschaftlich Abgehängten, von den etablierten Medien Entfremdeten und vom Establishment Angewiderten zu gewinnen! Ob das eher mit einem Volkstribun vom Schlage eines Franz-Josef Strauß oder mit einem weichgezeichneten Mainstream-Abziehbild gelingt, mag sich jeder selbst beantworten. Wer noch Hilfe beim Nachdenken braucht, dem sei ein Blick auf die letzte US-Präsidentschaftswahl empfohlen.

Video “Best of Strauß”:

Foto: Collage/ P.I.News

https://www.pi-news.net/2017/02/haette-petry-auch-strauss-ausgeschlossen/

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