Bullen verprügeln und… nichts passiert

Wenn in Deutschland eine Polizeiwache überfallen wird, ist das schon eine Nachricht wert. Wenn der Angreifer nur ein einziger 30jähriger Mann ist, der 6 Beamte krankenhausreif prügeln kann, ohne dass ihm die Scheiße aus dem Leib geprügelt wird, verwundert das auch nur noch bedingt, ist doch davon auszugehen, dass hier nicht SEK-Beamte vor Ort waren, sondern zahnlose Papiertiger. Wenn dann aber der Täter noch nach der vorläufigen Festnahme und nach dem Haftprüfung wieder auf freien Fuß gelassen wird, ist dass wieder ein Skandal, der so nur in Deutschland stattfinden konnte.
Von Thomas Heck
Lesen Sie den Polizeibericht:
Ein 30-Jähriger, der am Freitagabend (3. Februar) ins Bundespolizeirevier München Ost im Münchner Ostbahnhof kam, um dort nach eigenen Angaben eine Strafanzeige aufzugeben, griff unmittelbar nachdem er die Dienststelle betreten hatte, unvermittelt mehrere Polizeibeamte an. Dabei wurden sechs Beamte leicht verletzt, drei mussten ihren Dienst abbrechen und begaben sich in krankenhausärztliche Behandlung. 
 
Gegen 17.10 Uhr meldete sich an der Gegensprechanlage des Bundespolizeireviers München Ost ein Mann und teilte mit, er wolle eine Strafanzeige aufgeben. Als der Wachbeamte die Türe öffnete, stürmte der Mann mit zur Faust geballten erhobenen Händen in die Dienststelle, ging durch eine die Räumlichkeit optisch trennenden Schwingtüre und griff den hinter einem Tresen stehenden Wachbeamten unvermittelt an. Während des Angriffs schrie er: „Ich habe genug von Euch!, Ich mach‘ Euch fertig! und Ich stech‘ Euch ab!“. Auch zwei weitere, in dem Raum befindlichen Beamten, die dem Kollegen zu Hilfe kamen, griff er in Boxermanier und mit Fußtritten in unbeschreiblicher Vehemenz und Intensität körperlich an. 
 
Nur unter erheblichem Kraftaufwand gelang es sieben Beamten den Gewalttäter zu bändigen. Als er überwältigt worden war, erkannten die Beamten in der Faust des Mannes ein Feuerzeug, dass er offensichtlich zur Verstärkung seiner Schläge angewandt hatte. Außerdem hatte er Schaum vor dem Mund. Auch nach der Überwältigung blieb er äußerst aggressiv und unberechenbar. Bei der Auseinandersetzung wurde u.a. das Mobiliar der Wache verschoben. 
 
Durch die informierte Staatsanwaltschaft wurde eine Blutentnahme und Haftrichtervorführung angeordnet. Aufgrund seiner Gefährlichkeit und Äußerungen nach der Festnahme wurde für den Mann, wie sich herausstellte ein 30-Jähriger Deutsch-Rumäne aus dem Landkreis München, mit Hilfe der Bayerischen Landespolizei über Nacht eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik veranlasst. 
 
Gegen den 30-Jährigen wird nun wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung ermittelt. Für die Beamten war das Verhalten des Mannes an der Gegensprechanlage normal; ein gesteigertes, wie nach dem Einlass an den Tag gelegtes Aggressivitätspotential nicht erkennbar. Die Beamten zogen sich Prellungen und Schürfwunden an verschiedenen Körperteilen zu. Drei mussten ihren Dienst sofort abbrechen und begaben sich in krankenhausärztliche Behandlung. Drei weitere Bundespolizisten kontaktierten nach dem Dienst ihren Hausarzt; einer meldete am nächsten Morgen den Verdacht eines Knochenbruches. 
 
Was den 30-Jährigen zu seiner Attacke veranlasste ist nicht bekannt. Allerdings war er bereits gegen Ende des vergangenen Jahres nach einer Fahndungsmaßnahme wegen unberechtigten Entfernens aus einer psychiatrischen Anstalt mit einem Widerstandsdelikt und Körperverletzungshandlung gegen Bundespolizisten am München Ostbahnhof aufgefallen. Nach der Haftprüfung konnte der 30-Jährige am Samstag die Haftanstalt freien Fußes wieder verlassen…
Symbolfoto: Pixabay/ CC0 Public Domain

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