So wird der Berliner CSD zum Wahlhelfer für AfD & Co

Foto: Oh-Berlin.com/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Wie gestern das renommierte Onlinemagazin „Jouwatch“ http://www.journalistenwatch.com/2017/02/03/csd-schwule-demonstrieren-fuer-ihren-untergang/ meldete, hat der Berliner CSD-Verein den Homosexuellen der Hauptstadt wieder mal ein dickes Ei ins rosa Nest gelegt.

Von David Berger

Als ob der finanziellen Unregelmäßigkeiten, interner Streitigkeiten um lächerliche Pöstchen und unangemessener bis peinlicher Bilder in den Medien nicht genug wäre, setzt man jetzt noch eines drauf.

Unter 200 Vorschlägen hat man nämlich jetzt sein Motto gewählt und bekannt gegeben: „Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts!”

Dass mit dem ersten Teil des Mottos genau jene Vorurteile bedient werden, nach denen Homosexuelle mit einem geradezu missionarischen Eifer ihr Sexleben öffentlich zelebrieren, sei geschenkt. Die Rechnung, dass dadurch junge Menschen leichter zu ihrem Coming out finden und rascher als Sexualpartner zur Verfügung stehen, geht in der Regel ohnehin nicht auf. Ganz im Gegenteil.

Viele junge Schwule erzählen mir immer wieder, dass sie mit ihrem Coming out in der Familie und dem Bekanntenkreis so lange gewartet haben, weil ihnen die Schwulen oder Lesben, die man aus Film, Funk und Fernsehen – besonders von der Berichterstattung über die CSD-Paraden – kannte, so peinlich waren.

Aber da das Coming out durch den gesamtgesellschaftlichen Rahmen sehr leicht geworden ist, gleich sich das dann sozusagen aus. Wessen Intim-und Sexleben so abgenudelt langweilig ist, dass er es auf einem Paradewagen – ausgestattet mit Riesendildo und Rimmstuhl – offen ausleben möchte, der soll das meinetwegen tun.

Erfahrungsgemäß finden sich an dem Berliner Paradeweg ohnehin kaum und wenn dann nur homosexuelle Zuschauer. Wenn die in der Szene unterwegs sind, haben sie in der Regel ohnehin schon alles sexuell irgendwie Denk- und Machbare gesehen und fahren so die Devise: Mir grauts vor gar nichts mehr! Dass die Bilder dann natürlich bestens zu gebrauchen sind, um die kaum noch in Deutschland vorhandenen Vorurteile gegen Homosexuelle erneut aufleben zu lassen, steht dann schon auf einem anderen Blatt.

Aber irgendwie hat man sowieso den Eindruck, dass diese Kreise besonders bemüht sind, Homophobie ganz heftig anzuheizen.

Das ist auch verständlich, denn das Aufleben der Homophobie benötigen die den CSD mittragenden Homovereine zur Sicherung ihrer Finanzierung ebenso wie die Deutsche Aidshilfe einen möglichst hohen Stand an HIV-Neuinfektionen benötigt, um ihre stattliche Finanzierung durch öffentliche Gelder und damit die gemütlichen Posten im Verein sicher zu stellen. https://philosophia-perennis.com/2016/10/21/ich-habe-sowohl-die-katholiban-wie-die-queeriban-ueberlebt/

Aber was verspricht man sich, wenn man „gegen rechts“ auftreten möchte? „Was Schwulsein überhaupt mit links und rechts zu tun hat, bleibt ein Rätsel, oder sind nur die Linken die wahren Schwulen?“ fragt zurecht Jouwatch.

Was bewirkt es, wenn uns als Frauen verkleidete Männer nun affektiert sagen wollen, was wir zu wählen haben? Der Versuch wurde bereits schon einmal vor der Berlinwahl gemacht. Alles, was in der Homoszene seinen Namen ansatzweise richtig schreiben konnte, schloss sich einem „Bündnis bunt gegen braun“ an oder unterzeichnete einen „Berliner Appell“ https://philosophia-perennis.com/2016/09/01/queeriban-berliner-manifest/ , der verhindern sollte, dass die AfD ins Abgeordnetenhaus einzieht.

Das Ergebnis: Die AfD zog unter Pauken- und Trompetenklang mit fast 15 % in das Abgeordnetenhaus ein. Offensichtlich hält sich die politische Glaubwürdigkeit jener bemüht bunten, in Wirklichkeit nur in eine rosa Blase lebenden Protagonisten in ähnlichen Grenzen wie jene der Nannymedien. Und jeder politische Bevormundungsversuch erreicht bei den Wählern übrigens auch bei den homosexuellen, genau das Gegenteil. Nach dem Motto „Jetzt erst recht!“

Wer überzeugt ist, dass wir dringend einen Abschied von der linksdrehenden Republik brauchen, der wird daher das neue CSD-Motto nur begrüßen können. Wem allerdings der Ruf von Homosexuellen wichtiger ist, sollte die Macher dieses CSDs möglichst rasch in die Wüste schicken! In diesem Sinne möge man mir verzeihen, dass ich den CSD-Machern zurufe: Weiter so!

Foto: Oh-Berlin.com/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

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