Michael Klonovsky: Die SZ und die illegalen Waffen

Die Süddeutsche mokiert sich über Düsterdeutsche, die beim inzwischen polizeilich überführten online-Händler „Migrantenschreck“ Waffen gekauft haben, um sich allen Ernstes selber zu schützen (hier). Beziehungsweise, wie die Alpenprawda formuliert, „mit Waffen gegen Flüchtlinge“ vorzugehen.

Von Michael Klonovsky

Etwa wenn sich einer oder mehrere davon nachts in der Hosentasche, der Wohnungstür oder der Frau geirrt haben? Ach was! Passiert doch fast nie! Außerdem: „Migrantenschreck verschickt Waren, die in Ungarn noch legal sind – in Deutschland gehören sie zu den erlaubnispflichtigen Schusswaffen.“ Weil wir das bessere, demokratischere, zivilere Land sind, also weniger persönliche Freiheiten, weniger Selbstschutz und strengere Regeln für Nichtkriminelle benötigen. „Ohne eine Waffenbesitzkarte“, so der Süddeutsche Beobachter, „sind Erwerb und Besitz strafbar. Das liegt auch an der Wucht, mit der die Projektile den Lauf verlassen.“ Der genüge nämlich, um Menschen tödlich zu verletzen. Illegale Einwanderer sind okay, illegale Waffen nicht. Für die nunmehr von der Polizei ebenfalls überführten Kunden bedeute das: je nach der Heftigkeit des Verteidigungswunsches Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Haft wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Das Sicherheitsbedürfnis der Einheimischen ist kein höheres Rechtsgut als der Schutz z. B. von Einbrechern vor Verletzungen oder tödlichen Arbeitsunfällen. „Der Erfolg von Migrantenschreck zeigt“, kommentiert das Neue Süddeutschland, „wie leicht sich rechte Hetze“ – Polizeiberichte? PKS? Gefängnisbelegungsstatistik? Verurteiltenstatistik? – „zu Geld machen lässt.“

Mit einigen der desorientierten Waffenbesteller haben die Rechercheure sogar persönlich gesprochen. Keiner davon ist jemals niedergeschlagen oder vergewaltigt worden (dann dürften er oder sie solche Waffen übrigens auch nicht besitzen). Statt nachts in den öffentlichen Verkehrsmitteln Berührungsängste abzubauen, treiben sich diese Labilen und Verhetzten auf Internetseiten herum, die von der Masi noch nicht gesperrt werden konnten. „Wer Geschichten über ‚kriminelle Asylforderer‘ liest, kauft auch Schusswaffen, um sich vor der vermeintlichen Bedrohung zu schützen“, erklärt der Süddeutsche Willkommensbote seiner hoffentlich unbewaffneten Leserschaft die Motivlage dieser Spinner. Im Sortiment des endlich gesperrten online-Versandhändlers befand sich überdies noch ein sogenannter „Antifaschreck“-Revolver. Wenn jemand eine Waffe gegen die Antifa erwirbt, gibt er ja offiziell zu, ein Faschist zu sein, und verdient keine Nachsicht. Außerdem: Mit Gummigeschossen gegen Steinewerfer, das darf ja nicht mal die Polizei!

Bleibt am Ende nur die etwas grillenhafte Frage: Warum haben die ehrenamtlichen Staaatsschützer der Prantlprawda nicht auch mal im Milieu der knuffigen Araberclans in Berlin, Gelsenkirchen oder Bremen nach deren illegalen Waffen recherchiert, die gemeinhin stählerne Projektile mit noch etwas mehr Wucht verschießen, als den Gummipatronen der Migrantenschreckschusspistolen verliehen wird? Etwa weil ihnen in diesem Fall nicht einmal eine komplette Firmenlieferung von „Migrantenschreck“ mit Journalistenrabatt die Hälschen gerettet hätte?

http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

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