US-Einreiseverbot: FakeNews, Uniformiertheit oder schlicht Stimmungsmache?

Heute.de meldet:

„Von dem US-Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Ländern könnten nach einer Schätzung der Bundesregierung über 130.000 Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit betroffen sein. Das Innenministerium gab dazu am Montag in Berlin Zahlen von 2011 bekannt, aktuellere Daten existierten nicht. Neben dem deutschen Pass besaßen demnach 80.000 Menschen in der Bundesrepublik eine iranische Staatsangehörigkeit, mehr als 30.000 eine irakische, rund 25.000 besitzen einen syrischen Pass. „Die Zahlen können allenfalls als Richtgröße dienen“, so das Ministerium.“

Die ARD verbreitet Panik:

„Wer darf, wer darf nicht in die USA einreisen? Etwa 130.000 deutsche Doppelstaatler könnten vom Einreiseverbot betroffen sein – darunter Politiker, Journalisten, Kulturschaffende. Vor allem trifft das Dekret aber Menschen, die nicht mehr zu ihren Familien können.“

Seltsam nur, dass im nachfolgenden Text darauf hingewiesen wird, dass man im Auswärtigen Amt keine Ahnung zu haben vorgibt, ob Doppelpass-Inhabern, die z.B. die deutsche und die irakische Staatsangehörigkeit haben, die Einreise in die USA verwehrt wird.

Von Michael Klein

Wie anders sich die Welt doch im Vereinigten Königreich darstellt.

Dort wird nicht vermutet, nicht prognostiziert. Dort ist man nicht ahnungslos und entsprechend finden sich auch keine Panikmeldungen in der Presse, denn Britannien hat einen Außenminister,der seine Arbeit macht:

“Foreign Secretary Boris Johnson said „all British passport holders remain welcome to travel to the US“.
In an address to the House of Commons, he added: „This executive order will make no difference to any British passport holder, irrespective of their country of birth or whether they hold another passport.
„This is of course a highly controversial policy, which has cause unease and I repeat, this is not an approach that this Government would take.“

Auch im Außenministerium ist man nicht so ahnungslos, wie auf der deutschen Seite der Nordsee:

„The US border clampdown should not affect UK nationals travelling to the US, even if they were born in one of the countries on which restrictions have been placed, officials say.“

Britische Inhaber eines Doppelpasses sind demnach nicht von einem Einreiseverbot in die USA betroffen. Mit einer gegebenen Realität in nüchterner Weise umzugehen, ist natürlich den Herz-Schmerz-Geschichten von den Familien und den Kulturschaffenden, die nicht in die USA dürfen, nicht förderlich. Vermutlich wird deshalb in deutschen Medien lieber spekuliert und Stimmungsmache verbreitet, kann man sich doch als guter Mensch, der vom Schreibtisch aus gegen die Übel der Welt kämpft, inszenieren.

Das ganze Theater macht deutlich, dass man in Deutschland nicht sicher ist, ob Inhaber eines Doppelpasses auch als Deutsche gelten.

Übrigens soll es früher Journalisten gegeben haben, die des Recherchierens mächtig waren und Mitarbeiter im Auswärtigen Amt, die ein Ferngespräch in die USA führen konnten.

US-Einreiseverbot: FakeNews, Uniformiertheit oder schlicht Stimmungsmache?

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