Max Erdinger: Einreiseverbot gegen Trump?

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Die Welt - Medienkritik (Foto: Collage)

Kein Mensch hat sich aufgeregt, als der amerikanische Ex-Präsident Obama 2011 für ein halbes Jahr lang ein Einreiseverbot gegen Syrer verhängte. Auch Obamas Amtsvorgänger hatten immer mal wieder ein Einreiseverbot gegen bestimmte Nichtamerikaner dekretiert, beispielsweise Jimmy Carter gegen Iraner während der Geiselnahme von Teheran im November 1979 bis Ende Januar 1981, als iranische Studenten die amerikanische Botschaft gestürmt hatten. Seit dem Vietnamkrieg hat es im deutschen Fernsehen nie die Meldung gegeben, es habe wegen eines vom amerikanischen Präsidenten angeordneten Luftschlags Tote gegeben. In den Meldungen kamen amerikanische Bombenabwürfe immer ohne den nachrichtlichen Zusatz aus, sie seien vom Präsidenten angeordnet worden. Bei Trump ist das alles anders.

Von Max Erdinger

https://www.welt.de/politik/deutschland/article161672987/Kubicki-fordert-Einreiseverbot-fuer-Trump-in-Deutschland.html

Trump kann machen, was er will: In der deutschen Medienberichterstattung fände er noch nicht mal dann eine anerkennende Bemerkung, wenn er den Namen Kubicki richtig aussprechen würde. Wolfgang Kubicki, Spitzenkandidat der schleswig-holsteinischen FDP, dessen Partei vom deutschen Wähler mit einem Einzugsverbot in Landtage und den Bundestag belegt worden ist, kann allerdings den Namen des amerikanischen Präsidenten korrekt aussprechen. Deswegen konnte er auch deutlich machen, wen er am liebsten mit einem Einreiseverbot nach Deutschland belegen würde: Donald Trump nämlich.

Zitat: >“„Vielleicht sollten wir sagen, wir beschließen jetzt einfach, Donald Trump nicht nach Deutschland einreisen zu lassen, wenn er als US-Präsident Folter anordnet – und dann möglicherweise in Deutschland festgenommen werden müsste“, sagte Kubicki dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Folter sei auch in Deutschland ein Straftatbestand, unabhängig davon, wo sie begangen werde. Harte Kritik übte Kubicki auch am Einreisedekret Trumps. „Ich bin gegen jede Form von Einreisebeschränkungen aufgrund von Ethnien oder Glauben“, sagte er der Zeitung. „Für mich als Liberalen ist die Entscheidung Trumps unerträglich.“< – Zitatende.

Da könnte man Hohn und Spott nur noch kübelweise über Kubicki ausschütten. Was für eine Begründung! Folter ist ein Straftatbestand? Seit wann interessiert man sich in der deutschen Politik für Straftatbestände, die von Politikern begangen werden? Wenn es danach ginge, was in Deutschland Straftatbestände sind, müsste die GroKo längst hinter Gittern sitzen! Wie sieht´s denn aus in der Türkei, foltermäßig so? Hat schon mal jemand über ein Einreiseverbot für Erdogan nachgedacht? Könnte man vielleicht sagen, daß Terroranschläge von IS-Terroristen in Deutschland deswegen stattfinden, weil die jeweiligen Täter nicht rechtzeitig dingfest gemacht – und zum Zwecke weiterer Festnahmen watergeboardet worden sind? Wie kann ein Kubicki als Angehöriger einer völlig zu recht abgewählten Partei davon ausgehen, daß ein Vernunftbegabter mit Kenntnissen der jüngeren Geschichte in seinem Vorschlag etwas anderes erkennen könnte, als den Versuch, sich mit markigen Worten des aufgesetzten Edelmutes als immer noch existent in Erinnerung zu bringen? Wie groß ist die Verzweiflung in der FDP inzwischen?

Ist es nicht Kubickis Parteichef Lindner gewesen, der nach dem Anschlag von Berlin eifrig Memes im Internet verbreiten ließ, auf denen er in James-Bond-Pose vor dem miseraben Charakter derjenigen warnte, die den Anschlag für politische Zwecke instrumentalisieren wollen? Halten beide, Kubicki und Lindner, den deutschen Wähler tatsächlich schon für so verblödet, daß er einen Profilierungsversuch nicht mehr erkennen kann, wenn er einen sieht? Und zwar egal, hinter welchen edelmütigen Scheinbegründungen er sich versteckt? Wirklich wahr: Ein Lindner und ein Kubicki zusammen sind für das intellektuelle Wohlbefinden des Deutschen eine ärgere Zumutung als zehn watergeboardete IS-Terroristen. Meinereiner würde sich noch nicht mal darüber aufregen, wenn die mit einer anderen Flüssigkeit als Wasser geboardet werden würden. Hauptsache, es wirkt. Das Folterverbot bezieht sich schließlich auf Menschen, nicht auf Bestien. Da bin ich ganz bei Trump.

Es ist wirklich erbärmlich, was die Medien hier Tag für Tag abliefern und mit jedem weiteren Trump-Bashing eines Hinterhofpolitikers machen sie sich nur noch lächerlicher!

 

Wenn sich die Herren Lindner, Kubicki et al zum Zwecke ihrer Eigenprofilierung über Straftatbestände aufregen wollen, – bitte: Es gäbe wahrhaftig genug, worüber sie sich aufregen könnten, ohne dazu den amerikanischen Präsidenten mit hineinziehen zu müssen. „Trump“ ist halt ein zugkräftiges Wort allerweil. Wenn man beim ubiquitären Eindreschen auf Trump mitmischt, dann ist man in Deutschland endlich bei der Mehrheit. Für einen FDP-Politiker wiederum ist „Mehrheit“ ein Wort von solch berückender Schönheit, ein solcher Sehnsuchtsausdruck, daß er wohl kaum widerstehen kann. Das muß so ähnlich sein wie bei einem Diabetiker und dem Wort „Coca Cola“.

 

Hunderttausende marodieren durch deutsche Lande, die allesamt aufgrund irgendwelcher Sraftatbestände festgenommen werden müssten. Nachteil: Niemand kennt ihre Namen genau. Kein Name, keine Profilierung. Und so heldenmütig ist auch ein Kubicki nicht, als daß er dann wenigstens die Festnahme der GroKo fordern würde. Deren Namen kennt man. Wenn ich mir das recht überlege: Kubicki ist ja eine Person mit Ambitionen auf ein politisches Amt. Als solche müsste sie einen Amtseid schwören. Das soll er mir mal erklären, der Kubicki, wie er ein Einreiseverbot gegen den US-Präsidenten in Übereinstimmung bringt mit „Nutzen des deutschen Volkes mehren“ und „Schaden von ihm abwenden“. Der eitle Exhibitionismus deutscher Politmasturbanten ist doch nicht mehr zu toppen!?

 

Zitat: >“ Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verschärfte ihren Ton gegenüber Trump nach dem radikalen US-Einreiseverbot deutlich. „Das Vorgehen widerspricht nach meiner Auffassung dem Grundgedanken der internationalen Flüchtlingshilfe und der internationalen Kooperation“, sagte Merkel am Montag in Berlin.“< – Zitatende.

 

Hört, hört! Merkel verschärfte den Ton! Da wird jetzt bestimmt Heulen und Zähneklappern angezeigt sein in Washington. Wir leben in interessanten Zeiten. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie abgehoben die politische und die mediale Klasse Deutschlands inzwischen ist: Kubicki und Merkel hätten ihn hiermit geliefert. Es ist einfach nur noch peinlich. Ach ja, noch jemand hat Trumps Einreiseverbot für Moslems aus bestimmten Ländern kritisiert: Die amerikanische kommisarische Justizministerin Sally Yates. Sie wurde inzwischen gefeuert.

Wandere aus, solange es noch geht!
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