Mit Tipps der TAZ auch illegal nach Deutschland

Entsetzlich dummes Gestammel in der taz (Foto: Collage)
Die TAZ gibt Tipps, wie man aus der Türkei nach Deutschland emigriert. Nicht alle Tipps sind legal. Aufforderung zur Straftat? Aus dem kruden Weltbild der TAZ:
Übernommen von Thomas Heck
Machen Sie sich vorab einen Plan, damit Sie sich nicht im Blätterwald verlieren: Eine Arbeitserlaubnis in Deutschland zu bekommen, ist für Drittstaatsangehörige eine ziemlich bürokratische Angelegenheit. Das Arbeitsvisum können Sie zum Beispiel beim Deutschen Konsulat in Istanbul beantragen.
Sollten Sie bereits in der glücklichen Lage sein, ein Jobangebot mit einem Bruttojahresgehalt von mehr als 50.800 Euro zu haben, können Sie direkt die Blaue Karte EU beantragen. Wenn Sie Naturwissenschaftler*in, Informatiker*in oder Ärzt*in sind, reicht schon ein Jobangebot mit einem Bruttojahresgehalt von 39.624 Euro. Gibt es sowas überhaupt in der Türkei?
Soviel verdienen Sie in Ihrem neuen Job nicht? Okay, dann muss die deutsche Arbeitsagentur zustimmen. Wenn Sie noch keine Stelle in Deutschland gefunden haben, kommt für Sie das Visum zur Arbeitsplatzsuche in Frage: Sechs Monate haben Sie mit diesem Zeit, in Deutschland einen Job zu finden. Voraussetzung: Sie können nachweisen, dass Sie sich selbst finanzieren können; arbeiten dürfen Sie in dieser Zeit nämlich nicht. Wenn Sie einen Job gefunden haben, können Sie direkt bei der Ausländerbehörde vor Ort ein Arbeitsvisum beantragen.
Stipendium
Gehören Sie einer Berufsgruppe an, die in der Türkei von Inhaftierung oder Berufsverbot bedroht ist? Für JournalistInnen und AkademikerInnen gibt es Stipendien, mit denen Sie für deutsche Verhältnisse unbürokratisch und kurzfristig nach Deutschland kommen können.
Die Philipp-Schwartz-Initiative vergibt Stipendien an gefährdete Akademiker*innen, die damit für zwei Jahre an deutschen Hochschulen arbeiten können und dafür eine Pauschale bekommen. Sie können sich nicht direkt für das Stipendium bewerben; wenden Sie sich stattdessen an deutsche Hochschulen, die Sie nominieren dürfen. Lassen Sie sich zudem beim Scholars at Risk Network registrieren. Vielleicht kommt eine Hochschule auf Sie zu, die Sie gerne aufnehmen würde.
Das Netzwerk schätzt auch Ihre Gefährdung ein und erstellt einen Nachweis, den Sie bei der Philipp-Schwartz-Initiative erbringen müssen. Als Journalist*in können Sie sich für das Internationale Journalistenprogramm der Johannes-Rau-Stiftung bewerben. Mit dem Stipendium können Sie zwei Monate in einer deutschen Gastredaktion arbeiten und bekommen eine monatliche Vergütung. Zwei Monate sind zwar kein langfristiger Ausweg, aber vielleicht ergibt sich daraus ja ein Job.
Einen Vorteil haben beide Stipendien allemal: Sie sind in Deutschland direkt in ein Arbeitsumfeld eingebunden. Knüpfen Sie Kontakte, bauen Sie ein Netzwerk auf; über Beziehungen findet sich oft eine Stelle, mit der man wiederum bessere Aussichten auf einen Aufenthaltstitel hat.
Ehe/Scheinehe
Verlieben Sie sich in eine*n nette deutsche*n Staatsbürger*in oder in eine Person, die dauerhaft im Bundesgebiet lebt. Machen Sie ihr oder ihm einen Heiratsantrag. Wenn sie oder er nein sagt, sollten Sie rund 30.000 Euro besorgen, und eine Scheinehe anbieten. Im besten Fall handeln Sie einen niedrigeren Preis heraus. Aber zahlen Sie nicht das ganze Geld sofort…

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...