Draghi gibt erstmals zu, dass die EU auseinanderbrechen könnte

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"Zeitlich begrenzte Übergangsphase" (Foto: Fotolia/ Delphotostock)

Von Martin Armstrong für www.ArmstrongEconomics.com, übersetzt von Inselpresse

Das erste Mal hat Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank, zugegeben, dass ein Zusammenbruch der EU möglich ist. Draghi sagte dazu, dass jedes Mitglied, das die Eurozone verlässt, seine Schulden im Target 2 Zahlungssystem begleichen müsse, bevor die Verbindung gekappt wird. Diese Stellungnahme zeigt, wie erhitzt die Debatte in Davos geführt wird, und dass sich der Spalt zu vertiefen beginnt. Diese vom Freitag stammende Aussage stammt aus einem Brief an zwei italienische Abgeordnete im EU Parlament.

Die Stimmung in Italien dreht sich heftig gegen den Euro und auch in anderen Ländern der Eurozone gewinnt diese Ansicht an Fahrt. Auch wenn sie Großbritannien die Schuld zuschieben, so ist das wirkliche Problem die verrückte Austeritätspolitik inklusive der negativen Zinsen. Das Ganze hat in Europa eine dramatische Depression ausgelöst und die Gelddruckerei zerstörte den Markt für europäische Staatsanleihen. Sobald die EZB mit dem Gelddrucken aufhört, werden die Zinsen nach oben schiesen, da private Anleihekäufer sicherlich nicht alles riskieren wollen, sobald offen sichtbar wird, dass die EU am Ende ist.

Mit Blick auf die Zahlen von Ende November sagte Draghi, dass Italien 358,6 Milliarden Euro für ein Verlassen des Euros zahlen müsste – eine Ausstiegssteuer. Was Draghi dabei nicht versteht ist, dass solche Forderungen die Eurozone nicht zusammenhalten werden, sondern wie ein Spaltpilz wirken, nur eben auf Kosten der EZB. Bislang war es so, dass die Gefahr von grenzüberschreitenden Schulden die Eurozone während der Finanzkrise zusammengehalten hat. Wird das aber zu weit getrieben wird es am Ende mit dem Bankrott enden…

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