Trump, oder das Ende der „Welt“

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Die Welt - Medienkritik (Foto: Collage)

Von Thomas Böhm

Dass sich unsere linken Medien von der „Bild“ bis zur „taz“ beim Trumpbashing einig sind wie noch nie, hatten wir bereits geschrieben und dass die Linken überhaupt schlechte Verlierer sind, wissen wir ebenfalls schon seit längerem.

Wie schlimm es mit dem deutschen Journalismus aber wirklich steht, beweist heute wieder mal die „Welt“. Der Grund ist klar. Trump hat den linken Medien, die vor, während des Wahlkampfes und sogar noch nach der Vereidigung auf ihn eingeprügelt und so hunderttausende Lemminge zum Terror angestiftet haben, den Kampf angesagt:

Der Sprecher des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat den Medien vorgeworfen, die Besucherzahl bei dessen Vereidigung nicht korrekt angegeben zu haben. Reporter hätten „absichtlich falsch berichtet“, kritisierte Sean Spicer in der ersten Pressekonferenz im Weißen Haus nach der Amtseinführung. So seien Fotos von der Vereidigung bewusst so gestaltet worden, um die Besuchermenge klein wirken zu lassen.

Stattdessen behauptete Spicer: „Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat.“. Damit meine er sowohl jene, die „persönlich“ dabei waren als auch jene „rund um den Globus.“

Zwar lässt sich nicht ermitteln, wie viele Menschen die Zeremonie weltweit an den Bildschirmen verfolgten. In den USA sahen nach Schätzungen des Medienunternehmens Nielsen 31 Millionen Bürger die TV-Übertragung des Events – und damit weniger als bei den ersten Vereidigungen von Barack Obama und Ronald Reagan…

https://www.welt.de/politik/ausland/article161393367/Trumps-Sprecher-rechnet-der-Presse-die-Zuschauerzahl-vor.html

Das mag ja sein und Fotos könnten das sogar belegen. Nur vermeidet es die „Welt“, die Hintergründe zu benennen: Es waren die Medien, die dafür gesorgt haben, dass ein demokratisch gewählter Präsident weiterhin verteufelt wurde und somit auch die Bürger verunsichert hat.

Das Trumpbashing geht in der „Welt“ natürlich weiter:

Das war ein anderes Washington, das US-Präsident Donald Trump an seinem ersten vollen Amtstag erlebte. Protestplakate statt Fahnen, zornige Sprechchöre statt Jubel und Blaskapellen, ein Meer pinkfarbener Strickmützen statt roter Trumpkappen: Krasser hätten die Gegensätze zum umjubelten Vereidigungsfestival vom Freitag nicht sein können.

Dies hier am Tag danach war ein Teil des „anderen“ Amerika – Menschen, die fürchten, dass Trump ihr Land und ihre Rechte um Jahre zurückwerfen könnte. Umfragen zufolge zog Trump mit so geringen Sympathiewerten ins Weiße Haus ein wie kein anderer designierter Präsident vor ihm. Und wenn er es auch stets herunterzuspielen versucht: Er gewann dank des ungewöhnlichen Wahlsystems in den USA, seine Gegnerin Hillary Clinton kam auf fast drei Millionen Stimmen mehr als er. Aber das alles sind nur Zahlen.

Die Proteste vom Samstag waren plakativ, zu hören und zu sehen. Sie führten geballt die tiefe Spaltung im Land vor Augen, die mit Trumps feurig-radikaler Antrittsrede vom Freitag womöglich noch tiefer geworden ist…

https://www.welt.de/politik/ausland/article161393394/An-Trumps-erstem-Tag-traegt-Washington-pink.html

Und schon wieder wird das amerikanische Wahlsystem verurteilt. Niemals aber haben wir in der „Welt“ gelesen, dass sich rund 60 Prozent der deutschen Wähler gegen Angela Merkel ausgesprochen haben, sie aber dennoch zur Kanzlerin werden konnte!

Was für eine unerträgliche Heuchelei!

Theatralisch wie immer ist auch der Hasstext von Richard Herzinger:

Die Tragweite der geschichtlichen Zäsur, die Donald Trumps Amtsübernahme als 45. Präsident der USA darstellt, ist der westlichen demokratischen Öffentlichkeit noch längst nicht in vollem Umfang bewusst geworden.

Wenn der neue Präsident in seiner Inauguralrede seinen Zuhörern im Duktus eines messianischen Erlösers zurief, sie seien „zu Millionen gekommen, um Teil einer historischen Bewegung zu werden, wie sie die Welt noch nie zuvor gesehen hat“, so war das nicht nur Ausdruck seines berüchtigten Großsprechertums.

Trump hat tatsächlich etwas in Bewegung gesetzt, das in der jüngeren Geschichte seinesgleichen sucht – den radikalen Bruch mit den Werten und Bestrebungen, durch die Amerika im 20. und 21. Jahrhundert groß und zum Sehnsuchtsort für freiheitsliebende Menschen rund um den Erdball wurde.

Macht Trump wahr, was er in seiner Rede propagierte (und wer möchte ernsthaft daran zweifeln?), hat am 20. Januar nicht nur das Ende der Gemeinschaft westlicher Demokratien, sondern einer Weltordnung insgesamt begonnen, die ihre Maßstäbe aus diesen amerikanischen Idealen ableitete.

Trump tauscht die universalistische Prädisposition der USA gegen einen engstirnigen, ressentimentgeladenen Nationalismus ein…

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article161391193/Donald-Trump-verraet-Amerikas-ideelles-Erbe.html

So viele schmutzige Wörter in nur einem einzigen Beitrag. Das kann wirklich nur Herzinger schaffen. Dem Mann muss jeden Morgen, wenn er in den Spiegel schaut, so viel Hass entgegenspringen, dass er wohl nicht anders mehr kann.

Aber damit noch nicht genug, natürlich muss auch noch die Wirtschaft zitiert werden:

…Trumps Rede hat dem WEF eine düstere Schlussnote verliehen. Erstaunt, perplex bis entsetzt reagierten die Teilnehmer auf das, was Trump in seiner Antrittsrede von sich gegeben hatte. Vor allem seine aggressive nationalistische Rhetorik hat viele Wirtschaftslenker, Spitzenökonomen und Topberater vor den Kopf gestoßen.

„Die Wahlrede war wahnsinnig enttäuschend“, sagte Karl Braun von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG. „Ich frage mich, ob ihm jemand gesagt hat, dass der Wahlkampf vorbei ist.“ Auch der Chef des RWE-Ablegers Innogy, Peter Terium, präsentierte sich am Morgen danach in Katerstimmung. „Es ist erstaunlich, wie er immer wieder die Chance verpasst, etwas Sinnvolles zu sagen.“

https://www.welt.de/wirtschaft/article161390024/Als-ob-Amerikaner-zweitklassige-Autos-fahren-wollen.html

Ist das ausgewogene Berichterstattung?

Aber hoffen wir, dass die „Welt“ weiter so macht, wie bisher, denn dann sind wir dieses miserable Stück Zeitung schneller los, als gehofft.

Hier aktuelle Zahlen, die diese Hoffnung mehren könnten:

Die Welt -3,1 %

Welt am Sonntag -5,0 %

 

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