Donald Trump: Hassobjekt und Angstmacher

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Dieser Schlag hat gesessen, tut weh und wird traumatische Folgen für die Mächtigen von Politik, Wirtschaft und Medien in Deutschland haben: Das Interview der BILD-Zeitung mit Donald Trump. Vieles von dem, was der designierte US-Präsident in dem Gespräch mit zwei Journalisten sagte, sind ganz neue Töne, die eine regelrechte Schockwelle unter bekennenden Transatlantikern, erfolgsgewohnten Außenhändlern und gleichgeschalteten Mediensprachrohren ausgelöst haben. Von einem politischen Trumptsunami zu sprechen, ist keineswegs übertrieben. Wer das trotzdem meint, dem sei – nur zum Beispiel – die Lektüre des Leitartikels von Berthold Kohler in der FAZ vom 17. Januar 2017 empfohlen. Arroganz und Verachtung dokumentiert sich dort in einem Text, der alle kläglichen Ängste offenbart, die nun die bislang von der amerikanischen Macht beschirmten und profitierenden Vasallen befallen hat.

Von Wolfgang Hübner

Kohler, der konkurrenzlos er- und verbittertste Putinhasser in den deutschen Medien, schreibt über Trump genau das, was Merkel, Gabriel & Co. von diesem halten: “Er hat keinen blassen Schimmer von der Welt und redet totalen, gefährlichen Unsinn“. Damit formuliert der Bauchredner der derzeit Mächtigen eine Kampfansage, die den Beginn eines neuen, des dritten deutschen Zweifrontenkrieges binnen eines Jahrhunderts signalisiert. Der findet diesmal zwar ohne Waffen, doch abermals höchstwahrscheinlich ohne „Endsieg“ statt. Denn wie schon vor den zwei verlorenen deutschen Kriegen haben sich die historisch erfahrenen Briten nicht auf die deutsche Seite geschlagen, was gewiss als ganz schlechtes Omen für den Fortgang des Geschehens erkannt werden sollte.

Donald Trump hat in dem Interview zu vielen Problemen Stellung genommen, manchmal deutlich, oft interpretierbar. Er hat in jedem Fall in einem einzigen Interview mehr Klartext geredet als die gesamte deutsche politische Klasse seit der Wiedervereinigung. Und am klarsten sind seine Bemerkungen zu den aus deutscher Sicht explosivsten und folgenreichsten Themen, nämlich Freihandel und Grenzen. Also sprach Donald: „Die konservative Theorie will offene Grenzen – offene Grenzen, schön und gut. Das ist vor allem schlecht für die Sicherheit, aber gut für den Handel.“ Damit hat der vielgeschmähte Twitterfan in zwei Sätzen die deutsche Situation, das deutsche Dilemma in geradezu brillanter Weise auf den Punkt gebracht.

Denn wie kein anderer westlicher Staat ist die weltweit so ungeheuer erfolgreiche exportorientierte deutsche Wirtschaft vom Freihandel und offenen, also möglichst zoll- und kontrollfreien Grenzen abhängig. In Zeiten des islamisch motivierten Terrorismus und massenhafter Einwanderungsströme kann aber kein Land, das seine Bürger schützen sowie seine Gesellschafts- und Sozialordnung bewahren will, einfach weitermachen wie bisher. Die Briten und Amerikaner haben daraus schon dramatische Schlussfolgerungen gezogen, andere Staaten werden folgen, zum Beispiel die beiden großen EU-Länder Frankreich und Italien. Offenbar will im Westen nur Merkel-Deutschland, natürlich begleitet von liberaler Phrasendrescherei und hypermoralisierenden Gauckeleien, den Kampf gegen das nahende Ende einer fehlgeleiteten Globalisierung aufnehmen.

Dazu passt die aktuelle Meldung, dass nun auch die deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vor einem angeblich wachsenden Nationalismus, Protektionismus sowie vor einer wachsenden Bedeutung der AfD warnen. Deshalb, so heißt es in einer Stellungnahme des BDA-Präsidenten, müsse „jeder Bürger und Unternehmer in seinem Sprengel massiv dagegenhalten“. Das ist nichts anderes als der halb aggressive, halb verzweifelte Aufruf zur Bildung einer modernen Variante der historisch so verhängnisvollen „Volksgemeinschaft“. Die soll in der bunten Republik allerdings weder das Vaterland noch die auserwählte Rasse, sondern den deutschen Wirtschaftsexport verteidigen. Der historisch offensichtlich total ungebildete BDA-Präsident blamiert sich sogar mit der Warnung, dass nur eine „geschichtslose Gesellschaft“ die Europäische Union aufs Spiel setzen könne und munkelt drohend: „Kein Land in Europa wird seinen Wohlstand bewahren können, wenn die EU auseinanderdriftet.“

Die Bundeswehr ist glücklicherweise in einem so desolaten Zustand, dass solchen Drohungen von deutscher Seite nicht militärisch nachgeholfen werden kann. Und im Ausland wird man sich letztlich ohnehin nicht darum scheren, ob und wie weit deutsche Interessen verletzt werden. Aber was der BDA-Präsident da von sich gibt, ist ganz im Sinne der Merkelregierung, des Berliner Parteienblocks, der gefügigen Medien, der Amtskirchensozialkonzerne, der Gewerkschaftsspitzen und vieler gesellschaftlicher Verbände und Institutionen. Deshalb ist die Gefahr riesengroß, dass sich Deutschland nicht nur international immer weiter isoliert, sondern sich in seinem Innern eine formierte Scheindemokratie entwickelt, deren tatsächliche Ideologie lautet: Am deutschen Außenhandel soll die Welt genesen, koste es, was es wolle! Wer ein solches Deutschland nicht will, sollte ganz schnell aufwachen.

Foto: Gage Skidmore/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

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