Det fiel mer uff (oder: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt)

Im der Silvesternacht 2016/17 überfiel ein, offenbar allein und aus terroristischen Motiven  handelnder Täter, einen beliebten Nachtklub in der türkischen Hauptstadt Istanbul und eröffnete im Inneren das Feuer mit  mit einer automatischen Waffe, mit einem Saldo von 39 Toten und zahlreichen Verletzten. Der Täter konnte zunächst fliehen und sich der intensiven Suche durch Militär- und Polizeikräfte entziehen; zu den allerjüngsten Entwicklungen in diesem Zusammenhang lesen wir unter dem 17.01. d. J. bei T-Online Folgendes:

Mann gesteht Anschlag auf Nachtclub in Istanbul

Der Silvesterattentäter von Istanbul ist nach Angaben der türkischen Behörden gefasst: Ein 34-jähriger Usbeke, der am frühen Morgen in einer Wohnung in Istanbul festgenommen wurde, habe den Anschlag auf den Nachtclub „Reina“ gestanden, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin.

Demnach handelt es sich um einen 1983 geborenen Usbeken namens Abdulgadir Mascharipow, der in Afghanistan ausgebildet wurde. Der Mann war in der Neujahrsnacht in den Istanbuler Club Reina gestürmt und hatte 39 Menschen getötet.“

 So weit, so gut. Der Mordbube ist gefasst  Der Gerechtigkeit ist (bzw. wird) Genüge getan (werden). Das Gute hat wieder einmal gesiegt.

Nur, geschätzter Leser, haben sie einmal das Gesicht des (wie man uns versichert, voll geständigen) Übeltäters auf dem obigen Foto genauer betrachtet? Sieht ziemlich lädiert aus, nicht wahr! Natürlich wollen wir uns nicht zu voreiligen Schlüssen hinsichtlich der Wahrheitsfindungsmethoden der türkischen Justiz verleiten lassen. Vielleicht ist der Mann ja einfach kurzsichtig und währende der letzten Tage mehrfach gegen einen Schrank gelaufen. Oder aber, er war ein eine etwas hitzig werdende Diskussion mit seinem Hauswirt verwickelt. Vielleicht ein Disput beim Kartenspiel?

Allerdings entspricht das Bild, welches die Medien in neuerer Zeit von den Verhaltensmustern der türkischen Ordnungs- und Justizkräfte vermitteln nicht unbedingt dem, welches man von einer Sonntagsschulklasse oder einem Damenkränzchen erwarten würde – aber, wie gesagt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Sollten allerdings im weiteren Verlauf der einschlägigen „Ermittlungen“ Verbindungen zu dem „Erzschurken“ Fethullah Gülen  ans Tageslicht kommen oder die weiteren „Enthüllungen“ des Festgenommenen etwa zum Anlass genommen werden, der türkischen Öffentlichkeit die  Daumenschrauben zugunsten der verfassungsrechtlichen Stellung von „Lideri“ Recep Tayyip Erdogan noch weiter anzuziehen, wäre vielleicht ein zweiter Blick angebracht.

Quo usque tandem

Foto: Vom Autor übermittelt

 

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