Mein Haus ist meine Festung

Von Wolfgang Prabel

2014 hatte ich schon mal über das einbruchsichere Haus geschrieben. Nachdem sich die Einbruchszahlen – nicht zuletzt durch Frau Dr. Merkels Gäste – deutlich erhöht haben, ist ein Update erforderlich. Neue Gedanken habe ich zur Außenbeleuchtung des Hauses, zu Safes und zur Gesamtkonzeption.

Einmal war ich in Albanien. Auf dem Lande gibt es fast nur Neubauten. Viele stehen auf geschoßhohen Stützen und das Wohngebäude fängt in der ersten Etage an.  Es wird über eine einziehbare Leiter erreicht, ähnlich wie die Wohntürme des 12. Jahrhunderts in San Gimignano, Diese Aufständerung dient dem Verteidigungsfall.

Geschlechtertürme in San Gimignano. Foto: Prabel

So weit sollten wir es nicht treiben, wenn man jedoch neu baut, sollte man ein festungsähnliches Objekt anstreben, soweit das mit dem Wohnkomfort vereinbar ist. Nachrüstungen sind aufwändiger, als wenn man gleich sicher baut.

Grundsätzlich sind viele moderne Wandaufbauten nicht einbruchsicher. Oft handelt es sich um Holzrahmenkonstruktionen mit Dämmung und einer dünnen Innen- und Außenbeplankung. Wenn man gut gefrühstückt hat, oder ein Auto mit einer anmontierten Stange, ist man da durch. Wenn man ein Haus ohne Massivwände erwirbt, sollte man wenigstens einen stark gesicherten Betonkeller haben. Stark gesichert auch gegen die Wohnetage.

Kürzlich haben Ausländer eine massive Hauswand mit einem gestohlenen Radlader eingedrückt. Dagegen sollte man Vorkehrungen treffen. Kellerwände sollten aus Beton sein und die Geschoßwände aus Mauerwerk sollten im Vorfeld durch Barrieren oder Betonklötze gesichert sein. Einfach hingelegte Betonteile sind weiße Salbe. Sie müssen ein schweres Fundament haben, damit man sie nicht wegschieben kann. In Berlin haben die Gemeindediener nach dem Lkw-Anschlag Betongleitwände hingestellt. Die sind wirkungslos und dienen nur der Beruhigung.

Der Sicherheit des Hauses dient es, wenn man die Zahl der Türen begrenzt, für Nebeneingänge und Verbindungstüren zwischen Garage und Haus einbruchhemmende Stahltüren wählt, die Haupttür einbruchsicher und die Fenster nach den Empfehlungen des Rosenheimer Fensterinstitutes einbruchhemmend ausführen läßt. Die Glaser werben damit, daß Wärmeschutzverglasung einbruchsicher ist. Das ist aber nur der Fall, wenn auch der Rahmen und die Beschläge hochwertig sind und das Fenster abschließbar ist. Eine wärmebrückenfreie Befestigung des Rahmens ist nicht unbedingt einbruchsicher. Man sollte den Bauträger vertraglich zu einer gesicherten Bauweise verpflichten und das auch kontrollieren. Kürzlich war ich auf einer Baustelle. Die zahlreichen geschoßhohen Fenster waren zwar hochpreisig, aber unten mit wenigen leichten Aluwinkeln an die Konstruktion angefrickelt. An Türschlössern darf man nicht sparen, sie sollten wirklich hochwertig sein.

Hunde sollten im Haus untergebracht werden, wenn sie einen Wert für die Objektverteidigung haben sollen. Wenn sie draußen sind, werden sie von Profis vergiftet. Unserer Großmutter wurde der Hofhund außer Gefecht gesetzt, um das fertig gemästete Schwein zu stehlen. Ein norddeutscher Rentner wurde auf dem Weg zum Zwinger, der sich im Garten befand, von ausländischen Einbrechern überfallen. Ein Hund der im Haus wütend bellt, wenn ein Fremder an der baulichen Hülle hantiert, ist abschreckender als alles andere.

Draußen sollten größere Hundenäpfe rumstehen, angenagte Kuhknochen rumliegen und am Hoftor sind Warnschilder vor bissigen Hunden zu befestigen. Wenn man im Urlaub ist, sollte man jemand bitten, diese Teile immer wieder hin- und herzurücken. An eine Stütze oder ein geeignetes Bauelement kann man eine Hundekette anlegen. Auch wenn man gar keinen Hund hat. Im Krieg ist die Täuschung des Feindes oft entscheidend.

Wachhunde sollten ein Mindestgewicht von 25 kg haben und gefährlicher aussehen, als sie es sind. Vor ein paar Tagen begegnete mir in Erfurt eine nett aussehende junge Dame (die schon länger hier wohnt) mit zwei sehr frommen American Pit Bull Terriern. Einer links, einer rechts. Da ist Höflichkeit der begegnenden Jungmänner eine Selbstverständlichkeit. Auch die beliebten Rückentritte sind unwahrscheinlich.

Auf eine Alarmanlage sollte man nicht verzichten. Es sollte schon draußen klar erkennbar sein, daß es sie gibt. Sie muß nicht unbedingt irgendwo aufgeschaltet sein. Es reicht, wenn sie lange genug extremen Krach macht. Man kann auch Anlagen wählen, die Rauchmelder mit beinhalten und den Brandschutz mit erledigen. Alarmanlagen baut man nachträglich ein, damit nicht ein ganzer Pulk von Bauhandwerkern das Sicherungskonzept kennt. Die Magnetkontakte von Türen und Fenstern müssen so liegen, daß der Einbrecher sie nicht sieht. Der Franke M 1 Molter zeigt uns wie:

Die Gartengestaltung dient der Sicherheit – oder auch nicht. Umlaufende dichte hohe Thujahecken sind derzeit sehr beliebt. Sie erleichtern Einbrechern die Arbeit, weil diese beim Bruch nicht gesehen werden und sich alle Zeit der Welt nehmen können. Die Hauseingänge und alle Fenster sollten von Nachbarn eingesehen werden können, ebenso wie große Terrassenfenster. Auf keinen Fall dürfen sich im Außenbereich Steckdosen befinden, mit denen die Einbrecher Abbruchhämmer betreiben können. Leitern und Aufstiegshilfen dürfen nicht im Grundstück herumliegen. Auch alle Werkzeuge, mit denen man Fenster einschlagen kann, sind wegzuschließen.

Alle Büsche im Hausumfeld müssen auf 60 cm Höhe runtergeschnitten werden, Bäume dürfen nicht als Einstiegshilfe am Haus stehen. Mülltonnenstellplätze dürfen Verbrechern keinen Sichtschutz liefern. Ganz wichtig: Man braucht zerstörungsresistente Hochleistungsstrahler, die das Haus von außen illuminieren und die über vandalismusfeste Bewegungsmelder in Betrieb gehen. Fake-Kameras mit rotleuchtenden batteriebetriebenen Signallampen vermitteln den Eindruck, daß Videoaufnahmen gemacht werden, auch wenn das nicht der Fall ist.

Unter dem Carport sollte eher ein Pickup stehen als ein Smart. Der wirkt authentischer. Bei ebay gibt es Hinweisschilder für 6,60 €: „Wir rufen hier nicht gleich die Polizei„.  Das Schild schreckt ab, die Polizei sollte man jedoch trotzdem rufen, wenn etwas faul ist.

Wertsachen sollten nicht im Schlafzimmer, nicht im Küchenschrank und nicht im Schreibtisch verwahrt werden. Wandsafes müssen mit der Betonwand wirklich fest verbunden sein. Ansonsten werden sie in Sekunden geknackt, wie uns das M 1 Molter demonstriert:

Die meisten Einbrecher ergreifen diesen Beruf, weil sie faul und unfähig sind. Entsprechend schlecht vorbereitet und ausgerüstet gehen sie oft ans Werk. Insbesondere wenn sie rauschgiftsüchtig sind. Und das sind die meisten. Wenn sie auf Widerstände stoßen, geben sie auf und gehen zum Nachbarn. Davon unterscheiden sich die Hochqualifizierten vom Balkan. Sie sind hervorragend ausgerüstet und ausgebildet, arbeiten blitzschnell, präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und bewundernswert professionell in Teamarbeit. Hut ab! Diese Experten sehen aber vorher nach, ob das Objekt stark gesichert ist und erkennen wirksame Alarmsysteme. Vor Hunden haben sie Angst. Sie gehen bei zu viel Widerständen lieber zum leichtsinnigen Nachbarn.

Foto: Pixabay/ CC0 Public Domain

http://www.prabelsblog.de/2017/01/mein-haus-ist-meine-festung/

 

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