Angelas lustiges Bürgermelken für den Ökostrom

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie es denn sein kann, dass Herr Meyer aus dem ersten Stock im Mietshaus ganz normalen Strom, Frau Müller aus dem zweiten aber Ökostrom bekommt? Obwohl es doch die gleiche Leitung ist, die zum Hausanschluss geht? Die Antwort ist ganz einfach: Physikalisch bekommen beiden den gleichen Strom. Das ist auch nicht schlimm, denn beide bezahlen ja auch die gleiche EEG-Umlage. Hm…und warum soll man dann den noch meist teureren Ökostrom beziehen, wenn man doch mittels der Umlage eh schon für Ökostrom bezahlt?

Von Klaus Peter Schäfer

Um es kurz zu machen: Wer Ökostrom bucht, bekommt den gleichen Strom wie alle anderen. Aber viele Anbieter, wie z. B. Greenpeace Energy sorgen dafür, dass soviel Strom, wie ihre Kunden verbrauchen, auch ins Netz gestellt wird. Wer den dann bekommt, ist letztlich egal. Aber: so steigt die Nachfrage, damit die Unterstützung und damit leider auch sehr oft der Preis für den Endverbraucher.

In den kommenden Jahren werden die Strompreise also weiter explodieren. Schon in diesem Jahr soll die Kilowattstunde deutlich über 30 Cent liegen. Das prognostiziert das Berliner Forschungsinstitut Agora anhand von aktuellen Vorausberechnungen. Energieintensive Betriebe, die einen Verbrauch oberhalb von 100 Gigawattstunden haben, zahlen preisunabhängig maximal 0,05 Cent pro Kilowattstunde – wir Bürger werden 2017 wohl 6,88 Cent bezahlen müssen. Und auch dabei wird es nicht bleiben. Denn der Ausbau der Erneuerbaren und die Schaffung von Stromtrassen sind teuer. Bis zum Jahr 2023 sei ein extremer Anstieg der Preise absehbar. Passt ja ganz gut zur aktuellen Diskussion um den Zulassungsstopp von Pkw mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2030. Dass man mit Elektroautos, die dann eventuell steuerbefreit sind, billiger fährt, ist dann nur ein Ammenmärchen.

Wie schafft der Staat es nun, den Bürger mit solchen weiteren Melkaktionen ruhig zu halten? Ganz einfach: Man überlegt ernsthaft, die jetzt schon nötigen Umlagen für den Ökostrom auf den Benzin- und Dieselpreis umzulegen. Als Begründung kann man den Umweltschutz anbringen. Und wenn dann Benzin und Diesel bis zum Jahr 2030 noch teurer sind, als der ebenfalls teurer gewordene Ökostrom für E-Autos? … Ganz schön clever.

Noch cleverer ist es aber, wenn Parteien kurz vor den Wahlen immer sagen, dass man den Wähler nicht unterschätzen solle. Er sei cleverer als viele denken. Das aber stimmt nicht. Der Wähler ist bequem, dumm und vergisst. Er lehnt sich zurück, jammert über dies und das und wählt dann trotzdem so wie immer. Ändern kann er doch sowieso nichts. Oder? Warten wir es ab.

Foto: Collage

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.