Was tun mit dem Überfluss? (oder: die Neu-Guinea-connection)

Sämtliche bundesdeutschen Medien bringen uns gegenwärtig die frohe Kunde: Der Bund hat im Fiskaljahr 2016 einen Etatüberschuss von 6,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Schön für Deutschland – finden Sie nicht auch, geschätzter Leser? Allerdings erhebt sich jetzt für die Verantwortlichen die schwierige (und bereits engagiert diskutierte) Frage: “Was tun mit dem Überfluss?“

Schuldentilgung, wie es dem  Bundesfinanzminister (sekundiert durch Frau Merkel) vorschwebt?  Ist diesen Leuten denn die alte Weisheit „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man endlich ungeniert“  unbekannt? Abbau des ungerechten, die deutsche Mittelklasse nach und nach stangulierenden fiskalischen “Mittelstandsbauchs“? Indiskutabel! Man verringert ja schließlich auch nicht den Druck einer Saftpresse. Anpassung des Rentenniveaus an dasjenige der Lebenshaltungskosten? Wäre gegen jegliche politische Tradition! Investition in Verbesserung des Bildungswesens? Seid Ihr bekloppt? Wo wir die doch endlich so weit haben, dass sie nicht mehr merken, wie sie auf die Nudel geschoben werden! Nein! Die unerwartete Knete muss selbstverständlich für den weiteren Ausbau der kulturellen Vielfalt in diesem, unserem Lande eingesetzt werden.

Nur – woher nehmen? Nicht die Knete – die Vielfalt! Die halbe Welt ist ja bereits als Sozialleistungspensionär der einen oder anderen Spielart bei uns zu Gast. Heureka! Da fällt unser fieberhaft suchendes Auge auf Papua-Neuguinea: O Wunder! Das autochthone Bevölkerungselement dieses Weltteils ist bei uns noch relativ spärlich – wenn überhaupt – vertreten.

Man stelle sich die ungeahnten Möglichkeiten der kulturellen Bereicherung vor, wenn erst Vertreter dieser Ethnie mit durch die Nase gezogenen Eberhauern und – bis auf die typische Koteka (Anm. d. Verfassers: Längliche Kürbishülle als Futteral für die Manneszierde) im Naturkostüm – über den Kurfürstendamm schlendern. Auch die Szenerie in unseren Gerichtssälen würde sehr an Farbe gewinnen (“Der Angeklagte verspeiste das Opfer nach vollzogener Vergewaltigung“). Die ewigen Verfahren wegen Raub, Körperverletzung, „normaler“ Vergewaltigung, Sozialhilfebetrugs etc., etc. werden ja schließlich langsam monoton. In dem – vorerst noch hypothetischen – Verfahren gegen den Vergewaltigungsgourmet  wäre dieser natürlich im Ernstfall, mit Hinblick auf das Element der “Kulturspezifischkeit“, freizusprechen.

Um zu erreichen, dass die Protagonisten dieser neuen ethnisch/ kulturellen Bereicherung sich bei uns rasch heimisch fühlen, wird die traditionelle Bereitstellung von direkten und indirekten Sozialleistungen nicht genügen – nein, es wird darüber hinaus notwendig sein, unsere Innenstädte intensiv zu begrünen, sowie dort Wildschweine, Warane, Krokodile, Exemplare der grünen Baumphyton und Paradiesvögel (hier könnte man sicherlich auf den Inhalt des Reichstagsgebäudes zurückgreifen) in hinreichender Menge auszusetzen. Mit dem selben Ziel des „Heimischmachens“ müsste die deutsche Weiblichkeit dazu angehalten werden, den Textilanteil ihrer Kleidung substantiell zu reduzieren.

Also, ans Werk! Ich möchte der politischen “Elite“ unseres Landes als ersten Schritt diverse – natürlich steuerfinanzierte – Informationsausflüge in das Zielgebiet vorschlagen (aber Vorsicht! Schickt auf keinen Fall eine gewisse Altmeisterin in Zuwanderungsfragen – sie hat genau die körperliche Fülle, welche angetan ist, den potentiellen Studienobjekten das Wasser im Munde zusammen zu treiben). Als nächster Schritt wären dann wohl Verhandlungen mit der Regierung von Papua-Neuguinea über geeignete Werbemaßnahmen vor Ort angezeigt (in diesem Zusammenhang existiert ja ein reichhaltiger Fundus von Erfahrung).

All dies sind natürlich – im Grunde anmaßende – Vorschläge eines Laien; unsere regierende Klasse wird selbstverständlich am besten wissen, was zum Wohle des deutschen Volkes zu tun ist – wie sie dies ja auch in der Vergangenheit stets gewusst hat.

Harren wir also vertrauensvoll der Geniallösungen, womit unsere Herrscher*innen uns wieder einmal verblüffen und angenehm überraschen werden.

Quo usque tandem

Foto: Vom Autor übermittelt

 

 

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