IM Kahane schlägt erneut zu: Jetzt auch selektive Zensur bei YouTube!

14 Tage hat es gedauert, nun aber hat auch YouTube durchgegriffen und ein Exempel statuiert. Von Ingmar Blessing, Inselpresse
Die Regeln bei YouTube erlaubten bislang fast alles. Wer sich die Mühe macht, der kann auf dem Videoportal alles finden, was das Herz begehrt. Von belanglosem bis hin zu hochpolitischem und teilweise gewaltverherrlichendem. Von kommunistischer Propaganda und Gulagverharmlosung, über Antisemitismus, als käme es vom Führer höchstselbst, bis hin zum neuesten Rekrutierungsvideo des Islamischen Staates gibt es so gut wie alles. Wer will, der kann bei YouTube sogar Menschen beim sterben zusehen.

Ausdrucksfreiheit bei YouTube wurde im Unterschied zu Facebook groß geschrieben. Bis jetzt.

Nun hat es das von mir untertitelte und hochgeladene Weihnachtsvideo von SyeTen auch bei YouTube erwischt, nachdem es bereits bei Facebook Bekanntschaft mit der spontanen Zensurschere machte. Angeblich verletzt es auch die „Community-Richtlinien“ von YouTube, bzw. jemand störte sich am Video und meldete es bei der Zensurstasi, worauf diese dann – nachdem sich in zwei Wochen mehrere tausend Personen nicht daran gestört haben – den Löschknopf gedrückt haben.

Neben der oben abgebildeten Meldung bekam ich noch eine nette E-Mail, in der mir das mit den Regeln der Plattform näher erklärt wurde (selbstverständlich war die E-Mail auf Englisch, offenbar hatte die Frau Kahane noch keine Zeit, eine deutsche Formatvorlage zu erstellen). Hier ein übersetzter Auszug daraus:
„Wie Sie vermutlich wissen steht in unseren Cummunity Richtlinien, welche Inhalte wir bei YouTube erlauben – und welche wir nicht erlauben. Ihr Video ‚Auch die Religion des Friedens wünscht eine frohe Weihnacht‘ wurde markiert, worauf wir es überprüft haben. Nach dieser Prüfung entschieden wir, dass es unsere Richtlinien verletzt. Wir haben es daher von YouTube entfernt und Ihr Konto mit einem Community Richtlinienmalus versehen, bzw. mit einer temporären Strafe.
Inhaltliche Restriktionen für Videos
Enthält ein Video gewalttätige oder grafische Inhalte, die in einer schockierenden, sensationsgeilen oder respektlosen Art und Weise veröffentlicht wurden, dann ist es weniger wahrscheinlich, dass wir es bei YouTube erlauben. Wir erlauben auch keine Inhalte, die zu Hass aufstacheln sollen, oder zu gefährlichen Aktivitäten verführen. Wir bewerten die Inhalte auf einer Fallbasis und machen nur wenige Ausnahmen für angemessene Kontexte, wenn sie eindeutig im Zusammenhang mit Bildung, Dokumentation, Kunst oder Wissenschaft stehen.“
Aha, gut. Wie auch im Fall der Sperrung bei Facebook wäre das ganze halbwegs nachvollziehbar (wobei Facebook offen irrational handelte und sich daran nicht störte), wenn eine konsistente Zensurpolitik betrieben würde und kein selektives Herauspicken politisch und/oder geschmacklicher Äußerungen, die den gesinnunsethisch motivierten Zensoren nicht gefallen.Denn nicht nur bei Facebook ist eine Kopie des Videos noch immer zu finden, sondern auch bei YouTube ist das Original des Weihnachtsvideos noch immer auf dem Kanal von SyeTen zu finden.Und das, obwohl ich das Video (vor knapp zwei Tagen schon) gemeldet habe…

Foto: Screenshot/ Autorenseite

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