Katastrophe mit Ansage: Polizeischutz als Dauerzustand?

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Von Klaus Barnstedt

Eine Woche nach Silvester bedanken sich vernunftgeleitete Menschen immer noch bei der Polizei. Dank ausgeweiteter Sicherheitsvorkehrungen – ganz besonders in Köln – ist es vielerorts bei diesem Jahreswechsel, im Vergleich zum Vorjahr, nicht zu massenhaften sexuellen und anderen Straftaten gekommen.

Auch verschafft die Zeit nach Weihnachten und Silvester der leicht aufatmenden Justiz und Politik erst einmal eine sicherheitstechnische Ruhepause. Bis zu den nächsten Massenvergnügungen auf Weihnachtsmärkten und sonstigen Großereignissen unter freiem Himmel – wie eben zu Silvester – fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter.

Weihnachten – Silvester – Karneval

Apropos Rhein – und nochmals Köln beziehungsweise Düsseldorf, Mainz und andere Karnevalshochburgen: Schon im nächsten Monat, gegen Ende Februar, ist Rosenmontag!

So groß ist die Verschnaufpause bis zu den nächsten sicherheitstechnisch kritischen Massenereignissen unter freiem Himmel also gar nicht.

Die einfachste Sicherheitsmaßnahme ist es keineswegs, entsprechende karnevalistische Großveranstaltungen wegen „konkrete(r) Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund“ (BZ), so geschehen in Braunschweig 2015, abzusagen.

Als im letzten Jahr wegen angekündigter starker Windböen und Sturmgefahr in mehreren westfälischen Großstädten sowie in Mainz die Karnevalsumzüge ausgefallen sind, waren dort trotzdem Polizisten in Bataillonsstärke vor Ort. Allein in Mainz sollen es über 1100 Einsatzkräfte gewesen sein.

Nach den wiederholten Kölner Silvesterereignissen, die man als eine spezielle Form von Landfriedensbruch bezeichnen kann, ist das die traurige Realität im migrationsfreundlichsten Land der Welt im Herzen Europas.

Nafri – Na und?

 Die inzwischen grundsätzlich angespannte innenpolitische Sicherheitslage ist die Folge der absurden Willkommenspolitik der letzten beiden Jahre. Diejenigen, denen diese Erkenntnis nicht ins Konzept passt, eröffnen mit Vorliebe Nebenkriegsschauplätze wie alberne Rassismusvorwürfe wegen des Kürzels „Nafris“.

Völlig unnötigerweise hat der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies es leider „außerordentlich“ bedauert, dass diese Kurzform in einem Tweet verwendet wurde.

Würde ein derartiger „Arbeitsbegriff“ (J. Mathies) ausschließlich intern verwendet, wären dann die gescholtenen Polizisten weniger „rassistisch“?

Konnte der Polizeipräsident nicht einfach sagen: „Nafris, na und? Wem will man in der Kommunikationsstruktur einer Behörde und während eines anstrengenden Einsatzes zumuten, ständig von nordafrikanischen Intensivtäterinnen und –tätern zu sprechen?“

Verfängliche politisch korrekte Bezeichnungen

Schafft es Abhilfe, wenn wir auf die beliebten Verwässerungen und Verallgemeinerungen zurückgreifen?

Nehmen wir für die „Migrantinnen und Migranten“ (Migrant*innen) beispielsweise das kommunikationstechnisch sinnvolle Kürzel „Migras“. Leider wäre diese Verwendungsform ebenfalls riskant. Irgendeine Grünen-Politikerin hätte bestimmt die Assoziation von Migräne und Gras (auch ‚Rauschgift’) und würde gegen den Begriff garantiert Sturm laufen.

Noch schlimmer wäre es bei dem Begriffspaar „Zuwanderinnen und Zuwanderer“ (Zuwanderer*innen). Hierbei verkürzt von „Zuwas“ zu sprechen, wäre ein absolutes Unding!

Wir kennen diese Wortkombination in getrennt geschriebener Form aus solchen Fragen wie „Zu was soll das gut sein?“ Also ebenfalls völlig indiskutabel!

Abkürzungen für Personengruppen sind leider grundsätzlich problematisch. Irgendjemand erkennt darin immer mit blühender Phantasie eine rassistische, diffamierende, beleidigende oder sonst wie unerträgliche Stigmatisierung.

Besonders, wenn es sich um geflüchtete und/oder Zuflucht suchende Menschen aus verschiedensten Teilen dieser Welt handelt. Und zwar deshalb, wie gesagt, weil von dem zugrundeliegenden Hauptproblem abgelenkt werden soll.

Schutzsuchende und Schutzsuchende

Die Situation ist inzwischen so verrückt, dass die Polizei – bei entgegenkommendem Verzicht auf ein Kürzel – nicht einmal als „Arbeitsbegriff“ (s.o.) den geschlechtsneutralen Ausdruck „Schutzsuchende“ verwenden kann.

Wie wir wissen, waren die eigentlich Schutzsuchenden auf der Kölner Domplatte in erster Linie einheimische Frauen.

Da könnte es ein schönes sprachliches Durcheinander geben, wenn demnächst zu Karneval Tausende von Polizisten als Schutzmänner und -frauen für Schutzsuchende aus verschiedenen Lagern eingesetzt werden, die voreinander geschützt werden müssen.

Also dann: „Kölle Alaaf“ und „Helau“!

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